Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktose). Ein Mangel des Verdauungs-Enzyms Laktase verursacht das Syndrom. Laktase spaltet Milchzucker im gesunden Darm und kann bei Laktose-Mangel in Tablettenform aufgenommen werden. Auch eine laktosefreie Diät kann Abhilfe schaffen.

Milch ohne LaktoseDie kongenitale Laktose-Intoleranz ist eine Erbkrankheit. (Foto by: © Johanna Mühlbauer / fotolia.com)

Unverdaute Laktose führt im Dickdarm zu Problemen

Milchzucker (Latkose) kommt als Zweifachzucker (Disaccharid) in der Milch der Säugetiere vor und besteht aus zwei Einfachzuckern (Monosaccharide): Dem Schleimzucker (Galaktose) und dem Traubenzucker (Glukose). Die Dünndarmschleimhaut produziert das Verdauungsenzym Laktase. Dieses körpereigene Eiweiß spaltet den Milchzucker in seine Einfachzucker und ermöglicht so die Resorption.

Wenn Laktase fehlt oder wirkungslos geworden ist, gelangt der Milchzucker in den Dickdarm, wo es zu bakteriellen Gärungsprozessen kommt. Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall können die Folgen sein. Bei einigen Menschen sind die Symptome jedoch unterschwellig oder unspezifisch, weswegen Laktose-Intoleranz lange unentdeckt bleiben kann.

Laktose-Intoleranz ist die biologische Normalität

Der Dünndarm der Säugetiere produziert Laktase nur im Säuglingsalter. Dies ist biologisch gesehen ja auch zweckmäßig, da Laktose ausschließlich in der Muttermilch vorkommt. Auch beim Menschen sind diese Verhältnisse die ursprüngliche Situation. Nun lernte der Mensch aber die Nutzung der Milch von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden und passte sich den neuen Verhältnissen an:

In der Bevölkerung der aufkommenden „Milchkulturen“ entstand die Fähigkeit des Dünndarms, Laktase lebenslang zu produzieren. Doch ist dieser Evolutionsschritt keineswegs abgeschlossen. Das Merkmal „lebenslange Laktose-Verträglichkeit“ ist daher in der Weltbevölkerung sehr unterschiedlich verteilt. Anders ausgedrückt: Die Laktose-Intoleranz folgt einem kontinentalen Gefälle. So beträgt der Anteil der Menschen, die keinen Milchzucker vertragen, in China, Südafrika und Südamerika etwa 90%. Milchkonsum ist in diesen Regionen – zumindest unter der „Urbevölkerung“ – fast unüblich.

Ganz anders in der nordwestlichen Hemisphäre, in deren Populationen die Laktose-Intoleranz nur mit einem Anteil zwischen 5% und 20% auftritt. Innerhalb Europas zeigt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Während in Skandinavien und Mitteleuropa der Anteil bei nur 5% liegt, vertragen in Italien, Spanien und Griechenland 30% der Menschen keine oder nur geringe Mengen Laktose. Die europäische „Grenze“ zu den stärker betroffenen Regionen bilden die Alpen. So nehmen die Schweiz und Österreich mit 15% -20% Laktose-Intoleranten eine Mittelstellung ein.

Laktoseintoleranz mit MagenbeschwerdenMit Labortests kann der Arzt die Laktose-Intoleranz diagnostizieren (Foto by: © Photographee.eu / fotolia.com)

Laktose-Intoleranz ist formenreich, aber mit Diät und Tabletten gut behandelbar

Mit verschiedenen Labortests kann der Arzt die Laktose-Intoleranz diagnostizieren. Er wird auch feststellen, ob es sich um die genetisch bedingte Laktose-Intoleranz oder um eine erworbene Unverträglichkeit handelt. Diese Sonderfälle können auf einer ganzen Reihe von Faktoren beruhen. So können Medikamente oder chronische Darmkrankheiten die Verdauungsstörung ebenfalls auslösen. Die kongenitale Laktose-Intoleranz ist eine Erbkrankheit, die bereits Säuglinge betrifft.

Muttermilch ist dann tabu, es hilft nur eine spezielle Babynahrung. Laktosefreie oder laktosearme Diäten sind auch der wichtigste therapeutische Weg zur Behandlung der Krankheit im Erwachsenenalter. Je nach individuell vertragener Schwellendosis muss der Kranke auf die Auswahl der Milchprodukte achten. Erfreulicherweise bieten heute alle gutsortierten Supermärkte schon laktosefreie Milch und Milchprodukte an.

Zu berücksichtigen ist, dass die Lebensmittelchemie Laktose als Zusatzstoff verwendet und daher versteckt in vielen Nahrungsmitteln vorkommt. Wurst und Fertiggerichte, Dosensuppen, Instantprodukte und viele Süßigkeiten können Lakoseträger sein! Da scheint es manchem Betroffenen sinnvoll, das fehlende Laktase-Enzym in Tablettenform während des Essens zuzuführen. Diese unbedenklichen Medikamente gibt es heute in jeder Drogerie.


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