Der Granatapfel in aller Munde

Kaum jemand kennt die Vielseitigkeit dieser tollen Frucht. Viele stehen auch vor dem Rätsel: Was kann ich davon essen und wie komme ich an das köstliche Fruchtfleisch, und was kann ich damit machen?

GranatapfelGranatäpfel haben einen hohen Anteil an bioaktiven Inhaltsstoffen. (Foto by: © Nitr / fotolia.com)

Jetzt wird er wieder frisch geerntet – der leuchtende Granatapfel. Die einzige Gemeinsamkeit mit unserem Apfel ist die Form. Er wächst an bis zu 5 m hohen Bäumen (Punica granatum), die auch als Sträucher kultiviert werden. Die Blätter zeigen sich glänzend und ca. 10 cm lang. Seine Heimat ist West- bis Mittelasien. Heute wird er auch in Mitteleuropa angebaut.

Bei uns kann man ihn als Kübelpflanze erwerben. Die Pflanze muss gegen Frost geschützt werden und kann bei 5 Grad den Winter überstehen. In der Wurzel und in der Rinde enthält er Alkaloide und ist daher stark giftig. Keine Angst - das Fruchtfleisch ist ungiftig.

Herkunft der Frucht

Die Stadt Granada hat seinen Namen angeblichen diesen Früchten zu verdanken. Der spanische Name für Granatapfel ist „la granada“. Noch heute werden die kleinen Bäume um die spanische Stadt Granada herum angebaut. Aus leuchtend roten Blüten wächst später die Frucht.

Zwischen September und Dezember wird der Granatapfel reif, dann hat sich bereits die Schale von grün nach orangerot verfärbt und passt so bestens zu den Farben unseres Herbstzaubers. So kann er auch hervorragend dazu verwendet werden, farbenprächtigen Herbstdekorationen und schön angerichteten Tellern den letzten „Pfiff“ zu geben. Dazu schneidet man sie am besten sternförmig auf - doch Vorsicht: Der Saft kann böse Flecken verursachen.

Damit werden im Orient sogar Teppiche und in Indien Wolle gefärbt! Auch auf den bunten Herbststeller oder die mit Mais, Zierkürbissen und Kastanien gefüllten Schüsseln und Körbe kann der Granatapfel als Farbtupfer wirken. Schon in der Bibel wird der Granatapfel im Zusammenhang mit dem Schmücken der Säulen vor dem Salomonischen Tempel erwähnt.

Gut und Gesund

GranatapfelkerneDie Kerne des Granatapfels enthalten Öle aus ungesättigten Fettsäuren und sind sehr gesund.

Granatäpfel haben einen hohen Anteil an bioaktiven Inhaltsstoffen. Sie enthalten größere Mengen Flavonoide und vor allem Ellagitannine , sowie Polyphenole mit wichtigen Funktionen für die Zellregulation. Diese antioxidativen Schutzstoffe sollen gegen Arteriosklerose, Demenz/Alzheimer, chronische Entzündungen und Herz/Kreislauferkrankungen helfen.

Außerdem enhält dieser gesunde Leckerbissen eine Menge weiterer für unsere Ernährung wichtige Inhaltsstoffe, unter anderem Kalium, Kalzium, Vitamin C und Eisen. Inzwischen wird der Granatapfel auch als Gesundheitsprodukt und Anti-Aging-Frucht vermarktet. Die antioxidative Wirkung ist um einiges mehr als bei Traubensaft, Blaubeersaft, grünem Tee oder Rotwein und wird somit sogar als „Faltenstopp“ angepriesen. So sind Saft, Gummibärchen, Elixier und Kapseln bereits vielfach im Handel erhältlich.

Ran an die Kerne

Auch die Kerne sind wertvoll. Sie enthalten Öl aus ungesättigten Fettsäuren. Aus 500kg Granatäpfeln gewinnt man ca. 1 kg Öl. Dieses wird auch zur Herstellung von Cremes für die Hautpflege verwendet und ist nur im Fachhandel erhältlich.

Da die Früchte nicht nachreifen, empfehlen wir Ihnen, nur wirklich reife Früchte zu kaufen. Die Reife der Granatäpfel erkennt man an der dann etwas ledrigen Schale. Dieser verdankt er auch, dass er wochenlang ohne Qualitätsverlust aufbewahrt werden kann. Und dann probieren Sie es aus: Soßen zu Eis oder Nachspeisen, Marmelade, Torten, Gelees, Wildbraten und Geflügelgerichte uvm. lässt sich mit dem Granatapfel herstellen und verfeinern.

Lagerung: bei Zimmertemperatur hält sich der Granatapfel etwa 2-3 Wochen frisch. Im Kühlschranks bzw. im Gemüsefach oder in einem kühlen Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit, hält er sich 3-4 Monate.

Unser Video zeigt wie man einen Granatapfel richtig aufschneidet:

Granatapfel in der Küche

Die apfelähnliche Frucht ist ein Grenzfall. Eigentlich eine Beere, beherbergt sie ca. 400 – 600 Kerne, eingebettet in eine fleischige, glänzende Masse. Diese ist leicht mit einem Löffel herauszuheben. Die ungenießbaren Trennkammern sind stark gerbsäurehaltig und deshalb sehr bitter.

Das blassrote, glänzende Fruchtfleisch kann sofort roh gegessen werden, ist aber auch für Soßen eine delikate Zutat. Das Granatapfelfruchtfleisch und auch die Kerne passen wunderbar zu Wild- und Geflügelgerichten und ist ein gleichwertiger, exotischer Ersatz für die bekannteren Preiselbeeren. Dazu einfach die ausgelösten Kerne kurz vor dem Servieren in die fertige Soße geben. Auch im Fruchtsalat entfaltet sich der süß-säuerliche Geschmack hervorragend und gibt dem aufgeschnittenen Obst eine feine Note und der Nachspeise eine leuchtende Optik.

Oder geben Sie doch mal zu einem gebackenen Käse einen Klacks Granatapfelmus – ein Gedicht! Wenn Sie den Granatapfel wie eine Zitrone auspressen und die Kerne auffangen, können Sie den Saft mit Mineralwasser oder Sekt angießen und als kühle Erfrischung trinken. Der Grenadinesirup, der dem „Tequila-Sunrise“ seine Farbe und den fruchtigen Geschmack verleiht, wurde einst ausschließlich auf Grenada, der Insel in der Karibik, aus diesen vielseitigen Früchten hergestellt.


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