Majoran

Majoran gehört zu den traditionsreichsten Gewürzen in Südeuropa. Sein intensiver aber angenehmer Geschmack und das unvergleichliche Aroma machen ihn nahezu unverzichtbar für unsere heimischen Küchen. Da Majoran recht leicht zu kultivieren ist, sollte er in keinem Kräutergarten fehlen.

Majoran erntereifDer Erntezeitpunkt liegt idealerweise vor der Blüte im Juli und August. (Foto by: CSGdesign / iStock.com)

Majoran ist botanisch betrachtet mit Oregano und Thymian eng verwandt. Aroma und Geschmack ähneln dabei vor allem dem Oregano, weshalb diese Kräuter beim Kochen auch bisweilen alternativ verwendet werden können. Auch Thymian erinnert stark an Majoran, hat allerdings neben den würzigen Geschmackskomponenten auch süßliche Anteile.

Majoran stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wo der kleine Strauch seit langer Zeit kultiviert wird. Majoran ist sehr wärmeliebend und bildet in den warmen und sonnigen Sommermonaten den höchsten Gehalt an ätherischen Ölen aus. Anbau, Standort und Ernte sollten dahingehend geplant werden.

Anbau, Pflege und Düngung

Majoran ist sehr anspruchsvoll. Er benötigt einen warmen, sonnigen Standort. Der Boden muss leicht, durchlässig, nährstoffreich und kalkhaltig sein. Da der Majoran sehr frostempfindlich ist, wird er meist einjährig gezogen. Er kann von Mai an direkt ins Freiland gesät werden. Alternativ lässt er sich im Gewächshaus oder auf der Fensterbank gut vorkultivieren.

In diesem Fall erfolgt die Aussaat im März. Die Pflänzchen werden nach den Eisheiligen ins Beet, in einen Blumenkasten oder einen kleinen Kübel gepflanzt. Der Boden ist durch Hacken luftdurchlässig und unkrautfrei zu halten. Die Pflanzen sind regelmäßig auf Krankheiten und Insektenbefall zu untersuchen. Im Sommer kann mit etwas Stickstoff-haltigem Dünger wie Brennnesseljauche gedüngt werden.

Ernte

Majoran kommt zum Würzen frisch oder getrocknet zum Einsatz. Frische Triebe werden bei Bedarf einfach abgeschnitten. Werden die Spitzen so rundherum regelmäßig entfernt, verzweigt sich die Pflanze und schiebt viele frische Triebe. Der Erntezeitpunkt liegt idealerweise vor der Blüte im Juli und August. Die Pflanze wird auf eine Wuchshöhe von ungefähr 5 – 7 cm gekürzt und treibt dann neu aus. Oft kann im Herbst noch ein zweiter Schnitt erfolgen.

Lagerung und Haltbarkeit

Die Trocknung erfolgt unmittelbar nach der Ernte bei 30 – 40 °C oder an einem luftigen, schattigen Platz. Majoran sollte langsam und schonend getrocknet werden. Die Temperatur muss niedrig gehalten werden, damit die Blätter nicht schwarz werden. Nach dem Trocknen werden die Blätter von den Stängeln entfernt und in einem verschließbaren Gefäß dunkel aufbewahrt.

Getrockneter Majoran als GewürzMajoran sollte langsam und schonend getrocknet werden. (Foto by: © Viktor/ fotolia.com)

Wirkung und Verwendung

Majoran hat einen hohen Gehalt an verschiedenen ätherischen Ölen. Sie sind auch für die medizinische Wirksamkeit des Majorans verantwortlich. Majoran wirkt vor allem verdauungsfördernd. Dabei wird Blähungen vorgebeugt und die Ausschüttung von Verdauungssäften gefördert. Ebenfalls intensiv wirkt Majoran auf Nerven und Geist.

Seine beruhigende, ausgleichende Wirkung wird in Badezusätzen und Tee ausgenutzt. So kann Schlafstörungen und schwachen Nerven entgegen gewirkt werden. Fußbäder mit Majoran machen müde Beine munter und sogar bei beginnenden Erkältungen und festsitzendem Hustenschleim kann Majoran Linderung verschaffen. Beim Kochen wird vor allem die verdauungsfördernde Wirkung ausgenutzt.

Majoran kommt vor allem zum Würzen schwerer, fettige Gerichte oder bei Suppen mit blähenden Bestandteilen wie Gemüseeintöpfen zum Einsatz. Natürlich passt Majoran aufgrund seiner medizinischen Wirksamkeit aber auch aufgrund des würzigen Geschmacks bestens zu Gerichten mit schwer verdaulichen Hülsenfrüchten oder Kohlgerichten. Majoran schmeckt sehr intensiv und sollte daher sparsam dosiert werden.


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