Liebstöckel

Liebstöckel, oder besser dessen Geschmack, kennt wohl jeder. Das Kraut ist eine der geschmacksbestimmenden Komponenten im Maggi-Gewürz, weshalb es auch häufig als Maggi-Kraut bezeichnet wird. Wohldosiert eignet es sich auch für die heimische Küche und findet sich deshalb auch zunehmend in Kräutergärten.

LiebstöcklDie Blätter des Liebstöckels können getrocknet und eingefroren werden. (Foto by: © Dennis Keck / fotolia.com)

Liebstöckel kann eine lange Tradition als Gewürz und Heilpflanze vorweisen. Der für ein Kraut außergewöhnliche Name ist auf die volksmedizinische Annahme zurückzuführen, dass Liebstöckel eine anregende und aphrodisierende Wirkung besitzt. Auch wenn diese Theorie nie belegt werden konnte, so findet sich Liebstöckel dennoch wieder vermehrt in unserer heimischen Küche. Das auch optisch sehr ansprechende Kraut lässt sich gut im Eigenanbau kultivieren. Liebstöckel wächst als bis zu 2 Meter hohe Staude mit außergewöhnlichen Blättern, deren Oberseite dunkelgrün und Unterseite hellgrün ist.

Anbau, Pflege und Düngung

Die stattliche ausdauernde, mehrjährige Staude braucht einen sonnigen bis halbschattigen Platz im Kräutergarten. Sie benötigt einen sehr nährstoffreichen Boden. Die Jungpflanzen kann man kaufen oder selbst aus Samen ziehen. Es ist auch möglich, eine ältere Staude zu teilen. Das Pflanzloch wird mit reifem Kompost und einem organischen Langzeitdünger, wie zum Beispiel mit Hornspänen, vorbereitet. In den Folgejahren empfiehlt es sich, das Liebstöckel zu düngen.

Dazu kann man im Herbst Kompost aufbringen oder im Frühjahr einen organischen Vorratsdünger einarbeiten. Ebenfalls möglich ist es, im Verlauf des Gartenjahres mehrfach Kopfdüngungen mit einem mineralischen Flüssigdünger oder einer verdünnten Brennnesseljauche durchführen. Die Pflanze muss stets feucht gehalten werden. Die Blütentriebe sind heraus zu schneiden, damit sich die Blätter kräftiger entwickeln können.

Ernte

Geerntet werden können die frischen, grünen nach Maggi duftenden Blätter während der gesamten Gartensaison über. Sie werden frisch verwendet oder konserviert. Da die Wurzel ebenfalls sehr aromatisch ist, kann auch sie geerntet werden. Im zweiten Jahr hat die Wurzel des Liebstöckels die beste Qualität. Will man die Wurzeln im Herbst ernten, so darf man nicht vergessen jedes Jahr wieder neue Liebstöckel zu pflanzen.

MaggikrautGeerntet werden können die frischen, grünen nach Maggi duftenden Blätter. (Foto by: © Thomas Siepmann/ fotolia.com)

Lagerung und Haltbarkeit

Die Blätter des Liebstöckels können sowohl getrocknet, als auch eingefroren werden, um sie für längere Zeit haltbar zu machen. Zum Einfrieren werden die Blätter gewaschen, trocken geschüttelt und locker in Gefrierbeutel oder Dosen eingefüllt. Den Behältern kann man bei Bedarf die entsprechende Anzahl gefrorener Blätter entnehmen. Auch die im Herbst geernteten Wurzeln können gelagert werden. Dafür werden sie gewaschen, rasch getrocknet, in Stücke geschnitten und in Schraubgläsern kühl und dunkel aufbewahrt.

Wirkung und Verwendung

Liebstöckel weist einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen und Gerbstoffen auf, enthält aber auch den Blutverdünner Cumarin. Das Kraut wirkt nicht nur entzündungshemmend und antibiotisch, sondern auch harntreibend, weshalb es zur Therapie der Blasenentzündung geeignet ist. Die wehenfördernde Wirkung kann die Menstruation erleichtern, führt aber auch dazu, dass Schwangere das Kraut mit Vorsicht genießen sollten.

In der Küche eignet sich Liebstöckel aufgrund des sehr intensiven Aromas vor allem für deftige Gerichte. Insbesondere Suppen profitieren vom würzigen Aroma des Liebstöckels. Allerdings sollte Liebstöckel sparsam dosiert werden, dass es aufgrund der hohen Würzkraft sonst leicht aufdringlich hervor schmeckt.


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