Ernährung nach den 5 Elementen

Die praktische Umsetzung der chinesischen Ernährungslehre für die westliche Küche. Eine ausgewogene Ernährung für Körper, Geist und Seele.

Fünf ElementeDurch die Ernährungsform der 5 Elemente werden Geist und Körper gestärkt. (Foto by: © Gulien Diavel / fotolia.com)

Die 5 Elemente Ernährung ist keine neue "Wunderdiät", sondern eine Ernährungsform, die Genuss und Wohlbefinden in den Vordergrund stellt. Sie beruht auf dem Erfahrungsschatz der traditionellen Chinesischen Medizin – eine seit über 3000 Jahren bewährte Gesundheitslehre.

"Ohne das Wissen um eine richtige Ernährung ist es kaum möglich, sich einer guten Gesundheit zu erfreuen" (Sun Si Mao, berühmter Arzt der Tang-Dynastie, 618-707 n. Chr.) Immer mehr Menschen entdecken die Weisheit dieser Lehre und nutzen sie zur Stärkung von Geist und Körper. Hier erfahren Sie wie man diesen neuen gesunden Trend in Ihrer Küche anwendet und die Speisen richtig zubereitet.

Die 5 Elemente

Lebensmittel werden in der chinesischen Ernährungslehre nach den Fünf Elementen klassifiziert. Und genau dieses Muster wird auch beim Kochen verwendet, wenn größtmögliche Harmonie in unsere Mahlzeiten gebracht werden soll. Jedem der Elemente wird ein bestimmter Geschmack, eine spezielle Wirkung auf den Menschen zugeschrieben, es entspricht aber auch bestimmten Organen welche dabei begünstigt oder geschädigt werden können.

  • Holz: Sauer - Leber und Gallenblase Geschmacks-Richtung Sauer und für erfrischende Energie und bewahrt die Säfte. Die Nahrungsmittel dieses Elements sind u.a. Getreide (Dinkel und Weizen), Sprossen, frische Kräuter, Salat, grünes Gemüse, säuerliches Obst.
  • Feuer: Bitter - Herz und Dünndarm Steht für Wärme und Licht die zugehörigen Nahrungsmittel sind bitter im Geschmack und helfen beim Verdauungsprozess. Zu den Feuer-Nahrungsmitteln zählen u.a. Chicorée, Ruccola, Grapefruit, Getreide (Roggen, Hirse) aber auch Bitterliköre.
  • Erde: Süss - Milz und Magen Das Erdelement steht für die Geschmacksrichtung süß (baut Qi auf), für das Milde und Sättigende. Es macht somit den größten Teil der Nahrung aus. Nahrungsmittel des Erdelements sind u.a. fast alle Getreide-, Fleisch- und Gemüsesorten, Eier, Fette und Nüsse.
  • Metall: Scharf - Lunge und Dickdarm Das Metallelement steht für den scharfen Geschmack, der sowohl bei Eindringen von äußerer Kälte als auch bei innerer Kälte hilfreich ist (zerstreut Qi). Zu den Metall-Nahrungsmitteln gehören u.a. Getränke wie Ingwertee oder Glühwein, warme Gewürze, diverse Gemüsesorten wie Kohlrabi, Rettich, Lauch, Zwiebel und Kren.
  • Wasser: Salzig - Niere und Blase Das Wasserelement weicht auf und hat einen salzigen Geschmack. Nahrungsmittel des Wasserelements sind u.a. neben den erwähnten Meeresfrüchten auch Mineralwasser, Süßwasserfische, Hülsenfrüchte. Zubereitet im Winter eignen sie sich hervorragend für Eintöpfe, Suppen, Aufläufe, Kompotte und gekochte Getreidegerichte.

In einer ausgewogenen Ernährung sollten alle 5 Geschmacksrichtungen enthalten sein, wobei keine davon längere Zeit überbetont oder ganz ausgelassen werden sollte, da dies zu einem Ungleichgewicht führen kann.

Thermische Wirkung in der Nahrung

5 ElementeZutaten werden den Elementen zugeordnet und so beim Kochen eingesetzt. (Foto by: © marilyn barbone / fotolia.com)

Jedes Nahrungsmittel besitzt seine eigene Energie und wirkt sich anders aus auf unseren Körper: Wenn sie eine angenehm kühlende Wirkung genießen möchten, beißen Sie in eine Melone (Yin) oder wagen Sie einen Biss einer Chilischote, sie wird ihnen Hitze und Schweiß ins Gesicht treiben.

So besitzt jedes Nahrungsmittel seine spezifische Energie. Neben den 5 Elementen werden laut der chinesischen Lehre, auch noch folgende Bereiche eingeteilt:

"kalt" (viel Yin) Zu den „kalten Nahrungsmittel“ zählen beispielsweise Tomaten, Gurken, Bananen, Südfrüchte, Joghurt, Salz, Mineralwasser. Diese Früchte kühlen den Körpber ab und bieten den nötigen Ausgleich im Sommer. Man schützt sich vor übermäßiger Hitze. Doch im Winter sollte man aufpassen, den verzehrt man diese Obstsorten regelmäßig kann es sogar zu einem Engergie Mangel fühgren bis hin zu Infektanfällen. (Yang Mangel) Somit ist der Genuss, nach der fünf Elemente Ernährung von Zitrusfürchten im Winter nicht für jeden geeignet.

"erfrischend" „Erfrischende Nahrungsmittel“ kühlen Körpersäfte und bauen Blut auf. Dazu gehören Salatsorten, Weizen, Buchweizen, heimisches Obst, Sauerkraut, Champignons, Broccoli, Zucchini, Topfen, Sauerrahm und Pfefferminztee. Im Sommer bieten sie die ideale Basis für die Ernährung, verhindern die Austrocknung im Körper. (kein Yin Mangel)

"neutral" Zu den „neutralen Nahrungsmittel“ gehören Karotten, Erdäpfel, Reis, Hülsenfrüchte, alle Kohlsorten, Erbsen, Nüsse, Rindfleisch, Polenta, Dinkel, Roggen, Amaranth, Eier, Käse, Kuhmilch und Süßwasserfische. Sie wirken harmonisierend auf den Körper und bauen die Lebensenergie (Qi) auf.

"warm" (Yang) „Warme Lebensmittel“ sind die meisten Kräuter, wie Lorbeer, Thymian, Rosmarin, Oregano. Es zählen aber auch Seefische, Hühnerfleisch, Wildfleisch und die Getreidesorten Hafer, Grünkern dazu. Nicht zu vergessen die Obstsorten wie Marillen, Rosinen, Pfirsiche, Kirschen. Kaffee, Kakao, Mohn, Walnüsse, Erdnüsse und Kren wärmen ebenfalls, unterstützen das Qi und können somit zu jeder Jahreszeit genossen werden. Jedoch an extrem heißen Tagen sollte man sich mit diesen Lebensmitteln einschränken.

"heiß" (viel Yang) „Heiße Nahrungsmittel“, wie Lammfleisch, scharfe Gewürze, hochprozentiger Alkohol und Zimt schützen den Körper vor Kälte im Winter und hält einen warm. Bei sehr kalten Wintertagen ist die regelmäßige Verwendung von kleinen Mengen heißer Nahrungsmittel sehr empfehlenswert, um innere Kälte zu vertreiben. In großen Mengen und im Hochsommer genossen erzeugen sie sehr schnell innere Hitze und sollten extrem reduziert werden im Sommer.

Ernährungslehre - Yin & Yang

Alles hat seine zwei Seiten, diese beiden Grundsätze charakterisieren auch Yin und Yang - das bekannt chinesische Zeichen für männlich/weiblich, ist eigentlich Symbol für das Polaritätsprinzip, die Dualität und die Welt der Gegensätze. Die "Fünf-Elemente-Ernährungslehre" sieht ihre Funktion vor allem darin, über eine ausgewogene und vollwertige Ernährung den Organismus so zu stärken, dass sich Krankheiten erst gar nicht ausbreiten können. Dabei geht sie von der Erkenntnis aus, dass alle Phänomene des Kosmos, also auch die Nahrungsmittel, auf den Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser basieren.

Yin & Yang

Yin YangEin gesundes Yin und Yang bedeuten Lebenskraft und Leistungsstärke. (Foto by: © slowcentury / fotolia.com)

Ein gesundes Yin zu haben bedeutet, Lebenssaft und Substanz zu besitzen. Dadurch werden vorübergehende krankmachende Einflüsse, wie Klimaveränderungen, Ärger, Überanstrengung oder schlechtes Essen, ausgeglichen. Auf der körperlichen Ebene sorgt es für die Fähigkeit, sich zu entspannen, für erholsamen Schlaf und für gute Nerven; auf der psychischen Ebene ist das Yin für Gelassenheit, Geduld und Zurückhaltung zuständig. Kräftige Knochen und Zähne, glänzende Augen und Haare, rosige Wangen und Lippen sind Zeichen einer starken Yin-Wurzel.

Ein gesundes Yang bedeutet, Lebenskraft und Energie zu haben. Auf der körperlichen Ebene ist es für Leistungsstärke, Dynamik, kraftvolle Verdauung und starke Abwehrkräfte verantwortlich. Zum Yang gehören auch die beiden Faktoren Qi (Energie) und Wärme. Das Yang, d.h. alle aktiven Prozesse in unserem Organismus geben uns die Kraft und Klarheit, unser Leben zu meistern. Gesund sind wir also, wenn Yin und Yang in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Dann haben wir sowohl Lebenskraft, wie auch Lebenssaft.

Kochen nach den 5 Elementen

Eine uralte asiatische Lehre teilt die Lebensmittel den fünf Elementen zu: Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz. Immer mehr Menschen entdecken die Weisheit dieser Lehre und nutzen sie zur Stärkung von Geist und Körper. Das einzig wichtige dabei ist, die Elemente nach der richtigen Abfolge in den Kochtopf zu geben. Das bedeutet, dass bei der Zubereitung von Mahlzeiten alle Zutaten, die vorher den jeweiligen Elementen zugeordnet wurden, immer in der Reihenfolge Holz-Feuer-Erde-Metall-Wasser beigefügt werden.

Diese Reihenfolge ist identisch mit der Energieversorgung unserer Organe. Auf diese Weise wird das Essen "rund" - es wird harmonisch und wohlschmeckend und stellt Körper und Geist gleichermaßen vollkommen zufrieden. Bei der Zubereitung von Speisen achten sie deshalb stets darauf, wie die einzelnen Zutaten ihres Menüs auf den menschlichen Körper wirken:

"heiß" (viel Yang), "warm" (Yang), "neutral", "erfrischend" (Yin) oder "kalt" (viel Yin). In einer ausgewogenen Ernährung sollten alle 5 Geschmacksrichtungen enthalten sein, wobei keine davon längere Zeit überbetont oder ganz ausgelassen werden sollte, da dies zu einem Ungleichgewicht führen kann.

Die 5 Geschmacksrichtungen:

  • Wasser: Salzig - weicht auf, leitet nach unten
  • Holz: Sauer - bewahrt die Säfte, adstringierend
  • Feuer: Bitter - trocknet aus, leitet nach unten
  • Erde Süß - Baut Qi (Lebensenergie) auf, nährt, entspannt, harmonisiert
  • Metall: Scharf - Löst Stagnationen, zerstreut Qi

Die Koch-Funktion dieser Ernährungslehre besteht daraus das eine ausgewogene und vollwertige Ernährung den Organismus so stärkt, dass sich Krankheit erst gar nicht ausbreiten kann.

5 Elemente Rezepte


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User Kommentare

Marille
Marille

Ein sehr interessanter Artikel, habe mich bis jetzt kaum mit der 5 Elementen Ernährung befasst, würde aber vielleicht auch den Speiseplan wieder einmal etwas aufpeppen.

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