Marillen oder Aprikosen

Süß, saftig, frisch – so sollte die Marille sein, denn dann schmeckt sie einfach am besten. Die beliebte Frucht stammt aus dem fernen China.

MarillenMarillen als Aphrodisiaka? Oder doch nur Einbildung? (Foto by: © Tim UR / fotolia.com)

Wenn die Marille bis zu ihrer vollen Reife am Baum hängen bleibt, kann sie ihr schmackhaftes Aroma ganz entfalten. Dann beginnt die Zeit der Marillenknödel, Kuchen und des Marillenkompotts. Die Marille gehört zu den Rosengewächsen.

Bereits vor 4000 Jahren wurde die süße Frucht im fernen China kultiviert. Alexander der Große brachte die damals exotische Frucht nach Griechenland und Italien, bis sie schließlich Verbreitungsgebiete in ganz Europa erreichen konnte. Gerade in Österreich werden jährlich etliche Kilos Marillen verspeist.

Aphrodisiaka

Aphrodisiaka sind Substanzen, die luststeigernd wirken sollen. Umstritten ist allerdings, ob sie die Libido wirklich anregen, oder ob einfach nur die Macht der Einbildung die erwünschten Erfolge erbringt. Der Gedanke an Aphrodisiaka reicht bereits bis in die Antike. Der Name leitet sich von den Festen zu Ehren der Göttin Aphrodite ab, auf denen auch luststeigernde Mittel eingenommen wurden.

Die österreichische Marille

Österreich verwandelt sich in den Frühjahr- und Sommermonaten zu einem wahren Marillenland. In der Wachau reift die „Wachauer Marille“, die von der Europäischen Union als geschützte Marke gilt, da sie besonders gute klimatische Voraussetzungen aufweist, die ihr einen einzigartigen Geschmack verleihen.

Lange Marillentradition

frische MarillenLange Marillentradition in Österreich vorallem in der Wachau.

Die Wachauer Marille gedeiht friedlich in der niederösterreichischen Wachau, wo sowohl das pannonische Klima, als auch die Nähe zur Donau, zum besonderen Aroma der Frucht beitragen. Aber nicht nur heute wird in der Wachau Obstanbau betrieben. Die ersten Hinweise auf das Vorhandensein von Marillen reichen zurück bis in die längst vergangene Zeit der Römer.

Nicht umsonst ist die Wachauer Marille die bekannteste in Österreich: Einerseits besitzt sie eine lange Tradition und andererseits wächst sie in einer wunderschönen Kulturlandschaft auf, die sogar in die Liste der UNESCO-Kulturdenkmäler aufgenommen wurde. Auch in anderen Gebieten Österreichs gedeihen Marillen in verschiedenen Formen und Farben. Somit sollte der Jahresbedarf der Österreicher gedeckt sein, selbst wenn die Ernte mal schlechter ausfällt.

Gesund und trotzdem gut

Die Marille ist eine ganz schön süße Frucht. Die Tatsache, dass sie zudem noch gesund ist, macht das Obst zu einem gesunden Snack für Zwischendurch. Viele Mineralstoffe und Spurenelemente machen die Marille so gesund.

  • Bioflavonoide – Diese kommen hauptsächlich in Zitrusfrüchten vor. Ihre Wirkung ist weitestgehend ungeklärt. Man weiß allerdings, dass Bioflavonoide allergische Reaktionen hemmen können und die Oxidation von Vitamin C im Körper verhindern.
  • Vitamin A – Nun, nicht das Vitamin A direkt kommt in den Marillen vor, sondern eine Vorstufe (Provitamin) davon. Das so genannte Beta-Carotin ist für den Sehprozess unerlässlich. Gesunde Haut, Nagel- und Schleimhäute gibt es gratis dazu. Andere Stoffe, die in der Marille vorkommen, sind das Niacin, viel Vitamin C und außerdem Kupfer, Eisen und Folsäure. Die Marille ist also ein wahres Allroundtalent, das den Organismus stärkt und einen gesunden Tagesablauf gewährleistet.

Einkauf und Lagerung von Marillen

Frische Marillen kauft man am besten auf dem Markt.Frische Marillen kauft man am besten auf dem Markt. (Foto by: panco / depositphotos.com)

Auch in der Küche ist die Marille vielseitig einsetzbar. Allerdings muss sie dann bereits von der „Wiege bis zur Verarbeitung“ begleitet werden, um in den Genuss des ganzen Aromas kommen zu können. Den vollsten Geschmack können natürlich nur reife Marillen entfalten. Kaufen Sie die Früchte auf alle Fälle so reif wie möglich, denn sie können später nicht mehr nachreifen. Vollreif ist das Obst, wenn es auf Fingerdruck leicht nachgibt.

Die Marille ist sehr empfindlich. Sie darf nicht zu nah bei anderen Früchten liegen und sollte vor dem Genuss gründlich gewaschen werden. Achten Sie bereits beim Kauf auf möglichst unversehrte Marillen, dann steht dem Genuss nichts mehr im Wege.

Lagerung

Am besten ist es, das Obst sofort und roh zu genießen. Wenn es nicht innerhalb eines Tages verarbeitet werden kann, müssen Marillen kühl gelagert werden. Im Kühlschrank halten sie bis zu einer Woche. Entkernt und halbiert können die Früchte eingefroren werden, sind dadurch länger haltbar und verlieren keineswegs an Geschmack.

Verarbeitungsmöglichkeiten

Marillen dürfen während der Sommerzeit in der Küche auf keinen Fall fehlen, zum Beispiel in Form von

  • Marillenkompott – Dieses ist aus der österreichischen Küche nicht wegzudenken. Marillenkompott kann beliebig mit anderen Früchten (Ribiseln, Johannisbeeren, etc.) ergänzt werden.
  • Marmelade – Aufs Frühstücksbrot geschmiert sichert der gesunde Morgensnack einen gelungenen Start in den Tag.
  • Gelee – Der verfestige Fruchtsaft der Marille wird zum Verfeinern von Süßspeisen verwendet oder gelangt auf direktem Wege in Konfitüren.
  • Nektar, Liköre, Branntwein – In flüssiger Form schmeckt der Saft der Marillen ebenfalls sehr gut.
  • Trockenobst – Marillen können einfach selbst getrocknet werden. Dazu müssen die halbierten Früchte in Zuckersirup getaucht und bei etwa 60°C im Backofen getrocknet werden. Nach ca. 10 Stunden sind die Marillen komplett trocken.
  • Aprikosenöl – Dieses kann sowohl für Salate verwendet werden, als auch bei trockener Haut. In der Kosmetik ist die Marille sehr beliebt.

Rezepte mit Marillen

Marillen dürfen in der Küche auf keinen Fall fehlen, schon gar nicht in der österreichischen. Diese Rezepte zeigen einige Beispiele, wie die Marille in der Küche verarbeitet werden kann.

Süße Verführungen:

Marillenmarmelade finden Sie in:


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User Kommentare

Marille
Marille

Aprikosenöl hört sich sehr interessant an, wusste nicht einmal das es so eines gibt. Besonders im Sommer für den Salat kann ich es mir gut vorstellen.

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spicy-orange
spicy-orange

Vor einigen Jahren waren wir mal im Burgenland auf Urlaub und dort hab ich die besten Marillen gegessen. Die haben uns so sehr geschmeckt, dass wir eine ganze Kiste mitgenommen haben und gleich zu Knödel, Kuchen und Marmelade verarbeitet haben.

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wiener-schnecke
wiener-schnecke

Da die Marillen sehr schnell faulig werden, wenn sie mal gepflügt sind, mache ich oft mit den überschüssigen Früchten eine köstliche Marillenmarmelade.

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