Fleisch und Gemüse richtig und gesund grillen - so klappt es

24.06.2014 von | 1 Kommentare

Schon seit den letzten heißen Tagen geht die Grilllust durchs Land. Sobald die Sonne scheint, ist eine Garten- oder Parkparty inklusive Grillen unausweichlich.

richtig und gesund GrillenWer richtig grillt und sich gesund ernährt, der kann herzhaft zugreifen. (Foto by: © fotolia.com)

Fast drei Viertel aller Österreicher besitzt mindestens einen Grill, der im Sommer seine höchste Auslastung erfährt. Würstel, Koteletts und Steaks sind dabei die Hauptgerichte, die auf den Grill kommen. Gemüse oder Grillkäse sind eher weniger im Einsatz, obwohl der Konsum jährlich steigt. Weitere Statistiken dazu gibt es bei statista.com.

Die Behauptung, dass Grillen ungesund ist oder Krebs erzeugen kann, stimmt nur bedingt. Wer richtig grillt und sich gesund ernährt, der kann auch im Sommer herzhaft zugreifen.

1. Den richtigen Grill aussuchen

Quelle: www.universal.at

Bevor es ans Grillen geht, brauchen Grillfans den passenden Grill. Der Holzkohlegrill ist am meisten verbreitet, gefolgt von Gas- und Elektrogrill.

Holzkohlegrill

Bei einem Holzkohlegrill entsteht viel Rauch, der eventuell Nachbarn stören könnte. Deshalb ist er nur im Garten oder im Park zu benutzen.

Gasgrill

Ein Gasgrill hat zwar weniger Rauchentwicklung, gehört allerdings auch nicht auf einen Balkon oder in die Wohnung.

Elektrogrill

Dafür ist der Elektrogrill geeignet.

Wichtig beim Kauf des Grills ist eine gute und stabile Verarbeitung der Komponenten. Ein Holzkohlegrill aus Edelstahl sollte verstellbare Gitter besitzen und einen festen Stand. Für eine bessere Temperaturkontrolle eignet sich für viele Grillformen ein Deckel. Je nachdem wie viel zu grillen ist und ob unterschiedliche Fleisch- und Gemüsesorten dazu kommen, sind bei einem Gasgrill mehrere Brenner und eine größere Fläche notwendig. Ein Schutzblech zwischen Rost und Brenner verhindert, dass Fette auf die Lavasteine oder Briketts tropfen.

Der Elektrogrill für zu Hause hat oft den Nachteil, das die Grillfläche relativ klein ist. Aber durch den Strombetrieb ist der Grill schnell funktionsbereit und es entsteht kein Rauch. Hilfreich sind hier ebenfalls ein Deckel für weitere Zubereitungsarten und ein Hitzereflektor.

2. Den Grill richtig anzünden

Ein Grill kann Temperaturen von bis zu 300 Grad erreichen. Doch bis es so weit ist, braucht vor allem der Holzkohlegrill einige Zeit. Grillfreunde sollten niemals zu Spiritus, Benzin oder zu Grillanzündern ohne TÜV-Abzeichen greifen.

  • Holzkohle ist relativ gut entzündbar, reicht jedoch meist nur für eine Stunde Grillzeit aus.
  • Briketts halten zum Teil bis zu fünf Stunden lang, sind aber schwer entzündbar.

Wichtig beim Anzünden ist es, früh genug damit anzufangen, denn bis die Glut lodert, können 30 bis 60 Minuten vergehen. Bei Holzkohlegrills sollte die Holzkohle zu einem Haufen gestapelt und mit Grillanzündern versehen sein. Wichtig ist eine Luftzufuhr, da helfen zum Teil Luftöffnungen am Boden des Grills oder Radfußpumpen. Ein Karton tut es zur Not aber auch. Eine luxuriöse Variante ist der Grillkamin, der durch regulierter Luftzufuhr und Schornstein einen langen Grillabend garantiert. 

Abbildung 2: Lieber etwas länger bei niedrigerer Temperatur grillen Beim Gasgrill sollte vor dem Anzünden der Deckel geöffnet sein, um eine Gasansammlung zu verhindern. Des Weiteren sollten Grillfreunde den Grill zügig anzünden, um Stichflammen zu vermeiden. Dafür lässt der Grillfan zunächst manuell etwas Gas in den Brenner und betätigt dann die vorhandene Zündfunktion. Andere nutzen einen Anzündkamin, der Briketts oder Holzkohle in einer Art Rohr durch seine gute Struktur schnell zur Glut bringen kann. Diese kommt anschließend auf den Grill.

3. Indirektes oder direkt Grillen

Um ein gesundes Produkt herzustellen, muss der Grillfan auf die Fleisch- und Gemüseart achten, die auf dem Grill garen soll. Außer Geflügel sollte das Fleisch bereits vorher aus dem Kühlschrank genommen sein, sonst verlängert sich der Garvorgang. Die Temperatur sollte höchstens beim Anbraten über 170 Grad liegen, danach reichen 110 bis 170 Grad.

Bratwurst braucht höhere Temperaturen, als anderes Fleisch. Eine Faustregel ist es, die Hand über den Grill zu halten und die Sekunden zu zählen, die noch auszuhalten sind. Sieben Sekunden entsprechen einer mittleren Temperatur, zehn Sekunden einer etwas niedrigeren. Lamm und Steak sollten eher niedrig garen, Hähnchen, Schwein und Gemüse bei mittlerer Temperatur. Fisch je nach Sorte mit etwas höherer Temperatur. 

Abbildung 3: Ein Gasgrill mit Deckel und Temperaturregulierung eignet sich gut für indirektes Grillen Wichtig dabei ist, dass nicht zu viel Fett auf die Holzkohle oder Briketts gerät, denn die Verbindung, in Form von Rauch, kann gesundheitsschädigende Stoffe frei setzen. Hier helfen Aluschalen oder das indirekte Grillen. Dabei sind die Holzbriketts oder Holzkohle an die Seite des Grills gelegt. In der Mitte liegt das Grillgut und ein Deckel verschließt das Ganze. Im Idealfall fängt eine Schale das tropfende Fett auf. So kann das Fleisch von allen Seiten, wie im Backofen durchgaren. Dies eignet sich besonders für Schweinsbraten, Spareribs, Lammkeule oder ein ganzes Hähnchen.

Fettarmes Fleisch ist für den Grill ebenfalls sehr gut geeignet, zum Beispiel Pute oder Lendensteak. Wer sich an Fisch versuchen möchte, sollte den Fisch und den Rost vorher gut einölen. Ist noch Haut vorhanden, ist er auf der Hautseite zu grillen. Lachs oder Makrele eignen sich dafür sehr gut, Forelle oder Karpfen sollten mit Alufolie umhüllt sein. Gepökeltes Fleisch gehört übrigens nicht auf den Grill, da die Hitze die Pökelsalze in Nitrosamine umwandelt, die das Krebsrisiko erhöhen können.

4. Gesundes Gemüse gehört dazu

Auch wenn viele Fleischfreunde anderer Meinung sind, zu einem guten Grillabend gehört Gemüse einfach mit dazu. Nicht nur Folienkartoffeln eignen sich dafür, sondern jedes Gemüse, das nicht zu viel Wasser enthält. Champignons, Paprika oder Mais sind ideal. Aber auch Aubergine in Öl eingelegt passt sehr gut auf den Grill.

Gegrillte Gemüsespieße lassen sich einfach herstellen und kommen auch bei Fleischliebhabern als Snack zwischendurch gut an. Dafür sollten allerdings Karotten oder andere festen Gemüsesorten vorher kurz angegart sein, damit der Spieß nicht zu lange benötigt. 

Abbildung 4: Neben all dem Fleisch darf es auch gerne mehr Gemüse sein Bei Marinaden sollten Grillfans aufpassen, dass diese aus Ölen bestehen, die erst bei hohen Temperaturen verbrennen. Beim Fleisch sollten die grillenden Personen die Marinade einen Tag vorher einwirken lassen und vor dem Grillen abtupfen oder mit Hilfe einer Spritze in das Fleisch hinein spritzen.

Marinaden helfen, dass das Grillgut nicht zu schnell austrocknet und saftig bleibt. Eine weitere Hilfe sind Aluschalen auf dem Grill. Empfohlen sind darüber hinaus höchstens 150 Gramm Fleisch pro Tag, was in der Grillsaison einigen Grillfreunden schwer fallen kann. Die Alternativen können aber genauso gut schmecken und durch sanfte Garung mit dem richtigen Dip oder der richtigen Marinade zusammen kommen.

5. Den Grill richtig säubern

Für einen nachhaltigen Grillabend sollte vor und nach der Grillaktion Zubehör und Grill gereinigt sein. Bei einem Gasgrill sollten Grillfreunde den Grill ausbrennen lassen und den Grill mit einer Messingbürste reinigen. Gusseiserne Grillroste nie mit Spülmittel reinigen, denn das zerstört die Schicht des Rostes. 

Abbildung 5: Heiße Asche und Kohle immer erst abkühlen lassen, nie mit Wasser löschen Den Holzkohlegrill reinigen die Grillprofis am besten direkt nach dem Grillvorgang. Eingebrannte oder eingetrocknete Speisereste können bei der nächsten Erhitzung sonst schädigende Stoffe produzieren. Ausgekühlte Asche und Kohlereste kommen in einen Metalleimer. Meist reicht eine Drahtbürste für die Reinigung aus; in hartnäckigen Fällen helfen Stahlwollekissen, Backofenspray oder Grillreiniger. Es empfiehlt sich, den Grill im warmen Zustand zu reinigen, dann gelingt das Vorhaben am Leichtesten.

Grillen muss nicht ungesund sein. Wer Marinaden mag, sollte sie selbst zubereiten und keines aus der Plastikverpackung nehmen. Einige Lebensmittel wie Senf oder Kräuter wie Thymian, Oregano oder Rosmarin binden die Schadstoffe der Dämpfe und können das Krebsrisiko senken. Bier gehört zwar auf keinen Fall zum Ablöschen über das Grillfleisch, soll angeblich aber ebenfalls Krebs erregende Stoffe binden können.

Bildquellen:

Abbildung 2: Pixabay.com © LoboStudioHamburg (CC0 1.0)

Abbildung 3: Wikimedia.commons.org © http://chefgrill.de (CC BY-SA 3.0)

Abbildung 4: Pixabay.com © debmonn (CC0 1.0)

Abbildung 5: Pixabay.com © Pfarrer (CC0 1.0)


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User Kommentare

lecker.maeulchen
lecker.maeulchen

Bei uns wird heute auch noch der Grill angeworfen :D An so herrlichen Sommertagen gibt es einfach nichts schöneres, als Leckeres Fleisch und Gemüse auf offenem Feuer zu braten und anschließend mit Freunden und Familie zu genießen!

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