In Vino Veritas

Für eine gelungene, private Weinprobe sollten schon einige Dinge beachtet werden. Gerade bei Rotweinen unterscheiden sich die ideale Lager- und die beste Trinktemperatur erheblich.

WeineBei einer Weinverkostung kann man Wein mit allen Sinnen erleben. (Foto by: © Markus Mainka / fotolia.com)

Wein ist ein sensibles Produkt, das sich bei unsachgemäßer Lagerung nachteilig verändern kann. Daher suchen Sie sich einen zuverlässigen Weinhändler, Ihr Experte, dem Sie vertrauen können. Der Händler kennt die Weine und verkostet sie regelmäßig, sein Angebot repräsentiert seine persönliche Auswahl. Beratung über den Reifezustand, Lagerung und Lieferung sind Teil seiner Dienstleistung.

Nach dem Kauf darf man nicht den Fehler begehen, den Wein im Auto bei sehr hohen oder sehr niedrigen Temperaturen (Frost) länger liegen zu lassen. Nach einer längeren Reise braucht der Wein eine gewisse Erholungsphase (bis zu vier Wochen).

Aufbewahrung: Werden die Flaschen zu warm aufbewahrt, reift der Wein schneller; so kann es passieren, dass ältere Jahrgänge schon frühzeitig ihren Höhepunkt überschritten haben. Eine zu starke Beleuchtung oder stehende Flaschen sollten stehts vermiden werden. Zum einen weist der Wein einen sogenannten Lichtgeschmack auf oer der Kork trocknet aus und der Wein oxydiert. Besonders heikel, was den Einfluss von Licht betrifft, sind Schaumweine, die man deshalb auch nur im Original-Karton mitnehmen sollte.

Verkostung

Bei einer Verkostung von Wein sollten Sie sich einige Augenblicke Zeit nehmen um sein Aroma und seinen Charakter zu genießen. Das Wichtigste wenn wir eine Flasche öffnen:

  • Auge - Prüfe ob der Wein klar ist. Ein Wein der tiefrot oder kräftig goldgelb ist, macht doch schon im Auge einen besseren Eindruck, als ein Wein mit blasser, unscheinbarer Farbe.
  • Nase - Atme sein Aroma herzhaft durch die Nase ein und lass es auf dich wirken. Rieche am Wein - Das zu etwa einem Drittel mit Wein gefüllte Glas wird kreisförmig geschwenkt. So lösen sich die Geruchsmoleküle aus der Flüssigkeit. Dann senkt man die Nase ins Glas und atmet den "Duftnebel" ein, auf diese Weise kann er sich in der Nase ausbreiten.
  • Mund - Alle Facetten des Geschmacks werden erreicht indem man einen kleinen Schluck im Mund lässt und durch die Nase ein und aus atmet. Man nimmt etwas Wein in den Mund und läßt ihn über die ganze Zungenoberfläche rollen, damit er mit möglichst vielen Geschmackspapillen der Zunge in Berührung kommt. Der Wein darf dabei ruhig geschlürft werden. Anschließend wird der Wein "gekaut", damit er sich gleichmäßig im Mund verteilt. Dann erst kommt die Geschmacksbeurteilung, die unterschieden wird zwischen der Geschmacksempfindung, dem Nachgeschmack und dem aromatischen Abgang.
  • Abgang - Die Sekunden sind gezählt. Bemerkt man nach dem Schlucken des Weines immer noch einen intensiven, anhaltenden und gleichen Geschmack wie vorher, dann werden die Sekunden gezählt. Klingt der Wein etwa vier Sekunden nach, ist der Abgang kurz. Klingt er acht Sekunden nach, wird dies als guter Abgang gewertet, und klingt er sogar zwölf oder mehr Sekunden nach, spricht man von einem langen Abgang. A votre santé

Wein, Restaurants, Speisen

RestaurantIn Restaurants können auch teurere Wein Exemplare bestellt werden. (Foto by: © Minerva Studio / fotolia.com)

Moderne Restaurants sind Spielwiesen, auf denen wir mit Wein experimentieren können. Zwar wird ein hochklassiger Wein mit einer etwas höheren Preiskategorie angeboten aber allein schon das Ambiente reicht aus um etwas Neues und Aufregendes zu wagen.

Kombination von Wein und Speisen: Die Kombination von Wein und Speisen ist ein schwieriges unterfangen. Übereinstimmungen werden dann gegeben wenn keiner der beiden Elemente das andere überdeckt. Auf jeden Fall den Wein zum Gericht suchen und nicht umgekehrt. Jedoch hat jeder seinen eigenen Geschmack und letztendlich zählt nur, was einem persönlich schmeckt.

Wichtig ist eine geordnete Reihenfolge, zuerst die leichteren Weissweine vor den eher schwereren um so wirklich auch den "kleineren" eine faire Beurteilung zu gewährleisten. Selbstverständlich gilt das gleiche für die Rotweine.

Servieren & Gläser

Servieren Sie ausreichend große Gläser, die Sie bis zur Hälfte füllen, so dass sich das Aroma im Glas entwickeln und der Wein einladend geschwenkt werden kann. Was die Temperatur angeht, so ist zu warm immer schlimmer als zu kalt. Wein der zu warm wurde schmeckt oft flach. Auch Rotwein sollte nicht wärmer sein als 15 Grad und nicht die Alt hergeholte Zimmertemperatur.

Große Weine gehören in große Gläser, kleine Weine in kleine Gläser!

Große Weine sind reich an Inhaltstoffen. Die Unterscheidung von Rotwein und Weißwein ist für die Glaswahl passee. Entscheidend für die richtige Glasgröße ist immer die Qualität des Weins. In der Regel empfehlen sich Gläser mit sich nach oben hin schließendem Kelch, da sich dabei die Aromastoffe nicht seitlich verflüchtigen, sondern konzentrieren.

Weinlagerung

Weine lagernDer ideale Lagerraum für Weine ist ein richtiger Weinkeller. (Foto by: © Christian Delbert / fotolia.com)

Die Haltbarkeit der Weinflaschen bei längerer Lagerung sollten im liegen gelagert werden, damit wird das Austrocknen des Korken verhindert. Ein weiterer, sehr entscheidender Einfluss auf die Haltbarkeit hat der Inhalt der Flasche. Bei leichtem Weisswein empfiehlt es sich denselben jung zu trinken.

Ist er schwerer, fülliger und noch etwas süsslich mit mehr Alkohol in Verbindung mit einer frischen Säure, dann kann er etwas länger liegen. Leichte Rotweine werden ebenfalls meist jung getrunken.

Schwere, tanninhaltige und gerbstoffbetonte Rotweine können dagegen wie edelsüsse Auslesen, Beeren-und Trockenbeerenauslesen oder Eisweine im guten Keller einige Jahre gelagert werden. Letztere, hochsüsse Kreszenzen bringen es oft auf mehrere Jahrzehnte.

Für kurze Lagerung empfiehlt es sich nur kleine Vorräte zu halten und stetig nachzukaufen, so lassen sich Überraschungen vermeiden.

Der ideale Lagerraum für Weine ist natürlich ein richtiger Weinkeller, alternativ dazu und völlig ausreichend ist ein Weinschrank, die beste Einrichtung für optimal temperierte Weine. Die richtige Temperatur im richtigen Moment und viel Platz für Ihre Weinvorräte.

Die optimalen Trinktemperaturen:

  • 18° - Große Bordeaux rot, Rioja, Penedes
  • 17° - Côtes du Rhône rot Barolo, Barbaresco
  • 16° - Große Burgunder rot, Cordeaux ro (Crus Bourgios)
  • 15° - Chiant classico, Vintage Port
  • 14° - Reife Rotweine (Österreich, Friaul, Südtirol), junge Burgunder rot
  • 12° - Junge Rotweine (Österreich, Friaul, Südtirol)
  • 11° - Junger Beaujolais,Sherry Oloroso, alte Weißweine mit wenig Restsüße
  • 10° - Alte Weißweine, Große Chardonnays (Barrique)
  • 9° - Dessertweine, Sherry Amontillado
  • 8° - Junge Weißweine ab Spätlese/Smaragd Jahrgangs-Champagner
  • 7° - Weißweine Loire, Friaul, Entre-deux-Mers
  • 6° - Junge Weißweine bis Kabinett-Federspiel, Champagner
  • 5° - Rosè, Schilcher, Moscato, Steinfederweine
  • 4° - Sekt trocken
  • 3° - Dessertweine als Aperitif

Einst und Jetzt

Die Welt des Weins hat sich verändert. Zu etwas früheren Zeiten kam der Wein ausschließlich aus Frankreich. Die Weine brauchten lange, um reif zu werden. Sie zu horten mit dem Wissen, dass 20 Jahre vergehen würden, bevor der Korken gezogen wurde das war die Devise.

Ganz anders ist es heute, wo guter Wein aus einigermaßen passablen Weinbaugebieten kommt und das in wachsenden Mengen. Man will diese neuen, aufregenden Kreationen haben, will Neues probieren die jeder einzelne Jahrgang bringt.

Heute ist man schon so fortgeschritten, das auch die großen Weine schon in frühen Jahren trinkbar sind, auch wenn er in 15 Jahren noch besser wäre. Guter Wein ist in jeder Hinsicht ein globales Phänomen!


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