Grillkohle oder Holzbriketts?

Bombiges Wetter, Freunde haben sich zur Gartenparty angesagt – Freunde mit kulinarischen Ansprüchen. Also kurzerhand den Grill anschmeißen. Doch womit? Grillen schließlich ist nicht gleich Grillen. Auf das Brennmaterial kommt es an. Es entscheidet über Gelingen, über Garzeit und Geschmack.

GrillkohleGrillkohle ist am Besten geeignet für Kurzgrillgut wie Fisch. (Foto by: © Bertold Werkmann / fotolia.com)

Exklusive Brennstoffe

Jeder stellt sich spontan darunter – anstelle des profanen, wenngleich pflegeleichten, rauchlosen, indes weniger aromatischen Zubereitens mit Gas- oder Elektrogrill – das gute alte Grillen mit dem Holzgrill vor. Doch hier gilt: Holz ist nicht gleich Holz. Harthölzer wie Eiche, Birke oder die bei niedrigen Temperaturen brennende Buche reichern das Grillgut mit rauchigem Aroma an. Alternativ dazu gibt es Holzräucherchips mit Geschmacksrichtungen wie Kirsche, Apfel oder Whisky – Insidertipp für eingefleischte Grillfreunde. So eignet sich das Holz der Walnuss etwa besonders für Rind und Wild oder exotische Fleischsorten wie Strauß oder Springbock.

Das der Wildkirsche aromatisiert Fisch sowie Geflügel-, Kalb- und Schweinefleisch – auch dies ein Geheimtipp. Ebenso die Holzkohle aus der zwar teuren, aber umweltfreundlichen Kokosnussschale: Sie brennt lange und heiß bei ausdauernder Glut, hinterlässt weniger Rückstände im Grillgut, benötigt jedoch gezielte Starthilfe. Auch die Grillknorze, aus dem Rebenholz der Pfälzer Weinberge geschnitten, eignet sich als Brennstoff – anhaltender als normale Holzkohle, zudem mit angenehmem Duft.

Gängige Brennstoffe

Grillholzkohle und Grillbriketts – die gängigen unter den Brennstoffen und stets im Sonderangebot zu finden. Doch Vorsicht: Diese Brennstoffe sollten nicht von Tropenhölzern, sondern aus heimischer Produktion stammen. Wer hier auf Qualität und Anspruch setzt, sollte zu direkt und persönlich bezogener Köhlerkohle greifen, wenngleich sie teurer, dafür aber raucharm und von allen Sorten am bestbrennenden ist hinsichtlich Glutbeständigkeit. Hier wie auch bei Supermarktprodukten sind Größe und Konsistenz von Bedeutung: nicht zu klein, doch gleichmäßig groß.

GrillrostGrillholzkohle und Grillbriketts – die gängigen unter den Brennstoffen. (Foto by: © Mike-Fotografie / fotolia.com)

Unterschiede der Brennstoffe

Im freien Handel erhältliche, preiswerte Holzkohle – anstatt im Meiler industriell aus Buchenholz in luftverschlossenen Behältern erzeugt – entwickelt große, aber wenig anhaltende Hitze mit unter Umständen extremem Funkenflug beim Anzünden. Hat sich dieser gelegt, entwickelt sie eine sehr gute Glut für flache Steaks und Gemüse. Ohne den Aufschriftenzusatz „Retorten“ aber handelt es sich zumeist um minderwertige und das Reinheitsgebot nicht erfüllende Meiler-Holzkohle mit oftmals Rückständen von unverbranntem Holz, Erde oder Gras, die zu Qualm führen können.

Auch Grillkohle erlangt ihre Maximaltemperatur recht schnell, glüht rasch durch und ist von daher bestens geeignet für Kurzgrillgut wie Brot, Fischfilet oder Würstchen. Zwar ist sie preisgünstiger als Grillbriketts, doch schneller verbraucht. Grillbriketts indes – mit Stärke gebundener, gepresster Holzkohlestaub – benötigen ihre Zeit bis zur Weißglut, halten aber länger und dies bei konstanterer Temperatur. Premium-Grillbriketts vom Markenhersteller glühen gar über mehrere Stunden – bestens geeignet für Nachzügler oder mehrere Gänge, für dickfleischige Stücke wie Hähnchenschenkel oder kleine Braten.

Ungeeignete Brennstoffe

Darf man unbeschadet vom Handel eigens zum Grillen bereitgestellte flüssige oder würfelige Zündhilfen in Anspruch nehmen, so gilt dies keineswegs für natürliche wie Kiefernzapfen: Sie enthalten krebserregende Stoffe. Auch Spiritus oder andere Brandbeschleuniger, harzreiche Weichhölzer, Papier oder Verpackungen haben auf dem Grill nichts zu suchen. Ebenso wenig Kohle oder Briketts, die zum Heizen vorgesehen sind. Hier können beim Verbrennen Giftstoffe entstehen.


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