Bohnenkraut

Bohnenkraut hält was der Name verspricht – es passt perfekt zu Bohnen! Und das nicht nur, weil der Geschmack des Bohnenkrauts den Eigengeschmack grüner und gelber Bohnen bestens hervorhebt, sondern vor allem auch aufgrund seiner verdauungsfördernden und blähungslindernden Wirkung.

Bohnenkraut hat eine lange Tradition und wird seit über tausend Jahren vom Menschen kultiviert. Der bis zu einem halben Meter hohe Strauch mag es warm und gedeiht so im Mittelmeerraum besonders gut. Aber auch in unseren Breiten lässt sich Bohnenkraut problemlos anbauen. Bohnenkraut wird im Volksmund auch Pfefferkraut oder Wurstkraut genannt – ein Hinweis auf die Verwendung als Gewürz bei der Wurstherstellung. Im Sommer blüht Bohnenkraut mit kleinen weißen bis zu violetten Blüten.

Anbau, Pflege und Düngung

Bohnenkraut gedeiht am besten in einer geschützten, sonnigen und warmen Lage. Der Boden sollte gut durchlässig, humos und nährstoffreich sein. Der Wasserbedarf ist relativ hoch. Das Einjährige Bohnenkraut darf im darauf folgenden Jahr nicht wieder an gleicher Stelle ausgesät werden. Auch ist zu vermeiden, Bohnenkraut dort auszusäen, von in Vorjahren Schmetterlingsblütler, wie Thymian, Pfefferminze oder Melisse gestanden haben.

Es muss eine regelmäßige Pflanzenkontrolle betreffs Krankheiten und Insektenbefall erfolgen. Der Boden ist durch regelmäßige Lockerung durchlässig und unkrautfrei zu halten. Bohnenkraut kann auch in Pflanzgefäßen kultiviert werden. Berg-Bohnenkraut ist mehrjährig. Es kann in die Kräuterspirale, ins Kräuterbeet oder auch an den Rand eines Staudenbeetes gepflanzt werden. Hinsichtlich Boden, Feuchtigkeit und Nachbarschaft hat es die gleichen Ansprüche wie das Einjährige Bohnenkraut.

Ernte

Das Bohnenkraut kann während der ganzen Vegetationsperiode bei Bedarf geschnitten und frisch zum Würzen verwendet werden. Die Ernte erfolgt ab dem Beginn der Blüte und während der Vollblüte. Abgeschnitten wird das Kraut in einer Höhe von ungefähr 5 – 10 cm über dem Boden. Schneidet man nicht zu tief ab, treibt es wieder aus.

Bohnenkraut auf SpeisenAuch für kräftige Fleischgerichte eignet sich Bohnenkraut ideal. (Foto by: © Jacques PALUT/ fotolia.com)

Lagerung und Haltbarkeit

Bohnenkraut findet in der Küche frisch oder getrocknet Verwendung, da das Kraut in getrockneter Form sein Aroma behält. Bohnenkraut kann bei 40 – 45 °C oder an einem schattigen Platz frei hängend als Kräuterbündel getrocknet werden. Ist es vollständig getrocknet, sollte man es in dicht verschlossenen Gefäßen aufbewahren.

Wirkung und Verwendung

Bohnenkraut enthält eine Vielzahl an ätherischen Ölen. Sie wirken gemeinsam stark verdauungsfördernd. Deshalb ist Bohnenkraut zur Linderung und Vermeidung von Verdauungsproblemen wie Blähungen, Durchfall und Völlegefühl geeignet. Die Verdaulichkeit von schweren, fettigen und vor allem blähenden Speisen wird verbessert und der Appetit angeregt. Neben seinem Geschmack ist die gute Wirksamkeit des Bohnenkrauts gegen Blähungen und andere Verdauungsstörungen für seine Verwendung in Speisen mit grünen oder gelben Bohnen besonders gut geeignet.

Ein Zweiglein Bohnenkraut kann beim Dünsten von Bohnen zugefügt und vor dem Servieren wieder entnommen werden. Dennoch entfaltet das Bohnenkraut seine wertvolle Wirkung beim Verzehr der Bohnen. Aber nicht nur Bohnen – sondern auch kräftige Fleischgerichte mit intensivem Eigengeschmack profitieren sehr vom Einsatz des Bohnenkrauts. Es lässt sich auch gut mit anderen Gewürzen kombinieren und harmoniert besonders gut mit Zwiebeln, Petersilie, Estragon und Basilikum.


Bewertung: Ø 3,8 (4 Stimmen)

User Kommentare

BELIEBTESTE ARTIKEL