Kräuter im Winter

Der Duft frischer Kräuter verzaubert so manche im Sommer. Aber auch im Winter müssen Sie nicht auf den Genuss von eigenen Gartenkräutern verzichten.

KräuterKräuter und Gewürze enthalen viele wichtige Inhaltsstoffe. (Foto by: © lily / fotolia.com)

Kräuter verzaubern die Menschheit seit etlichen Jahrhunderten. Im Mittelalter schimpfte man Frauen, die damit Kochen oder gar Medizin herzustellen wussten, abfällig „Hexen“, heute sind die Geschmacksverfeinerer gar nicht mehr vom Tisch wegzudenken. Spielerisch verleihen sie Suppen, Aufstrichen und Salaten eine besondere Note.

Kräutergeschichte

Bei den Chinesen dürften edle Kräuter bereits drei Jahrtausende v. Chr. bekannt gewesen sein, die eigentliche Geschichte begann aber wahrscheinlich mit Lorbeer und Kümmel, und das schon viel früher. Die Ausbreitung reichte eine Weile später bis nach Ägypten. Die europäische Kultur erfassten Kräuter und Gewürze unter der Herrschaft der Griechen und Römer. Die seltenen und beliebten Kräuter stellten eine Rarität dar. Vor allem unter den Römern beliebt, fanden sie letztendlich den Einzug nach Europa und waren damals sehr wertvoll und teuer.

Wertvoller Inhalt

Gewürze und Kräuter enthalten viele wichtige Inhaltsstoffe, die uns auch im Winter nicht enthalten bleiben sollten. Garten- und Wildkräuter überzeugen mit starker Würzkraft und mit den gesunden Inhaltsstoffen. In größerem Ausmaß kommen folgende Stoffe in Kräutern und Gewürzen vor:

  1. Gerbstoffe – Diese wirken beruhigend und verleihen Kräutern einen etwas herben Geschmack. Vorkommen: Salbei, Thymian, Majoran
  2. Scharfstoffe – Diese sind der Grund, warum zum Beispiel Pfeffer scharf schmeckt. Die Anwesenheit von Alkaloiden verleiht folgenden Gewürzen einen brennend-scharfen Geschmack: Chili, Pfeffer, Knoblauch. Scharfstoffe können Infektionen entgegenwirken.
  3. Bitterstoffe – Fördern die Verdauungstätigkeit und stärken das Nervenkostüm. Rosmarin enthält viele Bitterstoffe, aber auch der Enzian
  4. Ätherische Öle – Die speziellen Duftstoffe werden in der Kosmetik seit langem eingesetzt. Ätherische Öle von Kurkuma, Anis, Fenchel oder Kamille dürfen in Cremes und Salben nicht fehlen. Außerdem enthalten Kräuter eine Vielzahl an Vitaminen und Spurenelementen. Lesen Sie deshalb, wie Sie auch im Winter an frische Kräuter kommen können.

Kräutertipps

KräutersträußchenKräuter gehören zu einer gesunden Lebenweise einfach dazu. (Foto by: © Team 5 / fotolia.com)

Küchenkräuter sind das Um und Auf in jeder guten Küche und haben bei einer gesunden Ernährungsweise einen hohen Stellenwert. Denn frische Kräuter haben so viele unterschiedliche bioaktive Substanzen, das diese fast schon wie eine Arznei wirken.

Empfindlich, aber beständig

Warum sollte man den Geschmack von frischen Kräutern nur im Sommer genießen? Glücklicherweise gibt es einige Kräuter, die mit richtigem Schutz den Winter nahezu mühelos überstehen können. So gibt es auch im Winter Kräutergärten die blühen. Folgende Pflanzen eignen sich zum Beispiel zur Überwinterung:

Thymian – Der typische Gartenthymian besitzt einen charakteristischen Geschmack, der besonders durch seine Würze besticht. Im Sommer lässt sie rosa Blüten sprießen, aber auch im Winter kann man ihren feinen Duft im Kräutergarten vernehmen. Heißer Tipp: Thymian-Tee hilft gegen Rachen- und Bronchienbeschwerden. Thymian lässt sich auch bei Schnee ernten!

Salbei – Ob Fisch- und Fleischgerichte, oder deftige Eintöpfe und letztendlich sogar Tee – die Familie der Salbeipflanzen weiß allesamt gut zu würzen und überrascht dabei durch die deckende Würzkraft.

Rosmarin – Der Rosmarin sollte nicht von der Wintersonne beschienen werden. Fleisch, Geflügel und Fisch kann damit unter anderem verfeinert werden. Als Merksatz gilt: Rosmarin mag es lieber kalt und schattig.

Lavendel – Die Pflanze aus der Familie der Lippenblütler überzeugt mit hervorragendem Duft. Während Lavendel in der Kosmetik in Form von ätherischen Ölen auftritt, hat er in der Küche mit Süßspeisen und Tees seinen großen Auftritt.

Bergbohnenkraut – Als Arzneipflanze oder Zierpflanze wird das Bergbohnenkraut verwendet. Ganze Zweige der stark-würzigen Pflanze können Grillgut und anderen Speisen beigemengt werden.

Optimaler Schutz im Winter

Kräuter im TopfKräuter im Topf überstehen jeden Winter, man muss nur den Standort wechseln. (Foto by: © Floydine / fotolia.com)

Die „winterlieben“ Kräuter überstehen die kälteste Jahreszeit auch im Kräutergarten, aber dennoch gehören die empfindlichen Kräuter im Winter gut abgedeckt. Stroh, trockene Gräser oder Tannenzweige eigenen sich hervorragend zum Abdecken.

Achten Sie allerdings darauf, dass die Tannenzweige nicht nadeln, da die Tanne in diesen Momenten Säuren freisetzt. Grundsätzlich stellen Tannenzweige aber den besten Schutz gegen Frost dar. Je nach Lage des Kräuterbeetes kann es auch notwendig sein, Kräuter auszugraben und an einen helleren, aber kühlen Standort zu verlagern. Auf diese Art können hauptsächlich folgende Kräuter geschützt werden: Salbei, Rosmarin, Oregano, Lavendel, Bohnenkraut, Thymian.

Häuslicher Schutz Schnittlauch muss als Ausnahme einmal durchfrieren und kann danach in einem Topf ins Haus geholt werden. An einem kühlen, aber hellen Ort lässt er dann relativ bald seine ersten Triebe sprießen. Man kann natürlich auch andere Pflanzen ins Haus holen. Vor dem ersten Frost sollten die Kräuter an einem trockenen Tag ausgegraben werden. Ein Wintergarten mit maximal 20°C eignet sich dann hervorragend zur Aufbewahrung der Kräuter im Haus. Nicht immer ist garantiert, dass alle Kräuter überleben. Wichtig ist, dass viel Wintersonne zu den Pflanzen scheint, jedoch darf es gleichzeitig nicht zu warm werden. Der Erfolg der häuslichen Methode hängt von unterschiedlichen Faktoren, wie Wärme, Feuchtigkeit, Lichtzufuhr, ab, die natürlich sehr häufig variieren können.

Unkomplizierte Lagerung Es gibt aber auch andere Lösungen für den Winter, beispielsweise das gezielte Haltbarmachen von Kräutern. Verschiedene Methoden existieren, um auch im Winter Kräuteraromen auf unkomplizierte Art und Weise genießen zu können.

Trocknen Die wohl älteste Methode der Haltbarmachung ist das Trocknen. Die Kräuter werden an einem trockenen Tag, möglichst nicht zur Mittagszeit, geerntet und so schnell wie möglich zu Sträußen und Bündeln gebunden. Danach hängt man sie in einem trockenen, ungeheizten Raum auf. Achten Sie darauf, dass die Sträuße nicht zu groß werden und genügend Luft zum Kraut gelangen kann. Die Kräuter können aber auch auf Papier ausgebreitet und im Backofen oder der Mikrowelle getrocknet werden. Wenn sich die Kräuter leicht mit den Fingern zerreiben lassen, dann sind sie gut getrocknet. Das Trocknen eignet sich besonders für Kräuter, die mitgekoch werden können, also z.B.: Melisse, Dill, Schnittlauch, Basilikum, Thymian oder Petersilie.

Einfrieren Diese Methode ist die wohl unkomplizierteste überhaupt. Die Kräuter werden kleingehackt und danach in Beuteln oder in Portionen eingefroren. Tipp: Frieren Sie Kräuter mit ein wenig Wasser in Eiswürfelbehältern ein. Petersilie lässt sich sogar in Sträußen einfrieren.

Einlegen Das Einlegen von Kräutern ist vielleicht nicht jedem ein Begriff. Schmackhafte Kräuteröle können dadurch gewonnen werden. Besonders gut zum Einlegen eignet sich hochwertiger Weinessig, aber auch Speiseöl. In schönen Flaschen stellen die eingelegten Kräuter gleich eine nette Dekoration dar. Basilikum, Dill, Wacholder und Zitronenmelisse lassen sich gut in Essig einlegen, mit Öl harmonieren nahezu alle Gewürze und Kräuter. Mit diesen Tipps lassen sich Kräuter ganz einfach das ganze Jahr über genießen.


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User Kommentare

Snezana
Snezana

Wenn ich einen eigenen Garten hätte, hätte ich auch viele Kräuter.

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