Kochen im Erd-Herd

Fleisch und Gemüse aus dem Erdofen klingt verlockend und ist nebenbei in jedem Garten anwendbar. Für die Zubereitung wird kein Griller verwendet, sondern lediglich eine Erdgrube. Klingt steinzeitlich, schmeckt jedoch aufgrund der beigefügten Kräuter einzigartig.

ErdofenEin Erdofen im Garten bringt neue Kochexpeditionen mit sich. (Foto by: © Gutekueche.at)

Neu ist der Erd-Ofen, der eigentlich eine Kochgrube ist, nun wirklich nicht. Kurz nachdem der Homo erectus vor 1,9 Millionen Jahren das Kochen erfunden hatte, gab es auch schon die ersten Erd-Herde. Das waren Erdgruben, die nicht größer als ein Topf waren, die gut abgedichtet und mit Wasser gefüllt wurden. Im Feuer erhitzten unsere Vorfahren dann Steine, die sie in die Kochgruben warfen und so das Wasser zum Sieden brachten.

So werden wohl die ersten Suppen gekocht worden sein. Die Art des Kochens in der Kochgrube ist offensichtlich etwas in Vergessenheit geraten. Dabei ist diese abenteuerliche Art der Speisenzubereitung mindestens so spannend wie das Grillen.

So baut man einen Erdofen

Wer zum Kochen im Erd-Herd übergeht, sollte sich zunächst auf die Suche nach Steinen machen. Mindestens 20 bis 30 Stück sollten es schon werden, allesamt faustgroß und idealerweise Flusskiesel. Jetzt macht man sich ein schönes, sattes Feuerchen: Heiß und kräftig sollen die Flammen lodern.

In dem Feuer werden die gesammelten Steine zum Glühen gebracht. Dabei sollte man vorsichtig sein. Besonders noch feuchte Flusskiesel neigen dazu, in der angefachten Hitze plötzlich zu platzen. Man verwendet deshalb besser gut abgetrocknete Steine oder man geht dem prasselnden Feuer gegenüber wieselflink in Deckung, um keine Splitter abzubekommen.

Wer andern eine Grube gräbt

In der Zwischenzeit kann man auch gut eine Grube graben. Hat man lediglich ein paar Steaks, etwas Gemüse oder einige Fische, reicht ein Loch von etwa 80 bis 100 Zentimetern Durchmesser. Die Tiefe sollte zwischen 50 bis 70 Zentimetern liegen. Wer einen Spaten besitzt kann ihn gern dazu verwenden. Die Grasnarbe zur Seite legen, sie kann nach dem Kochvorgang wieder eingepasst werden.

Gemüse für den ErdofenGemüse aber auch Fleisch kann in einem Erdofen zubereitet werden. (Foto by: © Stefan Körber / fotolia.com)

Mindestens 1,5 Stunden sollen die Steine im Feuer glühen. Dann werden sie vorsichtig und zügig zugleich aus der Asche gegraben und in die vorbereitete Kochgrube gefüllt. Anschließend legt man eine ordentliche Schicht frisches Gras oder besser noch duftende Kräuter auf die glühenden Steine. Dann folgt eine Laubschicht. Das Kochgut, Gemüse, Fisch oder Fleisch, wird am besten in Stücke geschnitten und in Blätter gewickelt.

Zum Einwickeln eignen sich beispielsweise große Ahornblätter. Hartes Laub, beispielsweise Eichenlaub, würde das Fleisch oder den Fisch bitter machen. Außerdem machen die vielen Gerbstoffe das Kochgut trocken und zäh. Dann legt man das eingewickelte Kochgut auf die Blätterschicht. Man bedeckt es seinerseits mit Blättern. Hinterher wird die Grube zügig mit Sand oder mit Erde bedeckt, bis kein Dampf mehr aus der Grube kommt. Schon 20 Minuten später kann diniert werden, denn das Kochgut ist gar. Wer größere Fleischstücke im Erd-Ofen zubereiten will, benötigt allerdings mehr Zeit.

Ein halbes Schwein

Eine ganze Wildschweinkeule muss durchaus eine Stunde oder noch längere Zeit in der Grube bleiben. Soll „eine halbe Sau“ zubereitet werden, muss die Grube dementsprechend größer ausgehoben werden. Glühende Steine, Kräuter, Gräser und Laub benötigt man dann auch in größeren Mengen. Schlau ist deshalb, wer seine Grube bis zu 1,5 Meter tief aushebt und Feuer und Steine direkt in der Grube entzündet. Letztendlich wird man mit Erfahrung und einem spitzen Stock feststellen, ob das Schwein nun endlich durch ist. Wie damals der Homo erectus.


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