Weinland Algerien - algerischer Wein

Im Prinzip, schade um das Potenzial, das hier brachliegt. Es gibt in den nordafrikanischen Ländern viele gute Rebflächen - oder solche, die gut sein könnten, wenn sich irgend jemand um sie kümmern würde. Wohl 80 % der Rebstöcke in Algerien sind über 45 Jahre alt.

Geschichte des Weines in Algerien

Weinland AlgerienTrotz guter klimatischen Bedingungen ist der Weinbau in Algerien leider fast nicht vorhanden.

Überall sonst würde man sich glücklich schätzen, wenn man diese Ressourcen wie in Algerien hätte. Dort würde man unglaublich konzentrierte, erdige, würzige Rotweine machen, und die Käufer würden Schlange stehen. Und was geschieht hier? Nichts. Oft werden leider rohe, fade, verschmorte Weine ohne Aroma oder Säure erzeugt.

Doch die Weinbauern und Weinerzeuger kann man nicht dafür verantwortlich machen. Es gab einfach keinen Markt für diese Weine mehr, nachdem die Franzosen in den 1950er und frühen 1960er Jahren das Land verlassen hatten. Und mit den Franzosen verließen auch die besten Weinerzeuger die Kolonien; sie zogen nach Südfrankreich, wo sie heute an der Modernisierung dieser Region beteiligt sind.

Frankreich war seit der Jahrhundertwende 1900 der größte Absatzmarkt für algerische Weine, und in den 1950er Jahren machte der Anteil der nordafrikanischen Weine am gesamten internationalen Weinhandel zwischen 50 % und 60 % aus. In Frankreich wurde der Wein meist verschnitten, was heutzutage ungesetzlich wäre.

Weinland Algerien heute

Als der Markt wegbrach, schwand auch die Anbaufläche: Algerien, das immer der größte Erzeuger unter den drei nordafrikanischen Weinländern gewesen war und 1938 noch 400 000 Hektar hatte, vefügte im Jahr 1990 nur noch über 102 000 Hektar, von deren Ertrag lediglich 40 % für die Kellereien bestimmt waren; der Rest kam als Tafeltrauben auf den Markt. Inzwischen dürfte die Anbaufläche noch geringer sein.

Bekannteste Anbaugebiete

Sie heißen zum Beispiel Tlemcen, Oran oer Mostaganem. Auch um Algier herum gibt es einige Anbauflächen. Es ist zwar heiß und trocken, und in Algerien erhalten die Rebflächen nur zwischen 400 und 600 mm Regen pro Jahr, wobei die westlicher gelegenen Weinbaugebiete wie Coteaux de Mascara die kleinere Menge abbekommen. Doch in Spanien gibt es Gebiete, die noch trockener sind.

Beliebteste Rebsorten und bekannteste Weine in Algerien

Die meisten Rebsorten, die auf den Rebfeldern Algeriens angebaut werden, sind, ehrlich gesagt, nichts Besonderes. Die Carignan ist vorherrschend und zeigt immer wieder, mit welcher Zuverlässigkeit sie faden, starken Rotwein hervorbringen kann. Alicante-Bouschet, Aramon und Cinsaut sind ebenso uninteressant, obwohl die Cinsaut-Traube sich besser bewährt, wenn man sie richtig handhabt.

Es gibt jedoch auch etwas Cabernet Sauvignon, Syrah und Mourvèdre, und die Winzer sollten sich auf diese drei Sorten konzentrieren und nicht mehr versuchen, Reben für kühle Gebiete wie Pinot Noir anzubauen.

Gelegentlich, wenn man auf einen der besseren Rotweine stösst, bekommt man eine leise Ahnung davon, welche Weine man dort herstellen könnte. Erdig, staubig, ziemlich rustikal - doch mit einer Fruch süsser reifer Himbeeren.


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