Die Eiweißdiät - Schlank ohne Hungergefühl

Effektiv abnehmen, ohne dabei zu hungern? Eine proteinreiche Ernährung unter strengem Ausschluss von Kohlenhydraten im Ernährungsplan sättigt nicht nur Leib und Seele, sondern reduziert ebenfalls in einem absehbaren Zeitrahmen überschüssige Pfunde. Die Eiweißdiät ist ein echter Tipp für alle, die große Probleme haben, sich an einen komplizierten Ernährungsplan zu halten. Störfaktoren wie die übermächtige Sehnsucht nach dickmachenden Zwischenhäppchen oder unbekömmliche Speisevorschriften fallen komplett weg.

Proteine sind die Grundbausteine des Körpers

Anders als Kohlenhydrate, die als reiner Brennstoff für die Zellaktivität dienen, erfüllt das Eiweiß eine viel komplexere Aufgabenstellung. Egal, ob Nährstofftransport, Stoffwechsel durch Enzyme oder der Aufbau von neuem Bindegewebe: Nur mit Hilfe der organischen Verbindungen laufen körperliche Arbeitsprozesse korrekt und effizient ab. Dabei kann in Notzeiten eingelagertes Eiweiß, das vom Körper nicht selbst produziert werden kann, vom Muskelgewebe auch als Energielieferant dienen. Ein klassisches Symptom einer überstürzten, schlecht geplanten Diät führt zu einen starken Verlust an Muskelmasse. Anstatt den ungeliebten Speckpolstern endlich Hausverbot zu erteilen, greift der menschliche Organismus auf seine Proteinreserven zurück. Es stellt sich zwar eine Gewichtsreduktion ein, aber diese geschieht nicht auf die Art und Weise, wie ursprünglich erhofft. Besonders bei Sportlern mit leichtem Übergewicht führt der Abbau von Muskelmasse schnell zu Problemen.

Große Mengen an Kohlenhydraten sind tabu

Nur unter Verzicht von Kohlenhydraten zugunsten fleischhaltiger Ernährung stellt sich der angestrebte Erfolg ein. Aber auch Gemüse, Eier und Milcherzeugnisse wie Käse oder Joghurt dienen als zuverlässige Quellen von Protein. Leckere und magere Kandidaten wie Putenbrust oder fettreduzierte Alternativen landen von nun ab auf dem Teller. Fetthaltige Wurst gehört zwar nicht vollständig verboten, sollte aber für den Verzehr aufgrund zu hoher Cholesterinanteile nur in Maßen in Betracht gezogen werden.

Kein Platz auf der Essensliste erhalten jedoch Kohlenhydrate in jeder Form von Lebensmitteln, die Zucker als dominierenden Hauptbestandteil beinhalten. Nudel- und Reisprodukte, Mehl oder Kartoffeln - alles gehört in den sonst üblichen Mengen bei einer erfolgreichen Eiweißdiät gestrichen. Von echten Zuckerbomben wie Limonaden und Süßigkeiten, die ohnehin nicht als gesundheitsfördernd gelten, sollte gänzlich abgesehen werden. Wem eine Radikalkur in dieser Hinsicht nicht zusagt, darf kleinste Mengen von Polysachariden (Mehrfachzuckern) dem Ernährungsplan hinzufügen. Anders als einfache Zucker geht dieser nicht schnell in die Blutbahn über und bringt den Fettabbau nicht sofort ins Wanken. Der Glykämische Index bietet hier einen guten Orientierungspunkt, denn er gibt genau Auskunft über den Anstieg des Blutzuckerspiegels durch den Konsum des ausgezeichneten Nahrungsmittels. Wie läuft nun eine solche Diät ab? Der emotionale Druck nicht zu versagen stellt bei vielen Diäten ein relevantes Problem dar. Hilfreich in vielen Fällen ist eine ausreichende Disziplin, die während des Vorhabens aber auch eine bewusste Lockerung der Zügel erlaubt.

Gemeinsam mit Eiweiß durch den Tag

Müsli zum Frühstück bei einer EiweißdiätDiese Diät erfordert keine speziellen Vorbereitungen und kann spontan durchgeführt werden. (Foto by: Nitrub / Depositphotos.com)

Eine strikte Vorschrift, was zu welcher Zeit eingenommen werden muss, ist nicht vonnöten. Dank des hohen Sättigungswertes von Proteinen stimmt sich der Magen durch die zugeführten Mahlzeiten schnell wohlgesonnen ein. Hartgesottene Diätsportler nehmen bereits zum Frühstück ausschließlich proteinreiche Kost zu sich, was jedoch schnell zu einer dauerhaften Übermüdung führen kann. Ein niedriger Kohlenhydratspeicher bleibt zwar Grundvoraussetzung für positive Resultate, aber zum Frühstück erleichtern normales Vollkornbrot, Brötchen mit Aufstrich oder Müsli den Einstieg in den Tag mit einem angemessenen Energieschub an Zucker. Für den Start in den Tag eigenen sich aber ebenso nach eigenem Ermessen Eier mit Speck oder beispielsweise ein köstlicher Topfen.

Im restlichen Tagesverlauf übernimmt dann das Eiweiß vor den Kohlenhydraten die Führungsrolle. Ein gesundes Omelett mit Champignons, Spinat oder andere Gemüsesorten mit frischen Eiern, geräucherter Lachs, saftige Schnitzel und zum Abschluss ein grüner Salat mit geschnittenen Schinkenstreifen tilgen zur Mittagszeit jedes noch so große Hungergefühl. Nüsse in geringen Mengen dienen als leckere Knabberei für zwischendurch.

Als Alternative bietet sich beispielsweise ein Eiweißshake mit geschnittenen Paprikastückchen an. Aber auch Abends empfiehlt sich je nach Laune zum genussvollen Ausklang des Tages etwas Schmackhaftes - eine proteinhaltige Gemüsepfanne oder einfaches Hähnchen mit überbackenem Käse wissen zu gefallen. Einzig und allein der Fokus auf geringen Zuckeranteil auf dem Teller setzt der Fantasie bei Auswahl und Zubereitung Grenzen. Die Dauer der Diät richtet sich dabei nach persönlichen Zielsetzungen. Vier Wochen sind ein jedoch ein sinnvoller Zeitrahmen, um spürbare Ergebnisse zu erzielen.

Kein dauerhafter Ersatz für ausgewogene Ernährung

Ziel der Diät ist der Abbau von Fett anstelle von Muskelmasse durch den Mangel an Kohlenhydraten. Durch den reduzierten Kalorienanteil und längeren Verdauungsvorgang fehlt eine immense, psychologische Hürde, das Hungergefühl. Ein knurrender Magen als ständiger Reisegefährte entfällt vollkommen. Auch stellt der gefürchteten Jo-Jo-Effekt durch Heißhungerattacken ein nur kleines Risiko dar. Diese Diät erfordert keine speziellen Vorbereitungen und Eingewöhnungsphasen und kann bei gesunder, körperlicher Verfassung ganz spontan angegangen werden.

Dennoch gibt es auch Nachteile: Vegetarier müssen größere Anstrengungen unternehmen, einen proteinhaltigen sowie abwechslungsreichen Ernährungsplan ohne Kohlenhydrate aufzubauen. Zu fettiges Fleisch schleust zu viel Cholesterin in den Blutkreislauf ein, was das Herzinfarktrisiko erhöht. Als weiterer Nebeneffekt der Nahrungsmittelzufuhr mit hohem Zellenanteil zeigt sich eine stärkere Konzentration von Purin im menschlichen Körper.

Die Niere muss hier für den Reinigungsprozess Höchstleistungen vollbringen. Mangelerscheinungen treten zudem bei langfristiger Anwendung der Diät ohne den Verzehr von gesunden Zuckerträgern wie süßes Obst auf. Daher ist es immer ratsam, gelegentlich einen kleinen Freiraum im Zeitplan zu öffnen, um einer drohenden Unterversorgung entgegenzutreten, ohne dabei das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren.


Bewertung: Ø 4,0 (1 Stimme)

User Kommentare