Erkennen von giftigen Kräutern

Das Sammeln von Küchen- und Heilkräutern erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Allen voran der Bärlauch erlebt in den letzten Jahren einen wahren Boom bei Hobby-Kräuter-Sammlern. So erfreulich diese Rückkehr zur Natur auch ist, so birgt das Sammeln von Wildkräutern auch Gefahren und kann tödlich enden!

Erkennen von giftigen KräuternBesonders bei Bärlauch gibt es einige ähnliche Pflanzen, die giftig sind. (Foto by: CWB / shutterstock.com)

Schon im 15. Jahrhundert hielt Paracelsus fest: „Dosis sola venenum facit“ – „Allein die Dosis macht das Gift“. Später erweitert auf „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht‘s, dass ein Ding kein Gift sei“ ist dieser Grundsatz natürlich auch heute noch unverändert gültig.

Jeder, der sporadisch oder regelmäßig Wildkräuter zum persönlichen Verzehr sammelt oder womöglich gar verschenkt oder verkauft, sollte diesen Satz stets im Hinterkopf haben. Dann die Unwissenheit um die Giftigkeit der gesammelten Pflanzen kann tödliche Folgen haben.

Bärlauch – berühmt berüchtigtes Beispiel

Jedes Jahr sterben in Europa einige Menschen nach dem Genuss von Bärlauchgerichten, weil diese nicht nur Bärlauch sondern auch andere, giftige Pflanzen enthalten hatten. Gerade beim Bärlauch gibt es mehrere potentielle Kandidaten, mit welchen der Bärlauch leicht zu verwechseln ist, weil sie Standort, Wuchsform und Aussehen kaum unterschieden.

Im Wesentlichen werden statt der Blätter des Bärlauchs die Blätter von Herbstzeitlose oder Maiglöckchen gesammelt. Beide wachsen wie Bärlauch an schattig-feuchten Standorten. Allerdings ist der Bärlauch jahreszeitlich betrachtet deutlich eher zu finden, weshalb die meisten Verwechslungen gegen Ende der Bärlauch-Saison stattfinden. Andere potentielle Verwechslungskandidaten wie der Aronstab oder die Waldhyazinthe lassen sich aber auch im Frühjahr schon finden und sind ebenfalls sehr giftig.

Giftige Heilkräuter

Gerade wer nicht nur die typischen beliebten Küchenkräuter sammelt, sondern auch Heilkräuter für Tee, greift auch öfter zu seltenen Kräutern. Das birgt leider die Gefahren, Pflanzen miteinander zu verwechseln. Ein interessantes Beispiel ist der Schachtelhalm, welcher im Volksmund auch als Zinnkraut bekannt ist und zur pflanzlichen Therapie von entzündlichen Erkrankungen der Nieren oder Blase eingesetzt wird.

Bei Zinnkraut handelt es sich botanisch um den sogenannten Acker-Schachtelhalm. Er ist leicht mit dem Sumpf-Schachtelhalm zu verwechseln. Dieser ist allerdings aufgrund seines hohen Alkaloid-Gehaltes sehr giftig und kann in größeren Mengen genossen tödlich sein.

WacholderbeerenEbenfalls große Verwechslungsgefahr besteht beim Wacholder. (Foto by: © aga7ta / fotolia.com)

Giftige Beeren

Ebenfalls große Verwechslungsgefahr besteht beim Wacholder. Jede Wacholder-Art ist zumindest leicht giftig, weshalb Wacholderbeeren in der Küche gut verschlossen und vor Kindern geschützt aufbewahrt werden sollten. Allerdings gibt es mittlerweile auch Zier-Wacholder-Arten, welche sehr giftig sind. Deshalb ist vom selber sammeln beim Wacholder dringend abzuraten. Davon abgesehen sind viele Beeren auch im unreifen Zustand generell giftig, können aber nach der Reife verzehrt werden. Ein typisches Beispiel dafür ist der Holunder.

Erkennen giftiger Kräuter

Generell gilt: nur das sammeln und verwenden, was man 100%ig sicher kennt! Besteht auch nur der kleinste Zweifel, sollte man die Pflanzen lieber entsorgen. Wer Heil- oder Küchenkräuter in der freien Natur sammeln möchte, sollte sich unbedingt mit guter Lektüre über die zu sammelnden Pflanzen informieren. Da aber auch Bilder täuschen können, empfiehlt sich idealerweise der Besuch eines Kräuterkurses, in welchem man mit einem Kräuterkundigen in der Natur umherwandert und alles nötige über Wildkräuter erfährt.

Wem das zu aufwändig ist, ist gut beraten, wenn er auf hochwertige Kräuter aus Apotheke oder Reformhaus zurückgreift, um sich und andere nicht durch das Sammeln falscher Kräuter zu gefährden. Die in diesem Artikel gegebenen Beispiele sind nämlich nur ein Bruchteil der möglichen Verwechslungen, welche mit dem Sammeln von Wildkräutern im Zusammenhang stehen.


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