Estragon

Estragon ist ein Küchenkraut mit langjähriger Tradition. Dennoch trauen sich nicht viele an die Verwendung dieses interessanten Gewürzes. Dabei kann es mit seinen feinen Geschmacksnuancen vielen Gerichten das I-Tüpfelchen verleihen. Wer regelmäßig Estragon verwenden möchte, baut ihn am besten selbst an.

EstragonpflanzenEstragon braucht einen sonnigen bis halbschattigen Standort. (Foto by: Gudrun Muenz / shutterstock.com)

Estragon stammt wohl aus dem südlichen Russland und gehört zur Familie der Beifußgewächse. Der bis zu 1,5 Meter hohe Strauch gedeiht auch im gemäßigten Klima der nördlichen Breiten problemlos und ist ein dankbares Gewürz für die Kultivierung im Kräutergarten. Man unterscheidet russischen und französischen Estragon.

Sie ähneln einander im Geschmack, lassen sich aber durchaus unterscheiden. Russischer Estragon schmeckt deutlich intensiver und weist auch bittere Geschmackskomponente auf während französischer Estragon eher mild und angenehm schmeckt. In alten Aufzeichnungen findet sich Estragon auch unter den Bezeichnungen Kaiserkraut oder Schlangenkraut.

Anbau, Pflege und Düngung

Estragon braucht einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Der Boden muss nährstoff- und humusreich sein. Es ist für eine gleichmäßige Feuchtigkeit zu sorgen. Die Vermehrung kann durch Abstechen von Ausläufern oder durch Teilung einer Mutterpflanze erfolgen. Estragon kann auch einfach aus Samen gezogen werden. Da dieses Kraut sehr intensiv und in hoher Zahl Ausläufer bildet, die dann andere Pflanzen zurück drängen, ist es vorteilhaft, eine Wurzelsperre zu verwenden.

Dafür eignet sich sehr gut ein Kunststoffeimer, dem der Boden herausgeschnitten wurde. Der Pflanzling wird in die Mitte des Eimers gesetzt. Der Estragon kann sehr hoch werden und bei Wind umfallen. Deshalb sollte man ihn rechtzeitig durch eine Pflanzstütze sichern wie zum Beispiel durch einen Staudenring. Im Herbst oder im Frühjahr werden die Stängel bis zum Boden abgeschnitten. Im Frühjahr erfolgt eine Düngung mit einer Schicht reifer Komposterde.

Ernte

Estragon kann während der gesamten Vegetationsperiode bei Bedarf abgeschnitten werden. Dabei kommen vor allem die Triebspitzen und die zarten Blätter zum Einsatz. Auch mit dem Ziel der Haltbarmachung werden Blätter, Triebe und kleine Zweige geerntet.

Lagerung und Haltbarkeit

Zur Konservierung können zuvor getrocknete Blätter eingefroren oder in Öl eingelegt werden. Beliebt ist auch die Herstellung von Estragon-Essig. Nach zwei bis spätestens 3 Wochen ist das Kraut aus dem Essig zu nehmen. Beim Trocknen verliert Estragon sehr viel Aroma und sein charakteristischer Duft geht verloren.

Wirkung und Verwendung

Die für Geschmack, Aroma und medizinische Wirkung des Estragons im Wesentlichen verantwortlichen Inhaltsstoffe sind ätherische Öle und Flavonoide. Ihr Anteil kann in Abhängigkeit von Herkunft und Erntezeit stark variieren und bestimmt auch die Intensität des Geschmacks. Aufgrund der genannten Inhaltsstoffe wirkt Estragon entzündungshemmend und appetitanregend. Auch eine positive Wirkung auf Verdauung und Durchblutung wurde für Estragon nachgewiesen.

Sogar eine harntreibende und entschlackende Wirkung wird mit Estragon verbunden. Auch bei Rheumaerkrankungen und Blähungen kann er Linderung verschaffen. Estragon zählt zu den wenigen Gewürzen, die beim Erhitzen erst so richtig ihr Aroma entfalten. Deshalb darf und sollte er mit gegart werden. Besonders oft kommt Estragon daher in Eintöpfen und deftigen Fleischgerichten zum Einsatz. Auch bei der Senfherstellung und für die berühmte Sauce Bearnaise ist Estragon unverzichtbar.


Bewertung: Ø 3,2 (29 Stimmen)

User Kommentare

BELIEBTESTE ARTIKEL