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 Mit Magnetfeld gegen Depressionen
Mittels eines Magnetfeldes wird das Gehirn der Patienten stimuliert. Dabei werden stimmungsaufhellende Botenstoffe freigesetzt.

Wenn Medikamente nicht helfen
Wer unter Depressionen leidet, dem wird meist mit Gesprächstherapien und Medikamenten geholfen. Doch nicht jeder Patient spricht auf diese Behandlungen an. Wenn die Standardtherapie nicht hilft, gibt es eine neue Methode, die „Neuronavigierte transkranielle Magnetfeldstimulation“.

Voraussetzung für die Behandlung ist eine Untersuchung mittels Magnetresonanz. Die Bilder des Gehirns dienen als Grundlage für die Einstellung des Magnetstimulationsgeräts. Ein futuristisch wirkendes Stirnband ist notwendig, um die Kamera, die mit dem Gerät verbunden ist, richtig zu platzieren. Orientierungspunkte des Gesichtes helfen dem Gerät, die richtigen Einstellungen zu finden.

Individuelle Einstellung notwendig
Wie stark die Magnetfeldstimulation sein soll, wird individuell bestimmt und muss vor jeder Sitzung neu eingestellt werden. Bei der eigentlichen Behandlung wirkt das Magnetfeld, das mittels einer Spule auf dem Kopf platziert wird, für rund zwanzig Minuten auf das Gehirn ein.

Das Magnetfeld hat Einfluss auf den Stoffwechsel des Gehirns und damit auch auf die Ausschüttung von bestimmten Botenstoffen, die stimmungsaufhellend wirken.

Nicht für jeden geeignet
Die Behandlung wird meist über zwei Wochen täglich angewendet und dauert inklusive Vorbereitung rund 45 Minuten. Sie ist schmerzfrei, der Patient spürt lediglich ein Klopfen auf der Schädeldecke.

Als Nebenwirkung können vereinzelt Gefühlsstörungen oder Kopfschmerzen auftreten. Die Magnetfeldstimulation ist allerdings nicht für jeden geeignet. Ausgeschlossen werden beispielsweise Patienten mit Epilepsie, Implantaten im Ohr oder einem Herzschrittmacher.

Wissenschaftliche Studie präsentiert
Die Behandlung wird im Landesklinikum Mauer wissenschaftlich begleitet. Die ersten Ergebnisse der Studie wurden in den Chicago bei einem medizinischen Kongress präsentiert, erklärt die Leiterin des Neurochemischen Forschungslabors, Halina Baran. So wurde gezeigt, dass sich die Ausschüttung von Botenstoffen verbessert hat. Dieser Effekt deckt sich mit den Aussagen von Patienten, die berichten, dass die Depression gemildert wird.

Depressionen sind allerdings nicht das einzige Anwendungsgebiet. Magnetstimulation wird auch zur Behandlung von schwer behandelbaren Schmerzen sowie zur Verbesserung von Bewegungsstörungen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, sowie zur Diagnose nach schweren Schädelverletzungen eingesetzt.

Rasche Abfolge von Impulsen notwendig
Magnetstimulation an sich ist seit 20 Jahren bekannt. Wichtig für die Methode zur Behandlung von Depressionen ist aber die rasche Abfolge von Magnetimpulsen. Das war in diesem Umfang bis vor kurzem technisch noch nicht möglich, erklärt Berthold Kepplinger, der ärztliche Leiter des Landesklinikums Mauer-Amstetten. Dass eine Frequenz von 100 Hertz erreicht werden kann, habe erst der technische Fortschritt der letzten Jahre möglich gemacht.

© ORF.at / noe.orf.at/magazin
 
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