Raclette - Partygrill mal anders

Raclette, die Spezialiät aus der Schweiz, ist die hausfrauenfreundlichste Art für Gäste zu kochen. Kleine Pfännchen die pikant nach Lust und Laune selbst gestalltet werden. Schnell, einfach und gemütlich.

RacletteEin Raclette Abend verspricht puren Spaß mit Freunden. (Foto by: © M.studio / fotolia.com)

Das Prinzip des Raclettes kommt aus der Schweiz. Schon vor Jahrhunderten ließen die Hirten und Sennen in den abgelegenen Tälern des Wallis ihre selbstgemachten, riesigen Käselaiber schmelzen. Über offenem Feuer wurde der Käse weich und flüssig und es verbreitete sich ein würziger Duft von Käseschmelz. Noch heute kann man in alten Bauerhäusern und Gaststätten im Wallis eine Vorrichtung für die Käseschmelzerei finden.

Essenseinladungen sind meist für den Koch oder die Köchin eine stressige Angelegenheit. Alles soll möglichst frisch gekocht und heiß auf den Tisch kommen, was natürlich bedeutet, dass man als Hausfrau oder Hausmann noch kurz vorher über den dampfenden Töpfen rührt. Während also die relaxte Gästeschar schon mal die Deckel lüpft um den Inhalt zu erfahren oder lässig mit der besseren Hälfte an der Bar lehnt und den Aperitif schlürft, hat man noch alle Hände voll zu tun.

Der große Vorteil

Nicht so beim Raclette, denn da wird erst am Tisch gekocht und zwar von jedem selbst und so kommen wir schon zum 2. großen Vorteil: Da man es bekanntlich nicht jedem recht machen kann, steht man bei Einladungen zum Essen oft vor dem Problem, dass der Eine keinen Fisch mag, der andere keine Pilze verträgt und der nächste von Paprika einen Ausschlag bekommt.

Beim Raclette darf jeder selbst Küchenchef spielen und aus den bereitgestellten Zutaten auswählen und je nach seinem Gusto nach Herzenslust brutzeln und würzen. Und da jeder seine Kreationen selbst zusammenstellt, kann auch das nicht passieren: Das man als Gastgeber schuld ist, wenn’s nicht geschmeckt hat!

Vorbereitungen und Zutaten

Raclette EssenDie Zuaten für ein Raclette können selbst gewählt werden. (Foto by: © JoannaM / fotolia.com)

Da man die eigentlich schlichten Zutaten für „Das Kochen am Tisch“ fast immer in der Vorratskammer oder dem Kühlschrank hat, kann man auch mal unvorbereitet den Raclette-Ofen anheizen. Uneingeladene Gäste kann man so mit einer spontanen Essenseinladung überraschen! Und dann macht es ja auch noch Spaß! Nicht nur, dass man sich selbst die Pfännchen füllen kann wie man will, nein, auch die Gäste aus der fröhlichen Runde zu beobachten, was die alles zusammenmischen, lässt einen oft erstaunen. Erstaunlich auch, welche interessanten Kombinationen es gibt, die dann tatsächlich auch noch extrem köstlich sind.

Vorbereitungen sind ganz einfach und schnell gemacht

Vorbereitet ist eine Raclette-Party im Handumdrehen. Wichtig ist, dass Sie die Einkaufliste gut ausgearbeitet haben. Bereits im Geschäft sollten Sie sich alles gleich in kleine Portionen schneiden lassen, damit es besser in den kleinen Portions-Pfännchen Platz hat. Zu jedem Raclette gehört Käse dazu. Am besten kaufen Sie verschiedene Sorten und lassen diese auch gleich in die Größe der Pfännchen zurechtschneiden.

So wird auch verhindert, dass der geschmolzene Käse über den Pfännchenrand auf den heiße Racletteofen tropft, was nicht nur streng riecht, sondern auch schwer sauberzumachen ist. Sie müssen nicht unbedingt den speziellen Raclette-Käse kaufen. Eine Mischung verschiedener Käsesorten wie z.B. Emmentaler, Appenzeller und Gomser Käse sind ideal. Diese Hartkäsesorten haben 45% Fett und nur einen geringen Wasseranteil und sind deshalb ideal zum Schmelzen. Tilsiter und Gouda runden das Käseangebot ab. Pro Person müssen Sie mit ca. 200 – 300 g Käse rechnen.

Für das klassische Walliser Raclette benötigen sie noch:

Zwiebeln, Champignons (aus der Dose), Cornichons, eingelegte Maiskölbchen, Paprika und gekochte Kartoffeln. Außerdem bieten Sie am besten noch verschiedene gekochte Schinkensorten in Scheiben und würzige Salamirädchen an. Dann stellen Sie den Racletteofen, die Zutaten in Schälchen und auf Platten auf den Tisch und schon kann es losgehen.

Noch ein Tipp: Checken Sie noch, ob ein Verlängerungskabel für den Ofen benötigt wird, um die Steckdose zu erreichen. Ungünstig, wenn die Gäste da sind und der Herr des Hauses erst in den Tiefen seiner Werkstatt verschwinden muss, um eines zu suchen.

Raclette-Variationen

Reclette VariationenRaclette, das schweizer Nationalgericht neben Fondue. (Foto by: © mrsn / fotolia.com)

Kartoffeln sind als Beilage zum Raclette sehr zu empfehlen. Besonders lustig wird`s, wenn Sie die mit Schale gekochten Kartoffeln ungeschält auf den Tisch stellen. So hat jeder schon mal mit abschälen zu tun, solange sein Pfännchen noch im Raclette-Ofen brät. Eine andere Möglichkeit ist die: Kartoffeln schon vorher schälen und vierteln. Dann einen Topf mit Butter geben und auf die heiße Platte stellen. Nach ein paar Minuten bildet sich an den Kartoffeln eine knusprige Butterkruste.

Jeder Esser hat ein Pfännchen, in das er sich nun die verschiedensten Zutaten mischen kann, wobei immer obenauf der Käse kommt, der dann schmilzt und sich über die Beilagen legt. Man kann aber auch auf der heißen Platte, oberhalb der Pfännchen, braten. Dazu legt man Fleisch oder Fisch auf die Grillplatte, gart sich unterhalb seine Beilagen mit Käse und isst es dann zusammen mit den Kartoffeln. Die Fleisch und Fischstücke sollten dabei klein sein, damit jeder so viele Varianten wie möglich ausprobieren kann, bevor er satt ist.

Für Fisch-Raclette bietet sich auch diese Handhabung an:

Olivenöl in jedem Pfännchen heiß werden lassen, Goldbarsch-Filet (oder alle Seefischarten) von beiden Seiten anbraten, salzen und den Käse darauf geben. Dann das Pfännchen wieder in den Ofen schieben und schmelzen lassen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es kann so vieles für ein köstliches Raclette-Essen verwendet werden. Haben Sie schon mal gekochte Eier mit frischgehackten Gewürzen mit Käse überbacken, oder dünsten Sie Gurkenwürfel mit Zwiebeln, bis diese glasig anlaufen und bedecken dies dann mit einer Käsescheibe. Wenn der Käse brodelt mit Dill und Pfeffer bestreuen – fertig!

Raclette für Kinder

Da werden auch Käsemuffel zulangen, denn das Selberkochen in den Pfännchen trifft genau das Herz unserer Kinder. Wann dürfen Sie schon mal selber nach dem eigenen Geschmack bruzzeln! Für die Nachwuchs-Racletteure gehören unbedingt Tomaten und Ketchup mit auf den Tisch.

Zu den Zutaten des klassischen Raclettes (s. oben) dann noch Würstchen und Ananasringe (für auf den Schinken mit Käse drüber – wie beim Hawaii-Toast) und die Welt ist in Ordnung. Wundern Sie sich aber nicht, wenn die lieben Kleinen beim nächsten Kindergeburtstag auf eine Raclette-Party bestehen. Geselligkeit beim Essen ist gerade heute in unserer hektischen Zeit enorm wichtig.

Ab und zu sollten Sie sich deswegen Freunde einladen oder sich mit ihrer Familie zu einer lukullischen Raclette-Runde zusammensetzen. Wer ungern durch Hausfrauenpflichten von seinen Gästen abgelenkt wird, wer die Gemütlichkeit schätzt und gerne in fröhlicher Runde isst, der wird das Raclette lieben!


Bewertung: Ø 3,3 (138 Stimmen)

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User Kommentare

Marille
Marille

Wir machen auch öfters mal Raclett wenn ich nicht so große Lust zum kochen habe. Etwas Gemüse und Käse schneiden und schon kann es losgehen.

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-michi-
-michi-

Raclettn ist wirklich super, wird bei uns oft zu Weihnachten gemacht. Bei uns kommen da vorallem Kartoffeln, Brokkoli, Champignons, Spargel, Karotten, Käse auf dem Tisch. Und verschiedene Fleischsorten dürfen da auch nicht fehlen.

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Goldioma
Goldioma

Raclett ist ein herrliches "Gemeinschaftsessen", das vielerorts das Fondue abgelöst hat- einzig die Geruchsbelästigung kann manchmal störend sein

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