Französische Küche - Essen wie Gott in Frankreich

Die französische Küche vereint den Charme der ländlichen Regionen mit der gehobenen Kochkunst der „haute cuisine“. Das Ergebnis dabei sind frisch zubereitete Gerichte für jeden Genießer.

französische KücheDie französische Küche ist ein Fest für den Gaumen und das Auge. (Foto by: © Fotolia.com)

Wer noch nie in den Genuss der französischen Küche kommen konnte, sollte schleunigst seine Koffer packen. Nicht umsonst zählt Frankreichs Küche zu den feinsten der Welt. Der Ausspruch „Essen wie Gott in Frankreich“, wird der edlen Landesküche da auf jeden Fall gerecht.

Die französische Küche vereint den Charme der ländlichen Regionen mit der gehobenen „haute cuisine“ (Hohe Kochkunst). Die aromatischen Kräuter der Provence sind ebenso unerlässlich, wie die berühmte Fischsuppe aus Marseille – die Bouillabaisse. Täglich schwebt der zauberhafte Duft frischer Baguettes aus der „boulangerie“ (Bäckerei) und weckt die nächsten Bewohner.

Ein Körnchen Wahrheit

Über kein anderes Volk auf der Welt gibt es wohl so viele Klischees, die aufs Essen bezogen sind. Aber wenn Sie glauben, dies wären nur ausgedachte Hirngespinste diverser Nachbarländer, dann haben Sie sich getäuscht. Jeder Franzose isst zum Frühstück zumindest ein Croissant...

Kochen im ancien regime

In jener Zeit, als Napoléon noch nicht das Land für sich erobert hatte, lebte Frankreich unter den Einflüssen der Bourbonen-Herrschaft. Damals schlummerten die ersten Ideen in den Köpfen der besten Köche Frankreichs, die später die Landesküche maßgeblich inspirieren sollten. Die Rezepte bei Hofe waren vorerst geheim und wurden der restlichen Bevölkerung vorwiegend vorenthalten. Eine Legende aber besagt, dass der Ursprung der französischen Küche bei den Italienern liegt.

Während der Renaissance läuteten die Hochzeitsglocken für Katharina von Medici und dem französischen Thronfolger Heinrich II. Katharinas italienische Köche sollen nicht nur die französische Küche beeinflusst, sondern auch den Einzug der Gabel in Frankreich gefördert haben. Heute halten Geschichtsforscher diese Vermutung für eher unwahrscheinlich.

Wertvolle Kochbücher

Das erste, in französischer Sprache gehaltene, Kochbuch, erschien bereits im 15. Jahrhundert. Es prägte die Kochkunst bis ins 19. Jahrhundert. Die ersten Kochbücher schrieben männliche Profiköche, die diese auch nur ihren Geschlechtsgenossen zur Verfügung stellten. Erst nach der französischen Revolution wurden Frauen Vorreiter im Bezug auf das Schreiben von Kochbüchern.

Von Baguettes und Croissants

CroissantDas luftig leichte Croissant wird zum Frühstück serviert. (Foto by: © istock.com)

Die langen Weißbrotstangen sind zu einem wahren Symbol Frankreichs geworden. Aber auch wenn sich unsere Zunge gekonnt windet, um das Wort „Croissants“ so richtig wie möglich aussprechen zu können, wissen wir, dass Frankreich grüßen lässt.

Frühstück

Mit frischen Baguettes und Croissants werden die Franzosen in der Tat jeden Morgen begrüßt. Das Frühstück ohne Namen, das im Französischen einfach nur „le petit déjeuner“ (das kleine Mittagessen) genannt wird, fällt lange nicht so üppig aus, wie die nachfolgenden Speisen des Tages.

Dennoch ist es genau dieses Gebäck, welches weltweit so berühmt im Bezug auf Frankreich geworden ist. Zu dem eher einfach gehaltenen Frühstück wird zumeist noch ein Tässchen Kaffee getrunken, um den müden Körper zu wecken. Die Croissants werden in Marmeladen getunkt oder mit Butter bestrichen.

Verschiedene Regionalküchen

Wie im Anfangstext erwähnt wurde, harmonieren die einzelnen Regionalküchen in Frankreich hervorragend miteinander. Jede Region hat dabei ihre Eigenheiten, aber gewisse Dinge verbinden die vielen Länderküchen miteinander. So zum Beispiel das Weißbrot, das ausnahmslos zu jeder Speise gereicht wird, oder die verschiedenen Soßen, wie zum Beispiel die cremige Sauce hollondaise.

  • Würzige Crêpes und bekömmliche Fischgerichte: Hoch oben im Nordwesten Frankreichs kann die Bretagne mit einzigartigen Fischgerichten aufwarten. Aber auch Milchprodukte, wie zum Beispiel die gesalzene Buttermilch. Mit ein wenig Überwindung werden Frankreich-Besuchern auch die Austern, die man mit ein wenig Vinaigrette isst, zum Genuss. Das Fleisch der bretonischen Lämmer hat einen exquisit salzigen Geschmack. Die berühmten Crêpes sind ebenfalls eine der Bretagne zugeschriebene Speise. Das Standardrezept des ländlichen Geflügelgerichtes Coq au vin fand hier seinen Ursprung und schmeckt besonders köstlich durch den Beigeschmack des enthaltenen Rotweines.
  • Wenn Tiere unter saftigen Apfelbäumen grasen...: Die Geburtsstunde der Apfeltorte schlug in der Normandie. Auch dieser Teil Frankreichs besticht durch herzhafte Milchprodukte und versalzene Weiden, die das Fleisch der dort ansässigen Tiere leicht salzig schmecken lassen. Gerade im Touristenzentrum Mont-Saint-Michel bekommen Sie dieses Fleisch serviert. Der berühmte Camembert geht ebenfalls auf die vielen Milcherzeugnisse der Normandie zurück.
  • Trüffel aus der Welt der Gänse: In einer verträumten Landschaft im Südwesten Frankreichs liegt das Périgord. Dort findet man viele Trüffel, die Gänse- und Entengerichte verfeinern. Neben den hervorragenden Speisen wird hier die zauberhafte Gartenkunst der Einwohner sichtbar. Sehr empfehlenswert ist Gänseleberpastete. Diese Region steht zudem für das berühmte Gericht foie gras, was eine Gänsen- oder Entenleber andeuten lässt. Die Sauce bordelaise wird, wie der Name schon sagt, mit weinrotem, französischem Bordeaux angereichert.
  • Der Duft frischer Kräuter: „Der Duft frischer Kräuter“ ist eine unumstrittene Beschreibung für die frischen Kräuter der Provence. Thymian, Rosmarin oder Lavendel landen gebündelt auf den Tischen der dortigen Bewohner. Aber auch weit über die Landesgrenzen hinaus sind die saftigen Kräuter bekannt und finden ihren Weg zum Beispiel in Aufstriche.
  • Allons enfants de la Patrie: Auf Marseille lässt nicht nur die klingende Nationalhymne der Franzosen schließen, sondern auch die wohl bekannteste Fischsuppe des Landes – die bouillabaisse. Knurrhahn, Drachenkopf und Seehecht treffen auf mindestens zehn andere Fischsorten, die die Suppe so fein machen. Als Gegensatz dazu sollte man sich das Ratatouille, ein schmackhaftes Gemüsegericht, zu Herzen nehmen – weniger fischig ist es auf jeden Fall.
  • Flammenkuchen aus Elsass-Lothringen: Eine elsässische Spezialität ist der herzhafte Flammenkuchen. Unter dem feurigen Namen tarte flambée ist dieser Kuchen in Frankreich bekannt und wird so gut wie immer zu Volksfesten verzehrt. Der dünne Teig wird grundsätzlich mit Rahm, Speck und Zwiebeln belegt, aber andere Variationen erlauben natürlich auch weitere Zutaten. Der süße Gugelhupf zählt zu den beliebtesten Desserts dieser Region.

Cremiger Käse und guter Wein

Käse aus FrankreichWein und Käse sind in Frankreich die Klassiker. (Foto by: © HLPhoto / fotolia.com)

Frankreich ist das Land der Milchprodukte. Und nichts passt besser zu einem guten Wein, als ein Stückchen Käse aus dem eigenen Land. Frankreichs Käsesorten sind so vielseitig, wie das Land selbst. Über 1.000 französische Käsesorten gibt es, die man wohl kaum alle hier auflisten könnte.

  • Brie – Weltweit bekannt ist diese cremige Käse aus Frankreich. Mittlerweile musste er jedoch bereits einige Kopien einbüßen. Nur mehr zwei Brie-Sorten können als Originale gewertet werden: der Brie de Meaux und der Brie de Melun.
  • Camembert – Der französische Weißschimmelkäse genießt ebenfalls weitreichenden Ruf und verdankt seinen Namen einem Dorf in der Normandie. Durch Napoléon gelangte dem Camembert der Durchbruch in Frankreich, da er ihn auf die kaiserliche Speisekarte setzte.
  • Roquefort – Diese Käseart kannten bereits die Römer, heute besteht weltweit eine extrem hohe Nachfrage. Die Deckung dieser Nachfrage mit den eigenen Tieren erweist sich oftmals als sehr problematisch. Der Edelschimmelkäse aus roher Schafmilch erfreut sich eben höchster Beliebtheit.
  • Fourme d’Ambert – Der Edelschimmelkäse aus Auvergne besteht heutzutage hauptsächlich aus pasteurisierter Kuhmilch. Durch seinen milden Geschmack eignet sich ein edelsüßer Weißwein hervorragend zum gleichzeitigen Verzehr.

Speiseabfolge

Ein französisches Essen fällt im Normalfall etwas länger aus. Mittag- und Abendessen werden zu wahren Familienfesten, wenn man an der Tradition festhält. Die Speiseabfolge ist dabei genau geregelt. Zu jeder Mahlzeit wird Weißbrot gereicht. Eines ist klar: ein französisches Mahl erfordert Ausdauer und gutes Sitzfleisch.

  1. Das Aperitif – Auch bei uns ist dieser flüssige Geschmacksanreger bekannt. In Frankreich ist er aber fixer Bestandteil nahezu jeder Mahlzeit. Ein bekannter französischer Aperitif ist zum Beispiel Suze.
  2. Die Vorspeise (les hors-d’œuvres) – Im Zuge der Vorspeise werden kleine Appetithäppchen (amuse-gueule) gereicht, die Lust auf Mehr machen sollen. Mit viel Liebe zubereitet sind die Vorspeisen und enthalten bereits Wurst, Schinken oder Salat. Auch eine Platte mit Meeresfrüchten, Austern, etc. ist eine mögliche Vorspeise. Entenrouladen, Ragouts und Pasteten sollen den Appetit anregen. Denn die Franzosen wissen: „Während des Essens kommt der Appetit“.
  3. Die Hauptspeise (le plat) – Worauf man die ganze Zeit gewartet hat, ist jetzt endlich da, die Hauptspeise. Bohneneintöpfe (z.B.: cassoulets) oder die berühmte bouillabaisse kommen hier auf den Tisch. Zu saftigen Braten oder knusprigen Krustentieren werden die bekannten Soßen gereicht: Sauce Béarnaise, Sauce Hollandaise, Remoulade oder die allseits beliebte Béchamelsoße – allesamt ein Zeichen für die Milcherzeugnisse Frankreichs.
  4. Der Käse (le fromage) – Als kleines Häppchen danach wird Käse gereicht, der zumeist mit Weißbrot verzehrt wird. Camembert & Co. lassen grüßen.
  5. Die Nachspeise (le dessert)Crêpes Suzette und Roquefortbirne mit Walnüssen stehen hier an oberster Stelle, aber auch Pfannkuchen und die berühmte Crème brulée.
  6. Digéstif – Oder wie die Österreicher auch zu sagen pflegen, ein kleines „Verdauungsstamperl“, ist auch bei den Franzosen der letzte Punkt in der Speiseabfolge. Für jene, die auf Alkohol verzichten wollen, gibt es an dieser Stelle Kaffee. Essen in Frankreich ist in jeder Hinsicht ein Stück Tradition. Die meisten Familien nehmen sich Zeit, um zusammen ein geselliges Festmahl zu feiern, das erst nach einigen Stunden ausklingt.

Bewertung: Ø 3,0 (11 Stimmen)

PASSENDE REZEPTARTEN

User Kommentare