Kräuter im Winter - Überwinterung

Im Herbst ist die Zeit gekommen, den Garten, die Terrasse und den Balkon winterfest zu machen. Was wird nun aus den Kräutern, die uns während der ganzen Vegetationsperiode so viel Freude bereitet haben? Richtig Überwintern ist ganz leicht!

Überwintern frostempfindlicher KräuterTöpfe mit winterharten Kräutern können über Winter im Freien bleiben. (Foto by: © Christian Knospe / fotolia.com)

Welche Kräuter können draußen bleiben, welche müssen frostfrei überwintert werden? – Wer erfolgreich einen Kräutergarten gepflegt hat, möchte natürlich im Herbst nicht alles sich selbst überlassen. Mit dem richtigen Überwintern kann man einiges tun.

Kräuter sind ein-, zwei- oder mehrjährige Pflanzen. Die einjährigen Pflanzen bilden Samen, sichern somit die Erhaltung ihrer Art und sterben ab. Will man solche Kräuter wie Basilikum oder Kresse auch im Winter frisch haben, muss man sie auf der Fensterbank kultivieren. Diese Kräuter erreichen im Allgemeinen nicht das Aroma des Sommerkrautes, da die intensive Sonneneinstrahlung fehlt.

Überwintern im Freien

Alle winterharten Kräuter wie zum Beispiel Zitronenmelisse, Estragon, Schnittlauch, Pfefferminze und viele andere verbleiben im Freien, also im Garten oder auf der Terrasse. Besonders in rauen Lagen, wo starke Fröste zu erwarten sind, benötigen dennoch auch diese Kräuter einen Winterschutz, um gut über die kalten Tage zu kommen. Die einfachste Art ist das Abdecken mit Laub. Eine Laubschicht tut den winterharten Kräuter besonders gut, wenn Barfröste auftreten. Als Winterschutz haben sich auch Fichtenzweige und Stroh bewährt.

Keinesfalls dürfen die Pflanzen mit Plastikfolien abgedeckt werden, weil sie sonst förmlich darunter „ersticken“ oder - sobald es wieder wärmer wird - Schimmel auftreten kann. Vor dem Abdecken ist zu prüfen, dass die Erde feucht ist. Nach lang anhaltendem Frost ist ebenfalls zu prüfen, ob die Erde noch feucht ist. Erscheint die Erde trocken, sollte gegossen werden, sobald der Boden offen ist. Pflanzen, die im Frühjahr nicht austreiben sind oft nicht erfroren, sondern vertrocknet.

Überwintern im FreienAls Winterschutz haben sich auch Fichtenzweige und Stroh bewährt. (Foto by: © argot / fotolia.com)

Überwintern von Töpfen und Kübeln

Töpfe oder Kübel mit winterharten Kräutern können über den Winter im Freien bleiben. Voraussetzung ist, dass die Gefäße dem Frost standhalten. Die Gefäße müssen jedoch mit einem isolierenden Material z.B. Noppenfolie, Jutesäcken Styropor oder Strohmatten eingepackt werden. Die Pflanzen können ebenfalls abgedeckt oder mit einem handelsüblichen Winterschutz versehen werden.

An einem windgeschützten Ort, auf Styropor abgestellt, werden sie den Winter gut überstehen. Pflanzen in kleinen Pflanzgefäßen sollten, wenn es möglich ist, bei langanhaltendem und starkem Frost vorübergehend in einem Schuppen, einer Garage oder einem anderen kühlen, aber frostfreien Raum untergebracht werden.

Überwintern frostempfindlicher Kräuter

Mediterrane und andere frostempfindliche Kräuterpflanzen, beispielsweise Lorbeer, Rosmarin und Ananassalbei, müssen an einem frostfreien, kühlen und hellen Standort überwintern. Die Temperatur sollte im Bereich von 5 bis 10 °C liegen. Ungeeignet sind dunkle Kellerräume oder beheizte Wohnräume. Die Pflanzen befinden sich in Winterruhe. Sie haben nur einen ganz geringen Wasserverbrauch. Der Boden darf aber nie ganz austrocknen. Keinesfalls darf man die Kräuter, bevor sie ins Winterquartier gebracht werden, düngen.

Gleiches gilt für die Dauer ihres Aufenthaltes am Überwinterungs-Standort. Erst im Frühjahr, wenn wieder mehr gegossen wird und der Austrieb beginnt, kann eine leichte Düngung erfolgen. Egal wo man die Kräuter überwintert, sie sollten zurückgeschnitten werden. Zum genauen Zeitpunkt gehen die Meinungen auseinander. Der Schnitt kann im Herbst erfolgen und damit die Winterruhe einläuten. Oder aber der Schnitt erfolgt erst im Frühjahr, weil man dann gut erkennt, welche Pflanzenteile erfroren sind.


Bewertung: Ø 3,8 (5 Stimmen)

User Kommentare