Blumen zum Essen

Eigentlich sind Blumen in der Küche ein alter Hut. In alten Kochbüchern findet man häufig Rezepte mit essbaren Blüten. Lesen Sie mehr über einen alten, neuen Trend.

Blumen essenNur Blumen aus dem eigenen Garten zubereiten und verzehren. (Foto by: © Manuel Schäfer / fotolia.com)

Auf die Speisekarten der meisten Restaurants gelangen gewöhnliche Blumen nur selten. Dennoch wird der neue Trend immer beliebter. Um genau zu sein, wird nur ein alter Trend neu formuliert. Während Gänseblümchen, Borretsch und Veilchen früher sehr häufig verwendet wurden, um den Speisen das gewisse Etwas zu verleihen, sind sie heute bereits wieder in Vergessenheit geraten.

Ein alter Brauch

Bereits vor über 2.000 Jahren traten die schmackhaften Blüten vieler Blumen in Aktion. Die Römer und die Azteken wussten sie in einigen Gerichten zu verarbeiten. Auch die Griechen würzten schon mit Blumenblüten. Vom Altertum, über das Mittelalter, bis hin in die Neuzeit zogen sich Speisen, die mit Blumen gewürzt waren.

Heute erinnert sich scheinbar nur mehr die Haute Cuisine (frz. „Hohe Küche“) an die elegante Dekorationsvariante. Dass Schönes auch gut sein kann, weiß man schon lange. Das gilt ebenso für die bunten Blumen, die früher oft ihren Weg in Kochbücher gefunden haben.

Blumen zum Essen

Natürlich eignen sich nicht alle Blumen zum Essen. Die folgende Liste soll einen Überblick über einige Blumenblüten verschaffen, die sich hervorragend zum Verfeinern von Speisen eignen.

  • Gänseblümchen – diese sind besonders beliebt zum Garnieren von Gerichten. Gänseblümchen haben aber nicht nur die Funktion einer Nahrungsmittelpflanze, sondern sind in seltenen Fällen auch Heilpflanzen. Salate und Suppen werden durch die Zugabe der beliebten Gartenblumen gewürzt. Geöffnete Blätter, sowie geschlossene Knospen werden gleichermaßen verwendet.
  • Veilchen – diese violette, beliebte Blume sieht nicht nur hübsch aus, sondern kann auch beim Kochen ins Spiel gebracht werden. Eine sehr gute Figur macht das Veilchen auch kandiert. So kann es als Süßigkeit verwendet werden, oder einfach ein Dessert zieren. In Kombination mit Tee werden Veilchen zu einem schmackhaften Heißgetränk.
  • Stiefmütterchen – sie zählen nicht nur zur gleichen Pflanzengattung, sondern können auch in der Küche ähnlich verwendet werden.
  • Chrysantheme – im chinesischen Raum weit verbreitet ist die Chrysantheme als Heilpflanze und dient zur Stärkung. Außerdem findet sie auch ihren Weg in Salate und dient als Gewürzzusatz.
  • Ringelblume – sie ist ein wahres Allround-Talent und findet Verwendung in Butter, Salaten und Käse. Dafür sollten die Ringelblumenblüten allerdings frisch sein. Suppen und Omelettes verleihen sie einen speziellen Geschmack. Auch die jungen Blätter der Ringelblume sind essbar.
  • Dahlie – sie ist sehr schön anzusehen und deshalb sehr dekorativ. Im Salat fungiert sie nicht nur als Zierde, sondern kann problemlos verspeist werden.
  • Rosenblütenblätter – mit Rosen verbindet man sofort Romantik. Passend zu einem romantischen Dinner, können die beliebten Blumen auch auf die Speisekarte gebracht werden. Pasteten, Liköre und Sirupe beschreiben nur ein schmales Verarbeitungsfeld. Zum Würzen, sowie kandiert, sind sie einfach unwiderstehlich.
  • Margarite - Die gelb-weißen Blüten könne von Mai bis Juli gepflückt und verspeist werden. In einer Pfanne mit Butter ausgebraten schmecken die Blüten hervorragend.

Vorsicht giftig!

Fingerhut BlumeVorsicht ist geboten bei giftigen Exemplaren. (Foto by: © Marina Lohrbac / fotolia.com)

Manche Pflanzen sollten tatsächlich nur zur Zierde verwendet werden, da sie sehr giftig sind. Beim Kochen mit Blumen sollten Sie sich deshalb immer im Vorhinein informieren, welche Blumen sich wirklich zum Kochen eignen. Sollten Sie sich unsicher sein – Finger weg!

  • Fingerhut – auch wenn er sehr schön anzusehen ist, der Schein trügt! Zwei bis drei Blätter der schönen Blume können bereits tödlich enden.
  • Herbstzeitlose – die Herbstzeitlose wird von Laien häufig mit dem ungiftigen Bärlauch verwechselt. Übelkeit, Erbrechen und Schwindel sind die ersten Anzeichen einer Verwechslung.
  • Maiglöckchen – als liebliches Motiv erscheinen sie in Kunst und Literatur. Essen sollte man sie dennoch nicht, die Giftigkeit ist mit der des Fingerhuts vergleichbar.
  • Scharfer Hahnenfuß – er wird umgangssprachlich als „Butterblume“ bezeichnet. So harmlos sein Name auch klingt, so gefährlich kann die Blume werden. Weitere giftige Blumen sind z. B. der Steinklee, die Christrose, der Schierling, die Tollkirsche, …

Verwendung der Blumen in der Küche

Blumen sind auf der Speisekarte vielseitig einsetzbar. Am schönsten wirken sie nach wie vor als essbare Dekoration. Bei diversen Desserts werden die Blüten auf den Tellerrand gestreut und danach den Gästen serviert. Ein wenig ausgefallener ist das Einschließen von Blumen in Eiswürfeln. Das sieht toll aus, ist aber dennoch sehr einfach zu machen.

Nach dem Einfrieren in einen fruchtig-frischen Sommercocktail oder eine Bowle geben – fertig. Neben der Dekoration werden die Blumen auch als Einlage in Suppen verwendet. Das verleiht ihnen Extrawürze. Für Omelettes eignen sie sich ebenfalls hervorragend. Klassisch, aber fein – die Blüten in Salaten. Sie verleihen dem Salat nicht nur einen besseren Geschmack, sondern auch ein feineres Aussehen. Gerade bei Veganern und Vegetariern sind diese Salate sehr beliebt. Am frischesten schmecken Blumen, die nicht mitgekocht, sondern am Schluss über das fertige Gericht gestreut werden.

Tipps zum Verspeisen

TaglilieEine essbare Blume wirkt extravagant und auffallend. (Foto by: © Sven Knie / fotolia.com)

Was Sie außerdem beachten sollten: Verwenden Sie keine Schnittblumen von der Gärtnerei, da diese im Normalfall mit Chemikalien behandelt wurden. Am besten sind Blumen aus dem eigenen Garten oder unbehandelte „Bio-Blumen“. Zum Verzehr geeignet sind generell nur die Blüten der Blumen. Es gibt in dieser Hinsicht kaum Ausnahmen.

Chinesische und japanische Delikatessen

Während die bunten Blumen im europäischen Raum selten den Weg auf die Speisekarte finden, sieht es in Asien schon ganz anders aus. Dort gelten essbare Blumen sogar als Delikatessen.

Spezialitäten aus Fernost

Die elegante Taglilienknospe zählt zu den bekanntesten, essbaren Blumen in China und Japan. Der Name verrät viel über die Eigenschaften der Blume: Jede Blüte hält nur einen einzigen Tag. Mild und saftig im Geschmack, wird sie in den exotischen Gebieten getrocknet und danach als Einlage für auserwählte Suppen verwendet. Die schön geformten Blüten der Hosta-Blume dürfen auf chinesischen und japanischen Speisekarten ebenfalls nicht fehlen. In Punkto „essbare Blumen“ sind uns die Asiaten also weit voraus.

Fazit

Mit ein bisschen Geduld beim Suchen und viel Phantasie beim Kochen, wird die Zubereitung eines Gerichts schnell zu einem „blumigen Erlebnis“.


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User Kommentare

Marille
Marille

Mir gefällt das auch total gut wenn auf dem Teller ein paar Blüten dabei liegen und vor allem im Sommer kann man die Blüten auch in den Salat geben.

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Spinacchio
Spinacchio

Immer wieder ein Highlight wenn Farbe ins Spiel kommt - das lässt das Essen erleuchten und den Gaumen in Vorfreude zucken! Vor allem in meiner Küche ab und an zu finden im Salat und auf Kuchen, oftmals gepflückt im Garten der eltenr mit Garantie dass nichts gespritzt ist.

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