Borretsch

Borretsch gehört zu den eher selten eingesetzten Küchenkräutern obwohl er eine lange Tradition in Mitteleuropa hat. Seit dem Mittelalter wird Borretsch hierzulande angebaut und hat sich inzwischen eine Vielzahl volkstümlicher Namen verdient. Ein Grund mehr, Borretsch näher zu betrachten.

BorretschFür den Verzehr werden nur junge, zarte Blätter gepflückt. (Foto by: fotomaton / shutterstock.com)

Borretsch gehört zur Familie der Raublattgewächse. Bis heute ist ungeklärt, woher der Name Borretsch stammt. Man vermutet lateinische, arabische oder keltische Ursprünge. In jedem Fall hat der Borretsch seit dem Mittelalter auch hierzulande einige Namen erhalten. Darunter weißt die Bezeichnung „Gurkenkraut“ auf den Geschmack der Blätter hin.

Aber auch Blauhimmelstern, Herzfreude, Liebäuglein oder Wohlgemutsblume bezeichnen den bis einem guten halben Meter hohen Strauch. Sowohl die Stängel als auch die derben, dunkelgrünen Blätter sind borstig behaart. Im Sommer blüht der Borretsch mit wunderschönen intensiv-blauen Blüten, weshalb er sich auch im Kräutergarten besonders gut macht.

Anbau, Pflege und Düngung

Borretsch gedeiht am besten an einem sonnigen Standort auf einem nährstoffreichen, wasserdurchlässigen Boden, der aber stets feucht zu halten ist. Borretsch ist ein einjähriges Kraut und wird im Frühjahr an Ort und Stelle ausgesät. Da er ein Dunkelkeimer ist, muss der Samen gut mit Erde abgedeckt werden. Die Pflanzen werden groß und buschig.

Deshalb muss zu Nachbarpflanzen mindestens 50 cm Abstand gehalten werden. Borretsch kann in Gemüse- und Kräuterbeeten kultiviert werden. Da dies Kraut sehr attraktiv ist, erscheint auch ein Platz in einem Staudenbeet angemessen. Der Boden ist frei zu halten und die Pflanzen auf Krankheiten und Insektenbefall zu kontrollieren. Borretsch wird häufig von Blattläusen befallen. Bei nährstoffreichem Boden ist keine Düngung erforderlich.

Ernte

Für den Verzehr werden nur junge, zarte Blätter gepflückt. Die Blätter- und Blütenernte erfolgt von Juni bis Oktober. Das ganze, blühende Kraut wird zur Teegewinnung in den Monaten Juli und August geerntet. Der Samen ist über einen längeren Zeitraum zu sammeln, da er nach und nach reift. Aus den Samen wird Öl gewonnen.

Borretsch mit intensiv-blauen BlütenBorretsch gedeiht am besten an einem sonnigen Standort. (Foto by: © Marek Gottschalk / fotolia.com)

Lagerung und Haltbarkeit

Junge Blätter können zur Konservierung eingefroren werden. Durch Einlegen in Öl ist Borretsch ebenfalls haltbar zu machen. Er ist Bestandteil von Kräuteressig. Das ganze Kraut wird bei 40 °C getrocknet und kann danach als Teedroge verwendet werden. Trockener Borretsch ist in einem luftdicht verschlossenen Gefäß aufzubewahren.

Wirkung und Verwendung

Borretsch wird vor allem als Heilpflanze und gelegentlich auch zum Verzehr eingesetzt. Blätter und Stängel des Borretschs enthalten für die Leber giftige Alkaloide. Deshalb sollten diese Pflanzenteile nur gelegentlich und nicht in großen Mengen verzehrt werden.

Dies gilt nicht für die Blüten und Samen. Außerdem enthält Borretsch auch Schleimstoffe, Gerbstoffe und ätherische Öle. Borretsch zählt zwar zu den traditionellen Heilpflanzen, wird aber aufgrund seiner Giftigkeit heute nicht mehr empfohlen. Blüten und Samen bzw. das Borretschsamenöl finden sich aber weiterhin in Heilpflanzenrezepturen. Hin und wieder dürfen auch die Blätter in der Küche zubereitet werden.

Sie kommen vor allem in Suppen oder in Salaten zur Verwendung. Borretsch ist eines der Kräuter der berühmten Frankfurter Grünen Sauce. Die Borretschblüten sind ebenfalls essbar und können wunderbar zur Dekorationen von Salaten verwendet werden.


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