Hülsenfrüchte und ihre Vielfalt

18.02.2015 von | 0 Kommentare

Sie sind eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheitsgeschichte, die Hülsenfrüchte. Hülsenfrüchte sind beileibe keine "leere Hülsen", sondern wahre "Nährstoffbomben" mit dem höchsten Proteingehalt aller pflanzlichen Lebensmittel.

Gesunde HülsenfrüchteHülsenfrüchte sind wahre "Nährstoffbomben". (Foto by: © Zerbor / fotolia.com)

Geschichte & Herkunft

Die Hülsenfrüchte - allen voran Bohnen, Sojabohnen, Erbsen und Linsen - gehören botanisch zur großen Familie der Leguminosen (auch: Hülsenfrüchtler) und hier zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler mit ihren 700 Gattungen und bis zu 18 000 Arten.

Sie sind eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheitsgeschichte und archäologische Funde lassen darauf schließen, dass sie bereits vor mehr als 11.000 Jahren in Südostasien kultiviert wurden. Auch in Ägypten werden sie seit mindestens 10.000 Jahren angebaut und die Indianervölker in Mexiko und Peru kannten sie ebenfalls bereits vor 7.000 Jahren.

In Europa oft unterschätzt

Mit einer jährlichen Produktion von rund 150 Mio. Tonnen sind die Hülsenfrüchte im Übrigen eines der wichtigsten Weltnahrungsmittel überhaupt. Im Vergleich zu ihren Hauptverbreitungsländern in Asien, Afrika, Süd- und Mittelamerika fristen sie in Europa, wo sie in früheren Zeiten einen wesentlich höheren Stellenwert als heute hatten, aber weitgehend ein Schattendasein. Trotz einer kleinen Renaissance, die sie seit einiger Zeit auch in der gehobenen Küche erleben, verzehrt der statistische Durchschnittseuropäer nur etwa 1 kg im Jahr davon, aber sage und schreibe rund 60 kg Fleisch und Wurst.

Bei vielen Köchinnen und Köchen sind die Hülsenfrüchte als "Arme-Leute-Essen", als für den Magen schwer verdaulich und als gefährliche Dickmacher verpönt. Musste nicht schon Aschenputtel zur Strafe Linsen verlesen, während die anderen tanzen und feiern durften? Und war es nicht eine einzige kleine Erbse, die eine Prinzessin um den Schlaf brachte?

Alles andere als "Leere Hülsen"

Aus Sicht der modernen Ernährungsphysiologie kann man zum schlechten Image von Bohnen, Erbsen, Linsen & Co. nur sagen: "Alles nur Märchen". Hülsenfrüchte sind beileibe keine "leere Hülsen", sondern wahre "Nährstoffbomben" mit dem höchsten Proteingehalt aller pflanzlichen Lebensmittel.

Gleichzeitig sind sie reich an Ballast-/Faserstoffen, Kohlenhydraten, Mineralstoffen und Spurenelementen - und (mit Ausnahme der Sojabohnen) arm an Fett. Das macht sie besonders wertvoll. Ein Mangel an gewissen Eiweißbausteinen aus der Gruppe der essenziellen Aminosäuren lässt sich durch die Kombination mit Reis, Mais, Getreide, Fleisch und Fisch mehr als ausgleichen. So wie es die Menschen in den Ursprungsländern der Hülsenfrüchte schon seit Jahrtausenden praktizieren; nur dass sich heute wissenschaftlich belegen lässt, was sie schon immer instinktiv richtig gemacht haben.


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