Generelles Rauchverbot in Lokalen noch 2015?

Seit Jahren befassen sich österreichische Politiker mit dem Rauchverbot in Lokalen. Die aktuelle Gesetzeslage, dass ab 50 m² im Lokal ein getrennter Raucher- bzw. Nichtraucher-Bereich vorliegen muss (und unter 50 m² der Betreiber selbst entscheiden kann, ob er ein Nichtraucher- bzw. Raucherlokal hat), soll noch im Jahr 2015 geändert werden. Denn die österreichische Gesundheitsministerin Oberhauser will noch dieses Jahr das generelle Rauchverbot in Österreichs Lokalen umsetzen.

generelles RauchverbotKommt das generelle Rauchverbot in Lokalen noch 2015? (Foto by: © Volodymyr Shevchuk / fotolia.com)

Der Stein des Anstoßes

Es war wohl der erbitterte Kampf des NEWS-Journalistin Kurt Kuch, der die Debatte des generellen Rauchverbots wieder angeregt hat. Mit der Kampagne "don't smoke" hat sich der ehemalige Kettenraucher für ein striktes Rauchverbot in Lokalen eingesetzt.

Kurt Kuch starb am 3. Jänner 2015 an Lungenkrebs. Nur wenige Monate nach der Diagnose (April 2014) hat er den Kampf gegen die Erkrankung verloren. Er dokumentierte seine Leidensgeschichte via sozialer Netzwerke (Facebook, Twitter) und sorgte für eine neuerliche Raucher- bzw. Nichtraucher-Diskussion.

Das generelle Rauchverbot stößt aber nicht überall auf wohlwollende Worte. Die Lokalbetreiber sind irritiert und fühlen sich bevormundet. Schlussendlich haben auch viele Betreiber mehrere tausend Euro in den Umbau (getrennter Raucherbereich) investiert.

Warum das generelle Rauchverbot seine Vorteile mit sich bringen würde

Für das generelle Rauchverbot spricht der Schutz der menschlichen Gesundheit. Fakt ist, dass Zigaretten nicht nur aktiv dem Körper schaden. Passives Rauchen ist genauso schädlich für den Organismus. Des Weiteren, so Experten, macht die Gelegenheit zu Rauchern.

Wer im Lokal keine Möglichkeit hat, wird auch nicht Rauchen. Denn oftmals bleibt es nicht nur bei den Genusszigaretten, die nur beim Fortgehen konsumiert werden. Schlussendlich kann die "eine Zigarette" (wobei "eine" oftmals auch "zehn" sein können) beim Fortgehen den Weg in die Sucht ebnen.

Des Weiteren sorgen auch Raucherabteile nicht für ein generelles Verhindern des Rauchens. Im Gegenteil - es wird schneller geraucht, hektisch inhaliert und in weiterer Folge - auf Grund der enormen Rauchentwicklung in den geschlossenen Raucherabteilung - die Gesundheit noch mehr angegriffen. Fakt ist, dass nur eine gesundheitliche Verbesserung und auch ein Abhalten der Zigaretten möglich sind, wenn die Lokale generell rauchfrei bleiben. Nur dann, wenn keine Möglichkeit gegeben ist, kann man sehr wohl den Zigarettenkonsum des Rauchers einschränken.

Betreiber laufen Sturm

Natürlich sind viele Lokalbetreiber der Ansicht, dass sie bevormundet werden. Schlussendlich hat man einige tausend Euro für Umbauarbeiten bezahlt, extra Raucherbereiche eingerichtet und gehofft, dass man nun dem Spuk des generellen Rauchverbots ein Ende setzen würde.

Fakt ist, dass sehr wohl die Betreiber der Ansicht sind, dass ein generelles Rauchverbot dazu führe, dass immer weniger Gäste kommen würden. Wer einen Lokalbetreiber fragt, in welchem Bereich der Andrang größer ist, wird dieser auf die Raucherbereiche verweise.

Fallen diese weg, wird auch der Umsatz zurückgehen. Schlussendlich ist der Lokalbetreiber der Überzeugung, dass er selbst entscheiden kann, ob er ein Raucher- oder Nichtraucherlokal ist.

Das Fazit

Das Gesetz wird dies jedoch 2015 anders sehen. Das generelle Rauchverbot in den österreichischen Lokalen wird kommen; die Frage wird nur sein, ob es noch 2015 oder erst 2016 sein wird.

GuteKueche-Redaktion, 23.02.2015


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User Kommentare

Palmetz
Palmetz

Die Raucher wissen sehr wohl einen rauchfreien Raum zu schätzen,sonst würden sie nicht im rauchfreien Raum sitzen und zum Rauchen in den Raucherbereich gehen. Siehe Cafe Traxlmayer Promenade Linz

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hansglatz
hansglatz

ich wohne in Australien hier wurde das Rauchverbot schon vor 10 Jahren eingefuehrt und arbeitet gut und ich bin ueberrascht wenn ich nach oesterreich zurueck komme und ueberral geraucht wird und ich war ein raucher viele Gruesse Hans Glatz

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