Histaminintoleranz

Etwa 1 % der Bevölkerung ist davon betroffen, oft unwissentlich: Histaminintoleranz zeigt sich in vielfältigen Beschwerden, die sich negativ auf die Lebensqualität auswirken. Schuld ist ein Enzymmangel, der nicht ursächlich behandelbar ist, jedoch durch die richtige Ernährung kompensiert werden kann.

HistaminintoleranzHistamin wird dem Körper hauptsächlich über die Nahrung zugeführt. (Foto by: © Zerbor / fotolia.com)

Symptome der Histamin-Intoleranz

Eine Histaminintoleranz äußert sich durch gerötete Haut, Juckreiz, Kopfschmerzen und Schwindelgefühle. Hinzu können Atembeschwerden bis hin zu Asthmaanfällen kommen. Wer zudem unter Verdauungsstörungen, stark erhöhtem oder vermindertem Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Schleimhautreizungen, Gelenkschmerzen oder Erschöpfungszuständen leidet, sollte ebenfalls an eine Histamin-Intoleranz denken.

Histamin ist ein Botenstoff (Neurotransmitter), der für die Abwehr körperfremder Stoffe zuständig ist. Besteht im Körper ein Mangel an seinem Gegenspieler, dem Enzym Aminoxidase, kann das Histamin nicht mehr adäquat abgebaut werden, sodass es zu den genannten Symptomen kommt.

Histamin in Lebensmitteln

Histamin wird dem Körper hauptsächlich über die Nahrung zugeführt. Wer von einer Histamin-Intoleranz betroffen ist, sollte deshalb stark histaminhaltige Lebensmittel meiden. Hierzu zählen insbesondere alle fermentierten Nahrungsmittel wie Käse, Sauerkraut, Rotwein, Bier und Essig, aber auch Meeresfrüchte, Räucherfleisch, Fisch, Schokolade, Paradeiser und Pizza.

Da größere Mengen an Histamin sich erst im Zuge des Reife- und Lagerungsprozesses in den Nahrungsmitteln bilden, lautet die Faustregel: Je frischer ein Lebensmittel ist, desto weniger Histamin enthält es. Erwähnenswert ist außerdem, dass verschiedene Nahrungsmittel (Zitrusfrüchte) sowie Lebensmittelzusatzstoffe und Medikamente in Verdacht stehen, eine verstärkte Ausschüttung körpereigenen Histamins zu begünstigen.

Fangfrischer FischNur fangfrischer Fisch kann in Maßen genossen werden. (Foto by: © Wieselpixx / fotolia.com)

Worauf Betroffene achten sollten

Nicht jeder, der Anzeichen einer Histamin-Intoleranz aufweist, leidet auch tatsächlich unter einer solchen. Viele andere Störungen können analoge Symptome hervorrufen, sodass der Verdacht ärztlich abgeklärt werden sollte. Besteht tatsächlich eine Histamin-Intoleranz, müssen nicht unbedingt alle oben genannten Lebensmittel dauerhaft gemieden werden.

Vielmehr kommt es darauf an, den Gesamthistaminspiegel unterhalb der persönlichen Toleranzgrenze zu halten. Oft genügt es schon, bestimmte Kombinationen zu vermeiden: Wer zu einer Pizza mit Meeresfrüchten einen Paradeisersalat isst, Grapefruitsaft trinkt und sich danach eine Mousse au Chocolate genehmigt, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen starken Schub erleiden.

Grundsätzlich gilt

Wer die Regeln einer gesunden Ernährung beachtet, meidet dadurch automatisch auch große Mengen an Histamin. Das bedeutet, dass möglichst erntefrischen, der Jahreszeit entsprechenden Lebensmitteln der Vorzug gegeben werden sollte. Diese sollten möglichst wenig verarbeitet sein und schonend zubereitet werden.

Selbst Fisch, der als stark histaminhaltig gilt, kann in Maßen genossen werden, wenn er fangfrisch auf den Tisch kommt. Die Diagnose Histamin-Intoleranz bedeutet also keinen lebenslangen Verzicht auf lukullische Genüsse, erfordert jedoch bei der Zusammenstellung des Speiseplans einige Überlegung.


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