Absinth und seine sagenumwobene Vergangenheit

Den Kräuterlikör Absinth verbindet man mit vielen Mythen und Gerüchten. Erfahren Sie hier über die speziellen Trinkritualen bis hin zu Herkunft der Pflanze.

AbsinthrauschAbsinth wird meist mit einem Würfelzucker serviert. (Foto by: istock.com)

Bereits in der Antike (800 v. Chr. bis ca. 600 n. Chr.) wurde das Wermutkraut als Magentherapeutikum verarbeitet. Im 19 Jahrhundert wurde es als Anregungsmittel immer mehr bekannt und populär. Vermengt wurde die Lösung der gekochten Wermutpflanze mit Alkohol erstmals im Val de Travers (Längstal im Neuenburger Jura der Schweiz), dem Tal der Grünen Fee. Diese Begebenheit spiegelt sich auch in der Zweitbezeichnung des Absinths „grüne Fee“ wieder.

Anfang/Mitte des 19. Jahrhunderts trugen die Misserfolge der Weinernte zu der steigenden Popularität bei. Der Likör, mit herben lakritzähnlichen Geschmack überzeigte vor allem auch die feine Gesellschaft. Zu den bekanntesten Absinth-Trinker sind Paul Gauguin, Charles Baudelaire, Ernest Hemingway, Edgar Allan Poe, Arthur Rimbaud, Brain Warner, Oscar Wilde, Henri de Toulouse-Lautree, Picasso und Vincent van Gogh zu zählen. Es ist bekannt, dass die beiden Künstler, Picasso und van Gogh stark durch Absinth inspiriert worden sind. Schließlich setzte sich die hochprozentige Spirituose in ganz Europa durch.

Aufgrund der Gerüchte, dass Absinth ein starken Hang an Selbstmord und Wahnsinn verursacht wurde das Kräutergemisch schließlich Anfang des 20. Jahrhundert verboten. Es wurde mit anderen Rauschdrogen gleichgestellt, aufgrund des hohen Thujon-Anteils. Zu damaligen Zeiten war eine fünffache Thujon-Konzentration im Getränk enthalten.

Konsum und Trinkrituale

Absinth mit ZuckerWird Absinth mit Wasser verdünnt, wird er milchig Trüb. (Foto by: istock.com)

Wahre Kenner und Liebhaber der Spirituose haben sich schon seit Jahren ein Trinkritual zu ihrer Gewohnheit gemacht. Die Bitterspirituose wird pur aber auch verdünnt konsumiert werden. Aufgrund des bitteren Geschmacks ist das Nachzuckern des Getränks von Nöten. Dabei wird ein spezieller Absinthlöffel (Löffel mit Löcher) mit Zucker in die Lösung getaucht. Nachdem eintunken des Löffels wird der getränkte Zucker entzündet.

Kurz darauf wird der Alkohol verbannt sein und der Zucker verkocht zu einer zähen Zuckerlösung. Diese wird in den Absinth getropft und anschließend verrührt. Anschließend kann der Kräuterlikör verzehrt werden. Das Verhältnis von Absinth und Wasser sollte dabei 1:2 bis 1:5 betragen. Dies ist abhängig von dem Alkoholgehalt der Absinth-Spirituose. Mischung des Absinths Ein Mischkonsum, sprich die Mischung des Absinths mit anderen alkoholischen Getränken sollte vermieden werden, da die Wirkung der Kräutermischung sonst auf unangenehme Weise verstärkt wird.

Sie können den alkoholischen Kräuterlikör auch unverdünnt mit Eis genießen. Verdünnt man Absinth mit Wasser oder Eis bekommt es seine charakteristische milchige Trübung. Es gibt auch zahlreiche Cocktailrezepte , die sehr empfehlenswert sind. Ein ganz besonders beliebter Cocktail nennt sich „ death in the afternoon“. Dazu gießen Sie 4cl Absinth in ein Champagnerglas. Anschließend füllen sie das Glas mit Champagner und Eiswürfel auf. Ein einfaches Rezept aber ein wahres Geschmackserlebnis. Ein weiterer Tipp ist der .

Rausch und körperliche Wirkungen

Absinth KräuterlikörDie Wehrmutspirituose Absinth mit Rauscheffekt. (Foto by: istock.com)

Der Genuss von mehreren Gläsern der Kräutermischung löst zufolge von Konsumentenberichten einen einzigartigen Rauschzustand aus. Einen leicht schwebenden Rauschwirkung lässt sich durch die Mischung von stimulierendem Thujon und beruhigendem Alkohol. Sie Sinneswahrnehmungen werden geschärft. Farben erscheinen kräftiger und intensiver und die Musik wird lauter wahrgenommen.

Der Gemütszustand zeichnet sich vor allem durch Euphorie, Ausgelassenheit und Erregung. Überdosierung des Absinths Jedoch eine Überdosierung des Absinths führt zu schwerwiegenden körperlichen Schäden auf Grund seines hohen Neurotoxingehaltes. Eine Absinthvergiftung entspricht etwa 2 – 10g Thujon, welches 200 Flaschen Absinth sind. Zum einen sind es starke Muskelkontraktionen, Schwindelgefühl, Zittern und schmerzhaftes Ziehen in den Gliedmaßen. Dieses Zittern kann sich gegebenenfalls zu epileptischen Anfällen oder sogar zu Halluzinationen weiterentwickeln.

Zum anderen können stärke Krämpfe der gesamten Muskelpartien schwerwiegende körperliche Schäden hervorrufen und sogar den Tod eines Menschen verursachen. Die Langzeitfolgen eines übermäßigen Absinthkonsums sind noch nicht eindeutig erforscht und bekannt. Jedoch der hohe Alkoholanteil im Absinth sind mit Sicherheit auf Dauer sehr schädlichen für unseren Organismus. Seit 1998 hat die EU das Spirituosengesetz veranlasst, welches einen maximalen Thujongehalt von 35mg pro Liter in allen EU-Ländern vorschreibt.


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