Weinland Chile - chilenischer Wein

Die Morgendämmerung im chilenischen Längstal dauert besonders lange. Die Silhouette der Anden erscheint wie einge gigantische gefrorene Welle, die allmählich Farbe und Form annimmt, wenn die Sonne über den Kamm steigt. Hier gibt es, so weit das Auge reicht, nichts als Obst und Reben.

Geschichte des Weines in Chile

Weinland ChileChilenischen Weine sind voller heiterer, junger Frucht, die förmlich aus der Flasche sprudelt.

Pedro de Valdivia, der Gründer von Santiago, kam 1541 in dieses Gebiet, das in seiner Zeit, als man vom Smog noch nichts ahnte, ein idealer Lebendraum gewesen sein muss. Kühle Winter und lange, trockene Sommer erinnern an Kalifornien, doch hier gibt es eine noch großartigere Gebirgskulisse als Hintergrund. Ein guter Ort, um seine Zelte aufzuschlagen - und ein ausgezeichneter Standort für den Weinbau.

In den ersten dreihundert Jahren der Kolonialzeit wurde in dem Tal nur die Pais-Rebe angebaut, eine unscheinbare schwarze Sorte, die mit der kalifornischen Mission-Rebe identisch ist. Die moderne Weinerzeugung begann erst in den 1850er-Jahren, als wohlhabende Landbesitzer bei Santiago französische Winzer anwarben, die dirch die Reblauskrise in Europa erwerbslos geworden waren; sie sollten neue Wurzelstöcke der Vitis vinifera pflanzen, zum einen als Experiment, um besseren Wein zu erhalten, gleichzeitig aber auch als Statussymbol.

Chile ist es dank seiner geographischen Isolierung durch die Atacama-Wüsten, die Anden und den Pazifischen Ozean, die natürliche Barrieren gegen die Plage bilden, gelungen, reblausfrei zu bleiben.

Weinland Chile heute

Die Weißweinrevolution hat erst vor mehreren Jahren stattgefunden, als man kühle Klimaverhältnisse wie die von Casablanca entdeckte und begann, minutiöse Weinbereitungstechniken anzuwenden. Die Resultate bei den kräftigen, tropisch-alkoholreichen Chardonnays - mit grüneren Aromen und festerer Säure, wenn sie aus Casablanca stammen -waren besser als beim Sauvignon Blanc.

Bekannteste Anbaugebiete

Die Weinbaugebiete Chiles werden häufig in eine bewässerte Zone, deren Flüsse traditionell zur Einteilung der chilenischen Weine in Regionen dienen, und eine nicht bewässerte Zone unterteilt. Zur letzteren gehören Bereiche westlich des Küstengebirges und in den feuchteren Regionen Chillán und Bío-Bío; ihre Produkte aus Rebflächen, die geringeren Ertrag bringen, widerlegen die Ansicht, dass die chilenische Qualitätsweinregion bei Talca endet.

Beliebteste Rebsorten und bekannteste Weine in Chile

In ihrer besten Form sind die chilenischen Weine voller heiterer, junger Frucht, die förmlich aus der Flasche sprudelt; im schlimmsten Fall sind es dünnflüssige, verwässerte Exemplare aus Trauben wie Pais und Sauvignonasse, die sich häufig als die edlere Sauvignon Blanc ausgibt.

Pais, immer die meistangebaute Rebsorte in Chile, findet heute kaum mehr ihren Weg in Exportweine, während die klassischeren internationalen Rebsorten an Boden gewinnen. Der Cabernet Sauvignon aus dem Maipo-Tal begründete im 19. Jahrhundert den Ruf des Landes, doch die Sorten, die heute bei den Rotweinen für Aufregung sorgen, sind Merlot mit einem Aroma von Paprika und weicher Schwarzkirschfrucht, der hocharomatische Pinot mit seinem Aroma von roten Beeren und Gewürzen und ein Malbec, der weicher und weniger massiv ist als sein argentinisches Gegenstück.


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