E-Nummern in Lebensmitteln

E 322, E 327, E400 – jeder kennt die seltsamen Nummerierungen, die bei der Inhaltsstoffangabe hervorstechen. Ob natürlich oder chemisch - wie gefährlich sind diese Stoffe wirklich?

Lebensmittel InhaltsstoffEine E-Nummer ist ein Code für die Identifizierung gewisser Lebensmittel. (Foto by: © Robert Kneschke / fotolia.com)

Wer sich schon einmal die Inhaltsstoffe der gekauften Nahrungsmitteln angesehen hat, der wird schnell feststellen, dass sich meistens viele geheimnisvolle E-Nummern darin befinden. Diese E-Nummern entsprechen einem genormten Code, der die Identifizierung gewisser Inhaltsstoffe ermöglicht.

Wissenswertes

E-Nummer geben Auskunft über verwendete Antioxidantien, Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Emulgatoren, Säuerungsmittel, Verdickungs- und Geliermittel und weitere Zusatzstoffe, ohne die es manchmal gar nicht möglich wäre, Lebensmittel in der Form zu verkaufen, in der wir sie kennen. Besonders interessant in diesem Bereich sind wohl die Emulgatoren. Denn sie sind es, die gewissermaßen, „die perfekte Mischung“ ausmachen.

Emulgatoren

Emulgatoren verbinden Stoffe miteinander, die normalerweise nicht miteinander mischbar sind. Jeder weiß, dass man ölige Hände nicht mit Wasser abwaschen kann. Aber mit Seife funktioniert das plötzlich ohne Probleme. Seife ist nämlich auch ein Emulgator, der wohl bekannteste im Haushalt. Weniger bekannt sind Emulgatoren, mit denen sich auch im Bezug auf Nahrungsmittel Wasser und Öl mischen lassen.

Sie dürfen, mit einigen wenigen Ausnahmen, in allen Lebensmitteln eingesetzt werden. Da fragt man sich natürlich, welche Eigenschaften Emulgatoren haben und wie sie auf unseren Körper wirken. In dieser Hinsicht kann man Kritiker von Zusatzstoffen schon mal beruhigen. Der am häufigsten verwendete Emulgator ist das Lezithin (E 322), eine Substanz, die auch im Eigelb vorkommt.

Lezithin gilt als gesundheitlich unbedenklich, genauso wie Emulgatoren, die aus Fettsäuren aufgebaut werden. Nur wenige Emulgatoren stehen in Verdacht, Hyperaktivität zu verursachen. Dazu zählen unter anderem die Nummern E 338 – E 341, die größtenteils synthetisch hergestellt werden.

Wo findet man Emulgatoren?

MargarineOhne Emulgatoren gäbe es zB keine Margarine, Eis oder Mayonnaise. (Foto by: © tashka2000 / fotolia.com)

Die hilfreichen Emulgatoren werden mit den E-Nummern 322 – 375 bezeichnet. Viele davon sind natürliche Stoffe, wie zum Beispiel das Lecithin oder die Citronensäure, oder chemisch entwickelte, naturidente Stoffe, das heißt Stoffe, deren Struktur den natürlichen „Vorbildern“ gleicht.

Das wohl bekannteste Beispiel für Emulgatoren liegt in der Herstellung von Brot. Dort vergrößern sie das Volumen, verbessern den Geschmack und erhöhen die Haltbarkeit. Auch Schokolade bleibt von Emulgatoren nicht verschont. E 442 (Amoniumphosphatide) und E 322 (Lecithin) verfeinern die Struktur und Konsistenz von Schokolade, damit beispielsweise Schokoladeplättchen hergestellt werden können.

Auch Margarine verdankt seine Konsistenz und leichte Streichfähigkeit Emulgatoren. Ohne Emulgatoren würde die Wurstabteilung ziemlich blass aussehen. Fett, Wasser und Proteine bilden stabile Emulsionen.

Gluten - besondere Form der Emulgatoren

Gluten bestehen aus Lipiden, Kohlehydraten und Proteinen und bilden eine elastische Masse, die häufig in Backwaren verarbeitet wird. Sie werden auch gerne als Emulgatoren zur Stabilisierung von Aromastoffen verwendet, weshalb nicht immer ersichtlich ist, ob ein Lebensmittel glutenfrei ist oder nicht.

Wird Wasser beigemengt, dann bildet sich so genanntes „Klebereiweiß“, das für das Teiggerüst in Backwaren nahezu unumgänglich ist. Gluten sind vor allem in Gerste, Dinkel, Hafer, Weizen, Roggen und Emmer enthalten.

Glutenfrei gelten hingegen unter anderem Soja, Hülsenfrüchte, Naturkäse oder Gemüse und Obst. Für gesunde Menschen sind Gluten nicht bedenklich, allerdings gibt es Erberkrankungen, die einen Verzehr von Gluten nicht möglich machen.

Gesundheitliche Risiken

DinkelkörnerViele Emulgatoren enthalten Gluten, was das Lebensmitteletikett nicht verrät. (Foto by: © schiros / fotolia.com)

Gluten bezeichnen Weizenbestandteile, die bei manchen Menschen gesundheitliche Beschwerden auslösen können. Ein typisches Anzeichen für Glutenunverträglichkeit ist der Auftritt von Zöliakie. Diese Krankheit äußert sich in Appetitlosigkeit, chronischem Durchfall, Blähungen und Übelkeit.

Bei häufigem Auftreten dieser Symptome sollte unbedingt ein ärztlicher Test durchgeführt werden. Außerdem vermuten Wissenschaftler, dass Gluten eventuell zur Entwicklung von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) führen.

Gluten und E-Nummern

Generell besteht die Annahme, dass sämtliche E-Nummern Zusatzstoffe bezeichnen, die glutenfrei sind. Dennoch gibt es einige wenige E-Nummern die auf Weizenbestandteilen basieren. Dies muss von den Herstellern nicht extra angeführt werden. Deshalb ist es immer besser, sich im Vorfeld darüber zu informieren. Im Normalfall werden glutenfreie Lebensmittel mit einem Ettiket versehen, auf dem man ein durchgestrichenes Haferkorn erkennt.

Farbstoffe und Konservierungsmittel

Schon seit jeher beschäftigt sich der Mensch mit der Herstellung von Farbe. Angefangen bei Höhlenmalereien, wo man versuchte, bestimmten Szenarien Ausdruck zu verleihen, bis hin zur Entdeckung der Purpurschnecke als wichtiger Farbstofflieferant durch die Phönizier – Farben verschönern das Leben und diesen Ansatz findet man auch in der Nahrung wieder. In Lebensmitteln finden sich aber nicht nur natürliche oder naturidente Farbstoffe, sondern auch synthetisch hergestellte, die gewisse Probleme verursachen können.

Chemische Farbstoffe als Risikofaktor

Chemische FarbstoffeDurch chemische Farbstoffe leuchten Lebensmittel in bunten Farben. (Foto by: © Schlierner / fotolia.com)

Natürlich steckt hinter der Verwendung von Farbstoffen hauptsächlich eine gute Verkaufsstrategie. Wer kauft schon farblose Süßigkeiten, glanzloses Eis oder fade Limonaden. Je mehr Farbstoffe enthalten sind, desto freundlicher strahlen die Lebensmittel und desto schneller werden sie verkauft.

Gerade synthetisch hergestellte Farbstoffe gelten als Verursacher diverser körperlicher Beschwerden. In erster Linie weiß man, dass verschiedene Farbstoffe als Allergieauslöser fungieren können, zum Beispiel die E-Nummern E 122, E 123, E 124, E 127, E 128, E 129, E 151. E 161g (Canthaxanthin) steht sogar im Verdacht, Leberschäden zu verursachen, während Aluminium (E 173) Alzheimerpatienten dringendst vermeiden sollten.

Gewisse Farbstoffe, die in der Kosmetik verwendet werden, seien, laut US-Forscher, unter bestimmten Voraussetzungen sogar krebserregend. Im Gegensatz zu den vielen, synthetisch hergestellten Farbstoffen, gibt es aber auch natürliche Stoffe, beispielsweise aus Spinat und Karotten, die Grün- bzw. Orangefärbungen ganz ohne Risiko bewirken.

Einige Vitamine, wie zum Beispiel das B-Vitamin, kommen ohnehin von Natur aus in Lebensmitteln vor, weshalb eine zusätzliche Färbung nicht notwendig ist. Im Bezug auf Farbstoffe also immer einen kurzen Blick auf das Inhaltsstoffverzeichnis werfen.

Länger haltbar, Dank Konservierungsmittel

Konservierungsmittel werden eingesetzt, um Lebensmittel länger haltbar zu machen. Sorbinsäure, Kalium- und Calciumsorbat gelten als unbedenklich (also die E-Nummern 200-203). Sie kommen auch in den meisten Lebensmitteln vor. Chemisch behandelte Schalen von Obst sollten nach Möglichkeit nicht gegessen werden, bzw. vorher sehr gut abgewaschen werden.

Einige Konservierungsmittel können gerade bei Kindern Allergien auslösen, weshalb man für die Kleinen möglichst Lebensmittel ohne Konservierungsstoffe kaufen sollte. Auch rohe Wurstwaren enthalten Konservierungsmittel, weshalb Kinder so gut wie möglich darauf verzichten sollten.

Das gefährlichste Konservierungsmittel, nämlich die Ameisensäure, wurde bereits verboten. Sie trägt keine E-Nummer mehr. Beim nächsten Einkauf sollte man also einen etwas genaueren Blick auf die E-Nummern in der Inhaltsstoffliste werfen. Vielleicht ist ja die eine oder andere dabei, die man vermeiden sollte. Wie bereits erwähnt wurde, sind nicht alle E-Nummern schlecht, vor allem natürliche Zusatzstoffe können ohne Bedenken konsumiert werden. Und vielleicht verzichtet man einmal auf den farblich perfekten Salat im Supermarkt, sondern greift auf ein unscheinbareres Exemplar zurück.


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