Entkorken, dekantieren & degustieren

Die richtige Weinauswahl ist lediglich der erste Schritt zum Weingenuss. Jetzt muss noch der Korken vorsichtig gelöst werden, um an den edlen Traubensaft zu gelangen. Daran schließen sich ein gekonntes Dekantieren und Degustieren an, um ein vollendetes Entfalten des Weines zu erlauben.

Wein entkorkenWeinflaschen immer vorsichtig und behutsam öffnen. (Foto by: © keko64 / fotolia.com)

Weinflaschen sollten stets vorsichtig geöffnet werden, da ein bröseliger Weinkorken den Genuss schmälern kann. Als erstes wird die Stanniol- bzw. Wachskappe mit einen scharfen Messer entfernt und der Flaschenrand mit einem Tuch abgewischt. Anschließend wird der Korken herausgezogen. Dabei sollte besonderen Wert auf eine gute Qualität des Korkenziehers gelegt werden. Am besten eignet sich einer, der mit einer großen Spirale ohne Spitzkanten ausgestattet ist und die Möglichkeit einer großen Hebelwirkung gibt. Dies spart nicht nur Kraft, sondern verhindert auch ein Schütteln des Weines, wenn versucht wird den Korken herauszuziehen.

Wurde die Spirale behutsam in den Korken gedreht, sollte die Flasche nun zum Herauslösen seines Verschlusses leicht schräg gehalten werden. Langsam wird der Korken aus der Weinflasche gezogen. Sitzt der Korken besonders fest, sollte die Flasche und nicht der Korken vorsichtig gedreht werden. Das Entkorken sollte mit einem Reinigen des Flaschenhalses mit einem sauberen Tuch beendet werden.

Das gekonnte Dekantieren

Dekantieren ist eine hilfreiche Maßnahme, um dem Wein Sauerstoff zuzuführen oder ihn von seinem Bodensatz zu trennen. Bei einfachen Rotweinen und den meisten Weißweinen stellt es keine Notwendigkeit dar, kann unter Umständen sogar den Geschmack schädigen. Bei alten, schweren Rotweinen bietet sich ein gemächliches Umfüllen des Rebensaftes in eine Karaffe jedoch an.

Wein dekantierenEinen Wein richtig dekantieren braucht etwas Übung. (Foto by: © contrastwerkstatt / fotolia.com)

Am besten wird dafür eine Karaffe in Entenform verwendet, welche sich durch einen kleinen Glasbauch und einen engen Hals auszeichnet. Dadurch wird sichergestellt, dass der Wein keinen zu großen Sauerstoffkontakt hat. Mit ruhigen Händen wird der edle Traubensaft langsam in den Dekanter gegossen. Als hilfreich erweist es sich, dies vor einer Lichtquelle zu tun. So kann beobachtet werden, ob sich das Depot immer noch im unteren Flaschenteil befindet.

Das geschmackvolle Degustieren

Die Verkostung beginnt mit der Betrachtung des Weines in einem farblosen Glas auf einem weißen Hintergrund. Anhaltende Trübungen weisen auf Mängel hin. Anschließend wird das Glas leicht in kreisenden Bewegungen geschwenkt. Diese Sauerstoffdusche für den Wein dient der Freisetzung von flüchtigen Stoffen.

Der Duft, den der edle Tropf ausströmen lässt, erreicht die unterschiedlichsten Geruchsnuancen. Schwarze Johannisbeere, Holznoten und Vanille sind nur eine kleine Auswahl der möglichen Duftvarianten. Noch den Weingeruch in der Nase wird der erste kleine Schluck vorsichtig genommen. Dem Connaisseur präsentiert sich sogleich eine Geschmacksexplosion, die unter anderem durch Stoffe wie Tannin, Minerale, Zucker und Säuren ausgelöst wird. Mit einem leichten aber hörbaren Kauen wird der Wein im Mund verteilt. Die Zunge besitzt unterschiedliche Geschmacksrezeptoren.

Während an ihrer Spitze Süßes geschmeckt wird, nimmt das erste Zungendrittel Salze wahr und der dahinterliegende Bereich bittere Nuancen. Der Abgang ist bei Weinen mit Spitzenqualität bestehend, sonst meist kurz oder sogar dumpf.


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