Alles über Speisenatron

Natron - ein unscheinbares, feines, weißes Pulver, das schon unsere Großmütter kannten: In Küchenschrank und Hausapotheke ist es noch heute unverzichtbar.

Natronpulver zum BackenSpeisenatron, dasPulver ist auch in der Küche vielseitig einsetzbar. (Foto by: © ppi09 / fotolia.com)

Speisenatron, auch unter der Bezeichnung Back- oder Speisesoda bekannt, besteht aus Natriumhydrogenkarbonat, kurz NaHCO3. In einigen Teilen der Welt kommt dieser Stoff in natürlichen Ressourcen vor. In Europa hingegen wird Natron aus Kochsalz synthetisiert. Das dazu verwendete Verfahren wurde 1865 von Ernest Solvay entwickelt und liefert reinstes Speisenatron von angenehmem Geschmack. Mittlerweile gehört Speisenatron so selbstverständlich zu unserem Leben dazu, dass es fast überall erhältlich ist. Supermärkte, Apotheken, Drogeriemärkte - überall gibt es das vielseitige Pulver zu kaufen. Doch was macht man eigentlich damit?

Verwendung als sanftes Hausmittel

In Wasser aufgelöst, ist Natron ein alt bewährtes Mittel gegen Sodbrennen. Das alkalische Natron wirkt neutralisierend auf Säuren - Magensäure macht da keine Ausnahme. Ein Löffel Natron auf ein Glas Wasser gegeben und in kleinen Schlucken getrunken, schafft sofortige Linderung. Auch das Zähneputzen mit Natronpulver zählt zu den altbekannten Anwendungsgebieten. Die Zähne, mit Natron gebürstet, erstrahlen in neuem Glanz und auch der Atem ist nach der Behandlung wieder rein und frisch.

Natron und Natronlauge

So ähnlich beide Namen klingen - es handelt sich um zwei grundverschiedene Stoffe. Natron oder auch Natronlauge zum Backen, für den Hausgebrauch, als praktischer Haushaltshelfer ist vollkommen unbedenklich. Natron zum Backen, bitte niemals mit ätzenden Stoffen verwechseln! In vielen Backwerkstätten wird das Laugengebäck in eine Natronlauge - zum Backen - getaucht!

Bei Natronlauge hingegen handelt es sich um eine stark ätzende Flüssigkeit, die bei unsachgemäßer Anwendung zu Haut- und Augenschäden führen kann. Natronlauge gilt als Gefahrenstoff und ist im Handel kaum erhältlich. Sie wird beispielsweise bei der professionellen Herstellung von Laugengebäck verwendet, kann aber auch zum Abbeizen alter Lackschichten von Holzoberflächen benutzt werden.

Verwendung in der Küche

LaugengebäckLaugengebäck mit Natronpulver gelingt immer und schmeckt. (Foto by: © kab-vision / fotolia.com)

Natron ist nicht nur Bestandteil des schäumenden Brausepulvers, es kann auch als Backpulver verwendet werden. Backpulver auf Natronbasis enthalten zusätzlich eine Säurequelle. Durch das Einwirken von Wärme und Feuchtigkeit bei der Teigbereitung reagiert die Säure mit dem Natron und es entsteht Kohlenstoffdioxid (CO2). Dieses Gas lockert in Form von unzähligen kleinen Gasbläschen den Teig auf und sorgt so bei vielerlei Gebäck für eine wunderbar luftige Krume.

Eine weitere Verwendungsmöglichkeit für Speisenatron ist das Enthärten von Wasser. Dazu wird Natron in Wasser gelöst, wo es den darin befindlichen Kalk bindet. Das mit Natron behandelte Wasser ist deutlich weicher und wird bei Kaffee oder Tee für einen angenehmeren Geschmack sorgen. Auch als Beigabe zu getrockneten Hülsenfrüchten hat sich Speisenatron bewährt. Eine Prise Natron, zum Kochwasser gegeben, verkürzt die Kochzeit und lässt Linsen, Bohnen oder Erbsen schneller weich werden. Auch das liebliche Laugengebäck wird mit Natron zu einem Genußvollen Leckerbissen.


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