Die gepflanzte Rebe

Was gibt es schöneres als einer Rebe beim Wachsen zuzusehen? Aber man muss sich dabei auch ein wenig in Geduld üben, denn das Vernaschen der Trauben erfolgt erst viel später.

junge WeinrebeEine Weinrebe im eigenen Garten trägt erst im 4. Jahr die ersten Trauben. (Foto by: © Romolo Tavani / fotolia.com)

Allgemein wird heute das Pflanzmaterial in speziellen Rebschulen angezogen und von den Baumschulen und Märkten angeboten. Es sollte sich um getopfte eintriebige, möglichst kräftige Ware handeln, die schon eine Länge von 40 bis 60 cm hat.

Reben brauchen einen sonnigen Platz und ein etwas windgeschützter Standort wären von Vorteil. Das Gerüst für die Reben muss nicht vor der Pflanzung erstellt werden. Gepflanzt wird 10 bis 20 cm von der Hauswand entfernt. Es kann sinnvoller sein, erst einmal abzuwarten, wie das Wachstum sich auf einem ihrer gewählten Standorte entwickelt. Bis dahin können die Triebe provisorisch an die Hauswand angeheftet werden - hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten österreichischen Rebsorten.

Perfekter Boden

Die Pflanzengrube sollte einen Durchmesser von 100 x 100 x 100 cm haben. Diese Grösse ist sehr wichtig für die Gesundheit und den späteren Ertrag. Weiters sollte der Aushub gemischt werden mit Kompost, Holzasche und Steinmehl, ggf. auch etwas Sand. Natürlich fördert eine gute Gartenerde das Wachstum.

Übermässige Düngung führt zu weichen Trieben, Anfälligkeit und vermindert den Ertrag. In das Pflanzloch, Feinerde auflegen, die Rebe ins Pflanzloch setzen. Pflanzerde einfüllen, sorgfältig antreten, Gießring ausbilden und mit 5-8 Liter Wasser angießen. Die Pflanze mehrmals kräftig und immer wieder neu mit Laub, Grasschnitt bzw. Gartenkompost düngen. Aber Vorsicht, die Wurzeln verbrennen leicht, deshalb zurückhaltend düngen und wenn möglich, keinen Rindenmulch verwenden, den am Besten ist eine begrenzte Zugabe von gut vererdetem Gartenkompost zur Pflanzerde.

Die "Wurzelstange" der Reben an einen Pfahl anbinden. Den kräftigen Haupttrieb ebenfalls anbinden, und eventuell weitere, sprossende Triebe ausbrechen und entfernen. Etwa alle 3-4 Wochen eine begrenzte Menge Wasser geben, vor allem in Trockenzeiten. Kein ständiges Einschwemmen und die Mulchdecke regelmäßig erneuern. Die Rebe kann man im Herbst und Winter, gegen Fröste durch Vlies oder Erdanschüttung schützen.

Die Bepflanzung

junge WeinblätterMit viel Geduld und einem sonnigen Plätzchen zu eigenen Trauben. (Foto by: © lidomo / fotolia.com)

In das Pflanzloch, Feinerde auflegen, die Rebe ins Pflanzloch setzen. Pflanzerde einfüllen, sorgfältig antreten, Gießring ausbilden und mit 5-8 Liter Wasser angießen. Die Pflanze mehrmals kräftig und immer wieder neu mit Laub, Grasschnitt bzw. Gartenkompost düngen. Aber Vorsicht, die Wurzeln verbrennen leicht, deshalb zurückhaltend düngen und wenn möglich, keinen Rindenmulch verwenden, den am Besten ist eine begrenzte Zugabe von gut vererdetem Gartenkompost zur Pflanzerde.

Die "Wurzelstange" der Reben an einen Pfahl anbinden. Den kräftigen Haupttrieb ebenfalls anbinden, und eventuell weitere, sprossende Triebe ausbrechen und entfernen. Etwa alle 3-4 Wochen eine begrenzte Menge Wasser geben, vor allem in Trockenzeiten. Kein ständiges Einschwemmen und die Mulchdecke regelmäßig erneuern. Die Rebe kann man im Herbst und Winter, gegen Fröste durch Vlies oder Erdanschüttung schützen.

Das 2. und 3. Rebenjahr

Wenige Tage oder Wochen nach dem Einpflanzen zeigt sich der Austrieb am Pfropfkopf wurzelnackter Reben. Jetzt sollte bald, wenn nicht längst geschehen, ein Pflanzpfahl gesetzt werden. Schon im Jahr der Pflanzung kann der Triebzuwachs 2 bis 3 Meter betragen. Eine abwärts gekrümmte Triebspitze bei Reben zeigt an, dass sehr kräftiges Wachstum stattfindet. Im Pflanzjahr die Haupttriebspitze immer wieder anbinden und in 8 Spitzen abschneiden, damit das Holz gut ausreift.

Die Blüten entfernen, damit die Pflanze nicht unnötig geschwächt wird. Die aus den Blattachseln kommenden Triebe (Geiztriebe) sofort entfernen. Bei Nebentriebe bis auf eine Knospe zurückschneiden. Im Herbst sollte der Haupttrieb etwa Bleistiftstärke haben. Wenn nicht, wird er im Winter zurück geschnitten bis auf 1-2 Augen.

das 2. Jahr: Im zweiten Jahr den Haupttrieb auf 90 cm, im Winter kürzen und die Nebentriebe auf ein Auge zurückschneiden.

das 3. Jahr: Im dritten Jahr den Haupttrieb auf 180 cm kürzen, die Seitentriebe auf ein Auge zurückschneiden. Die Blüten müssen weiterhin abgeschnitten werden. Der nach oben gerichtete Stammtrieb wird immer höher und immer wieder neu abgeschnitten, damit er Nebentriebe entwickelt, die an waagerechten Drähten rechts und links entlang gezogen werden. Im vierten Jahr kann man mit einer ersten Ernte rechnen.

Beachtenswertes

Eigene RebeDer Winterschnitt der Rebe erfolgt im Spätwinter. (Foto by: © ellepistock / fotolia.com)

Einige wichtige Dinge und Tipps sollte man beim Anpflanzen seiner eigenen Reben aber doch beachten:

  • Nicht alle Reben sind veredelt, die im Handel angeboten werden, Sie sollten bei Ihrem Einkauf aber unbedingt darauf achten, damit es keine böse Überraschung gibt mit der Reblaus.
  • In Weinbaugebieten dürfen nur reblausresistente Pflanzen gesetzt werden.
  • Die Rebe ist ein Selbstfruchter, d.h. sie benötigt zum Fruchtansatz keine Partnerpflanze, Sie können deshalb die Anzahl der Reben und Pflanzfolge der Sorten selbst bestimmen.
  • Eine neu gepflanzte Rebe trägt in den ersten drei Jahren keine weinbringende Frucht.
  • Die Edel- oder Europäerreben sind anfällig gegenüber Echtem und Falschem Mehltau. Robuster sind die sogenannten Hybridreben. Sie sind nicht anfällig gegenüber Pilzkrankheiten und erfordern in der Regel keine Pflanzenschutzmassnahmen.
  • So weit es geht auf Dünger ganz verzichten, da in unseren gut versorgten Gartenböden eine Düngung in der Regel nicht notwendig ist. Zu starke Düngung fördert zudem die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Frost.
  • Der Winterschnitt erfolgt im Spätwinter da ist der Haupterziehungsschnitt erforderlich.
  • Ein Rebstock kann sehr alt werden. Im konventionellen Weinbau lässt die Rebe nach ca. 20-25 Jahren mit dem Wachsen nach. Am Haus und im Garten kann dieses Alter aber bei weitem überboten werden!

Glossar

  • Rebe -  Die Wildform unserer Kulturrebe, die vitis vinivera var. silvestris, überlebte die Eiszeit und war in Europa rund ums Mittelmeer verbreitet. Die Kulturrebe (vinis vinefera var. sativa) wird vegetativ vermehrt, d.h. durch Stecklinge. In den letzten zwei Jahrhunderten fanden zahlreiche neue Rebsorten Verbreitung, dadurch kamen jedoch die Pilzkrankheiten (Echter und Falscher Mehltau) und nicht zuletzt ca. 1860 die Reblaus, die einen Grossteil der Reben in Europa zerstörte. Diese konnte dadurch besiegt werden, indem reblausresistente Reben aus Amerika aufgepfropft wurden (Veredelung).
  • Reblaus - Eine Pflanzenlaus und der wohl gefährlichste Feind der europäischen Vinifera-Reben. Dieses Insekt wurde 1860 nach Europa eingeschleppt, wo es zunächst in Frankreich und dann in allen übrigen europäischen Weinbauländern Millionen Hektar Rebbestand vernichtete, da die von ihr befallenen Vinifera-Reben keine Resistenz ihr gegenüber besaßen und verendeten. Es wurden rechtzeitige Gegenmaßnahmen ergriffen und damit das Ende des Weinbaus in Europa verhindert. Amerikanische Propfreben wurden auf die Europäischen Reben gepfropft. Seit dieser Zeit ist der europäische Rebbau praktisch ein Pfropfrebenbau.
  • Rebschnitt - Der Rebschnitt erfolgt im Winter oder im zeitigen Frühjahr von Hand. Es wird die Wachstumskraft des Rebstocks, sein Alter und seine Gesundheit mitbestimmt und der richtige Ausgleich von Güte und Menge vorgegeben. Es wird das Rebengeflecht des Vorjahres ausgeputzt, nur eine bis zwei der kräftigsten Tragreben bleiben stehen.
  • Rebsorte - Die Rebsorte ist einer der Faktoren, die Qualität und Geschmack eines Weines beeinflussen. Auf dem Etikett darf die Rebsorte angegeben werden, vorgeschrieben ist dies aber nicht.
  • Rebwurzeln - Die Rebwurzeln verankert die Rebe im Boden, sie ermöglicht die Nährstoff- und Wasseraufnahme. Erstaunlich ist das Tiefenwachstum der Fußwurzeln, das bis zu 10 m betragen kann. Oberflächennah können sich die Seitenwurzeln bis zu 5 m Fläche ausdehnen.
  • Reduktiv - Weitgehend unter Sauerstoffabschluß erzeugter Wein. Ist ein Verfahren, um spritzige, duft- und fruchtbetonte Weißweine zu erhalten. Das Gegenteil dazu wäre oxydativ.

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