Eine kritische Betrachtung von Milchprodukten

27.08.2014 von | 0 Kommentare

Bei der Paleo-Ernährung geht es bekanntlich darum nur zu essen, was es auch schon in der Steinzeit gegeben hat. Warum sollte man also keine Milch trinken?

Milchprodukte kritisch betrachtetMilch hat zwar einen hohen Anteil an Calcium, aber auch Gemüse. (Foto by: © PhotoSG / fotolia.com)

Auf diese Frage gibt es viele mögliche Antworten. Die wichtigsten für mich möchte ich hier gerne mit euch teilen. Zunächst muss festgestellt werden, dass der Mensch das einzige „Tier“ ist, welches im Erwachsenenalter Milch trink – vor allem wenn man bedenkt, dass es die Milch von einer andere Art ist. Milch trinken ist somit ganz und gar nicht natürlich. Auch hat man bei uns nicht schon immer Milch getrunken – Erst seit etwa 7.000 Jahren verträgt der Europäer Milch im Erwachsenenalter. Laktase, die zum Verwerten des Milchzuckers nötig ist wurde bis dahin nur in der Kindheit produziert (wie es heute noch in Asiatischen Regionen der Fall ist).

Nun aber zurück in die Gegenwart. Eine Milchkuh gab vor etwa 100 Jahren 3 bis maximal 5 Liter Milch am Tag. Heute sind wir bei etwa 50 Litern! Das funktioniert nur mit Kraftfutter (Mais, großteils genetisch verändert. Angebaut in ehemaligen Regenwaldgebieten) und Antibiotika, welche Entzündungen im Kuheuter vorbeugen sollen. Durch diese enorme Belastung gilt es in der Regel Milchkühe nach 4-5 Jahren zu schlachten. Somit tragen wir mit dem Milchkonsum nicht nur dazu bei, dass Regenwälder gerodet werden, sondern nehmen unbewusst täglich Medikamente zu uns, die uns erwiesener Maßen auf Dauer resistent machen, was im Krankheitsfall zu massiven Problemen führen kann.

„Aber die Milch ist doch so unfassbar wichtig für unsere Knochen."

Nein. Es stimmt zwar, dass Milch einen Hohen Anteil an Calcium hat, was für die menschliche Knochendichte wichtig ist. Aber wieviel Milch trinkt denn die Kuh? Sie produziert diese Mengen von Calcium, ohne selbst Milch zu trinken? Ja, nämlich durch eine „gesunde“ Ernährung über Gräser und Gemüse. Die gleiche Möglichkeit hat also auch der Mensch.

In einer äußerst interessanten Reportage berichtet der Schweizer Rundfunk außerdem, dass Milch zu den wichtigsten Allergenen gehört und der Konsum von zu vielen Milchprodukten sogar mit gewissen Krebsarten in Verbindung gebracht wird.

Abschließend ein Schwenk in die Küche: Was können wir anstelle von Kuhmilch verwenden? Ich bediene mich meist der Kokosmilch, welche durch den hohen Anteil an Kokosfett sehr gesund und nahrhaft ist. Natürlich gibt es aber auch Gerichte, bei denen der Kokos-Geschmack störend wäre. In diesen Fällen mache ich mir meine eigene Mandelmilch (mit etwas Honig gesüßt) oder verwende ab und zu Schafsmilch vom Biobauern.

Autor: Mag. Martin Zsifkovits, PhD, Triathlon-Teilnehmer bei der EM 2014 über die Sprint und Olympische Distanz


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