Kürbiskernöl - das grüne Gold aus Österreich

Das einmalige, nussige Aroma des steirischen Kürbiskernöles zieht immer mehr Feinschmecker aus aller Welt in seinen kulinarischen Bann.

KürbiskernölSteirisches Kürbiskernöl ist aus der Küche nicht mehr wegzudenken. (Foto by: © istock.com)

Seit Jahrzehnten schätzen Gourmets in aller Welt die kulinarischen und gesundheitlichen Vorzüge dieser Delikatesse. Einfach und doch raffiniert wird das Kürbiskernöl aus dem steirischen Ölkürbis gewonnen und hat eine dickflüssige Konsistenz sowie eine grüne bis dunkelbraune Farbe, die durch die Schalenrückstände entsteht.

Nicht nur ein Salatöl

Das grüne Gold aus Österreich findet als Salatöl aber auch in vielerlei anderen Gerichten seine geschmackvolle Verwendung. In der Steiermark schon seit mehr als 100 Jahren hergestellt, erobert die traditionsreiche steirische Spezialiät nun auch die Küchen europaweit und in Übersee.

Geschichte des Öls

Der Speisekürbis, Cucurbita pepo, stammt aus Mittelamerika und ist dort seit Jahrtausenden Kulturpflanze. Nach der Entdeckung Amerikas wurde der Speisekürbis auch nach Europa und Asien eingeführt, wo er bis heute ein beliebtes Gemüse darstellt. Die Gewinnung von Kürbiskernöl erfolgt aus einer speziellen Kreuzung. Dieser Kürbis mit nichtverholzenden Samenschalen ist auf das südöstliche Österreich und die angrenzenden Gebiete der Nachbarländer beschränkt und wird erst seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts in größerem Umfang betrieben. Und diese Kürbisart liefert auch die wertvollen Kerne für das bekannte Kürbiskernöl.

Herstellung

Kürbiskernöl FeldEin Kürbisfeld mit steririschem Ölkürbis - daraus wird das Kürbiskernöl gewonnen. (Foto by: © DoraZett / fotolia.com)

Ab Ende September bis Ende Oktober findet die Ernte der Kürbisse statt. Davor sind die Kürbiskerne noch unreif und haben einen scharfen Geschmack. In vielen kleineren Betrieben wird der Kürbis noch händisch geerntet. Dabei werden die Kürbisse auf dem Acker oder am Bauernhofmit einem Hausmesser geteilt und die Kerne werden mit der Hand von der Frucht gelöst. Diese Art der Ernte ist äußerst schonend und es gibt nur wenig Ernteverluste, dafür aber ist sie sehr arbeitsaufwendig.

Die Kerne

Nach der Ernte werden die Kürbisse sofort entkernt und die Kerne gewaschen, um sie vom anhaftenden Fruchtfleisch zu befreien. Ungewaschene Kerne beginnen im Sammelbehälter sehr schnell zu gären, verlieren mit der Haut ihre typische Grünfärbung und werden weiß. Die handgeernteten Kerne werden meist auf Rosten an der Sonne 1-2 Wochen lang getrocknet. Maschinelle erfolgt das Trocknen in Flachrostanlagen bei 50 bis 60 Grad und dauert nur 12 bis 15 Stunden.

Das Öl-Pressen

Sobald die Kerne trocken sind werden diese gepreßt. Dabei werden pro Liter ca. 2,2 bis 2,4 kg Kerne vermahlen und mit Wasser und Salz zu einem Brei geknetet. Diese Masse wird 1/2 Stunde lang bei 60 Grad geröstet - bis das Wasser verdunstet ist. Das in den Kernen enthaltene Öl wird dadurch aufgeschlossen. Schließlich kommt die Masse in die Presse. Zwischen zwei Steinplatten wird das Kürbiskernöl bei einem Druck von 300 bis 350 bar gewonnen. Die Schwebteile läßt man ca eine Woche absitzen oder entfernt sie durch Filtration.

Qualität von Kürbiskernöl

Steirisches KürbiskernölDie Beschriftung "g.g.A." ist zu 100% steirisches Kürbiskernöl. (Foto by: © plenz1 / fotolia.com)

Nur Steirisches Kürbiskernöl mit der Beschriftung "g.g.A." für geschützte geographische Angabe ist 100% rein und stammt aus der Steiermark. Flaschen die diese Bezeichnung nicht tragen unterliegen nicht den "g.g.A" Qualitätskontrollen noch garantieren sie 100%ige Reinheit des Kürbiskernöls. Ein gutes Kürbiskernöl darf keinen bitteren Geschmack hinterlassen, noch nach Fruchtfleisch oder Fett schmecken. Ein Tropfen bleibt auf einem Salatblatt haften und zerfließt nicht.

Achtung! Im Handel befinden sich auch mit Billigölen gestreckte Kürbiskernöle. Häufig tragen diese Flaschen die Beschriftung "Salatöl".

Tipps & Tricks mit Kürbiskernöl

  • Das Öl sollte immer kalt verwendet werden - nur so bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten.
  • Kürbiskernöl ist sehr lichtempfindlich, bewahren sie es daher dunkel und kühl, aber nicht zu kalt auf.
  • Falls Sie Flecken auf Ihrer Kleidung haben: Versuchen Sie nicht, dies zu waschen. Kernölflecken sind hartnäckig. Hängen Sie das Kleidungsstück statt dessen an die Sonne, und der Fleck verschwindet nach kurzer Zeit von selbst.
  • Wenn Sie einen Salat mit Kürbiskernöl marinieren, verwenden sie zuerst das Kernöl und erst dann die anderen Zutaten (Essig, usw.). Das Öl haftet dann besser an den Salatblättern.
  • Salate mit Kürbiskernöl sollten nicht der Sonne aussetzen werden - Geschmack wird bitter.
  • Ein gutes Kürbiskernöl darf keinen bitteren Geschmack hinterlassen, noch nach Fruchtfleisch oder Fett schmecken. Ein Tropfen bleibt auf einem Salatblatt haften und zerfließt nicht.
  • Angebrochene Flaschen Kürbiskernöl sollten am besten im Kühlschrank aufbewahrt werden und sind dort gut 12 Monate genießbar.
  • Vor der Verwendung in der Kalten Küche sollte man das Öl wieder auf Zimmertemperatur bringen, damit sich die Aromastoffe voll entfalten können.
  • Wer Kürbiskernöl beim Kochen verwendet, sollte darauf achten, das Öl nie richtig zu erhitzen sondern lediglich zu erwärmen, damit nicht das Aroma und die wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen.

Rezepte mit Kürbiskernöl


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User Kommentare

-michi-
-michi-

zum vanilleeis finde ich es auch superlecker. das meint man am anfgang gar nicht, klingt ja auch etwas befremdlich, aber es harmoniert super

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Tinetrix10
Tinetrix10

Ich kaufe nur steirisches Kürbiskernöl mit der Grünen Banderole. Da bin ich mir sicher das es 100 Prozent echtes Öl ist. Wir verwenden es täglich für Salate, Eierspeis und sogar zum Vanilleeis.

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