Kerbel

Kerbel zählt bisher noch nicht zu den häufig verwendeten Küchenkräutern. Was aufgrund des feinen Geschmacks und der positiven gesundheitlichen Wirkung wirklich schade ist und dringend geändert werden sollte. Kerbel lässt sich aus dem eigenen Kräutergarten immer frisch auf den Tisch bringen.

KerbelKerbel kann ab März im Freiland ausgesät werden. (Foto by: © Matthias Schipp / fotolia.com)

Kerbel gehört zur Familie der Doldenblütler und erinnert optisch an eine Mischung aus Petersilie und Koriander. Geschmacklich unterscheidet er sich von beiden aber deutlich. Traditionell wird Kerbel schon seit langem in Russland angebaut, gelangte aber schon vor langer Zeit über das alte Rom nach ganz Europa.

Er lässt sich überall in den gemäßigten Breiten problemlos kultivieren. Da Kerbel schlecht gelagert oder haltbar gemacht werden kann, empfiehlt es sich, ihn im Eigenanbau zu kultivieren und in der Küche stets frisch zu verwenden. Sein interessanter, aber unaufdringlicher Geschmack, der an eine süße Variante von Fenchel und Anis erinnert, macht Kerbel zu einem spannenden Küchenkraut, welches zum Experimentieren einlädt.

Anbau, Pflege und Düngung

Kerbel ist ein einjähriges Kraut und kann ab März im Freiland ausgesät werden, da die Pflänzchen wenig kälteempfindlich sind. Bis in den Spätsommer hinein, sprich bis August oder September kann immer wieder nachgesät werden, damit während der Vegetationsperiode stets frische, zarte Kerbelblättchen zur Verfügung stehen. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. An den Boden werden keine besonderen Anspräche gestellt.

Der Boden ist feucht und unkrautfrei zu halten, wobei Staunässe unbedingt vermieden werden muss. Die Pflanzen sollten regelmäßig auf Schädlinge wie Blattläuse oder Kerbelmotte sowie Krankheiten wie Rost, Mehltau oder andere untersucht werden. Eine Düngung ist nicht erforderlich, wenn in den Boden Kompost eingearbeitet wurde.

Ernte

Kerbel wird im Wesentlichen frisch geerntet eingesetzt und nur selten mit dem Ziel der Konservierung geerntet. Die zarten, jungen Blätter und Triebe werden vor dem Einsetzen der Blüte abgeschnitten. Da Kerbel am besten das ganze Sommerhalbjahr hinweg immer wieder nachgesät wird, stehen ständig kurz vor der Blüte stehende Triebe zur Verfügung.

Kerbel geerntetKerbel wird eine durchblutungsfördernde Wirkung nachgesagt. (Foto by: © Corinna Gissemann / fotolia.com)

Lagerung und Haltbarkeit

Kerbel wird zumeist für die frische Verwendung angebaut. Das Haltbarmachen lässt sich am besten durch Einfrieren ermöglichen. Die Konservierung durch Trocknung ist theoretisch denkbar, aber nicht zu empfehlen, da der zarte Kerbel sehr stark an Aroma verliert.

Wirkung und Verwendung

Kerbel wird eine blutverdünnende und durchblutungsfördernde Wirkung nachgesagt, welche man sich für verschiedene volksmedizinische Behandlungen zu Nutze macht. Menschen mit Neigung zu Thrombosen oder Krampfadern können bei regelmäßigem Verzehr das Fortschreiten der Erkrankungen vermeiden. Auch bei Menstruationsproblemen kann durch die blutverdünnende und durchblutungsfördernde Wirkung eine Linderung erreicht werden.

Zudem soll Kerbel durch die bessere Durchblutung der Geschlechtsorgane die Libido verbessern. Um all diese Wirkungen zu erreichen sollte Kerbel stets frisch und möglichst nicht erhitzt verwendet werden. Er sollte demnach frisch gehackt zum Ende der Garzeit zugegeben werden. Kerbel eignet sich besonders für Gerichte mit wenig intensivem Eigengeschmack wie für Geflügel- oder Fischgerichte. Auch Gemüse profitiert vom leichten und unaufdringlichen Aroma des Kerbels.


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