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Helfen Tabletten gegen Liebeskummer? |
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Es heißt, gegen jedes Wehwehchen sei ein Kraut gewachsen. Tatsächlich gibt es kaum eine Beschwerde, gegen die man nicht auch Tabletten nehmen könnte. Eine neue „Wunderpille“ soll jetzt auch bei Liebeskummer Abhilfe schaffen. Anti-Depressiva beeinflussen Gefühle „Bei Liebeskummer und Trennungen“ steht auf der Verpackung. 20 rote Tabletten sollen Herzschmerzen unterschiedlichster Art lindern - zum Beispiel bei unerfüllter Liebe, einer unglücklichen Beziehung, wenn man Verlassen wurde, sowie bei Verlust durch Tod oder Vereinsamung.
Jedes Gefühl, dass der Mensch hat, ist eine Interdependenz zwischen einer Stoffwechselreaktion und den Gefühlen. Wenn die Gefühle den Körper und die Substanzen des Körpers verändern, haben wir uns die Frage gestellt, ob es möglich ist, durch Beeinflussung der Substanzen des Körpers etwas zur Unterstützung der Gefühle zu tun.
Anti-Depressiva wirken genauso, dieser Stoff bewirkt letztlich eine vermehrte Bildung von Serotonin im Blut. Er wirkt natürlich nicht nur antidepressiv, sondern auch beruhigend und ausgleichend. Im Grunde kann er nichts anderes als klassische Anti-Depressiva. Ziel: Positive Einstellung wiedererlangen Die Liebeskummer-Tabletten bestehen aus zwei Vitaminen und aus dem Extrakt der afrikanischen Schwarzbohne. Die Inhaltsstoffe letzterer sollen im Körper die Produktion von Serotonin und Melatonin ankurbeln.
Serotonin ist bekannt als Stoff, der die positive Einstellung fördert und das Schmerzempfinden heruntersetzt. Das, was man normalerweise zum Beispiel auch aus der Schokolade -herauszieht-, wird von den Tabletten konzentriert zur Verfügung gestellt. Der Körper hat unmittelbaren Zugang dazu.
Die Tabletten versprechen, das Leben wieder in den Griff zu kriegen, sowie die eigene Positivität und Entschlossenheit wiederzuerlangen. Neurologe warnt vor Placebo-Effekt Der Neurologe Walter Amberger stellt die beruhigende Wirkung der Liebeskummer-Tabletten nicht in Frage. Er betont jedoch, dass der Placebo-Effekt - gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln - eine große Rolle spielt: „Wenn man selbst davon überzeugt ist und dafür relativ viel Geld ausgibt, ist der Placebo-Effekt sehr hoch. Bei zahlreichen Beschwerden liegt er durchaus in einer Höhe von 40 bis 50 Prozent.“ Hilfe in Anspruch nehmen Liebeskummer ist auf jeden Fall ernst zu nehmen. Aber dass man deswegen gleich zu Pillen greifen soll, hört der Mediziner nicht gerne. © ORF.at / kaernten.orf.at/magazin
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