Die Bezeichnung von Destillaten

Als reine Destillate werden ausschließlich aus vergorenem Fruchtalkohol gewonnene und transparente Destillate bezeichnet. Bei den qualitativ hochwertigsten Destillaten wird komplett auf den Zusatz von Zucker und Aromen verzichtet.

Bezeichnung von DestillatenAus Kostengründen werden viele Destillate mit anderen Zusätzen verschnitten. (Foto by: © monticellllo / fotolia.com)

Das aus traditioneller Schnapsbrennerei stammende Destillat ist sowohl Ausgangsprodukt als auch Grundlage zahlreicher Spirituosen. Aus Kostengründen werden viele Destillate mit unterschiedlichen Zusätzen verschnitten. Die gesetzlichen Bedingungen unterscheiden sich dabei von Land zu Land.

Gesetzliche Bestimmungen für Spirituosen

In Österreich dürfen nach den gesetzlichen Regelungen den Spirituosen bis zu vier Gramm Zucker pro Liter beigefügt werden. Im Gegensatz zu Spirituosen anderer Länder sind österreichische Qualitätsbrände frei von zugesetzten Aromastoffen. Als Brand oder Edelbrand dürfen ausschließlich reine Destillate bezeichnet werden. Der gesamte Alkohol muss aus Vergärung gewonnen worden sein.

Beerenbrände aus Österreich mit einem Destillatanteil von 100 % werden unter dem Prädikatsmerkmal "österreichischer Qualitätsbeerenbrand" vertrieben. Bei durch Einmaischen und Destillieren gewonnenen Bränden dürfen pro 100 Kilogramm Beerenobst 20 Liter reiner Alkohol zugesetzt werden. Dabei ist die Verwendung von Kern- und Steinobstsorten ausgeschlossen. Die Verordnung sieht ausschließlich Maischen aus Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Schlehen, Johannisbeeren, Eberesche, Vogelbeeren, Mehlbeeren, Hagebutten, Holunder oder Stechpalme vor.

Bei der Bezeichnung Geist handelt es sich um Spirituosen, bei denen nach traditionellen Rezepten Früchte in reinem Alkohol angesetzt und später destilliert werden. Verwendung finden zuckerarme Früchte, die bei einer Gärung einen geringen Alkoholanteil ergeben würden oder deren Aromen verändert werden könnten. Neben Beeren und Früchten gehören hierzu auch Pflanzenteile. Der Begriff des Schnapses oder Obstschnapses wurde vom Gesetzgeber so definiert, dass Schnaps auf der Basis von Zwetschken, Marillen, Kirschen oder sonstigem Steinobst einen Destillatanteil von mindestens 33 % und den zusätzlichen Hinweis "Spirituose" aufweisen muss.

Bei Obstspirituosen hingegen müssen pro 20 Liter reinem Alkohol mindestens fünf Kilogramm Früchte Verwendung finden. Mit der Deklaration Weinbrand dürfen nur Spirituosen versehen werden, bei denen das Destillat aus Wein gewonnen wurde. Außerdem muss ein Weinbrand mindestens sechs Monate im Eichenfass reifen. Geringere Reifedauern machen den Weinbrand zum Branntwein. Als Liköre werden Spirituosen bezeichnet, die über mindestens 100 Gramm Zucker und 15 % Alkohol pro Liter aufweisen.

Bezeichnung von Destillaten als Qualitätsmerkmal

Die verschiedenen Bezeichnungen von Destillaten sollen dem Verbraucher einen Überblick über Produktionsverfahren, Inhalt und Qualität vermitteln. Bei der großen Anzahl an Deklarationen ist jedoch die prozentuale Bezeichnung des Destillats ein entscheidendes Qualitätsmerkmal. Auch wenn keine gesetzliche Kennzeichnungspflicht besteht, werden 100 %-ige Destillate häufig auch so ausgezeichnet und verschaffen dem Verbraucher einen entsprechend besseren Überblick.


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