Schnapsbrennen - das Prinzip

Das Brennen von Schnaps ist ein schönes Hobby, das Gourmets die Möglichkeit bietet, einen eigenen Tropfen nach den eigenen Wünschen herzustellen. Dazu kommt das gute Gefühl, zu wissen, welche Inhaltsstoffe sich in welchen Mengen dem Endprodukt beigemischt wurden. Nebenbei braucht das Brennen von Schnaps etwas Zeit, so dass es ein gut geeignetes Hobby ist, um zur Ruhe zu kommen und den Prozess zu begleiten.

ZwetschgenschnapsWichtig ist, dass die Früchte sehr reif sind und in der Folge gelagert werden. (Foto by: © hjschneider / fotolia.com)

Die wichtigsten Schritte

Der Prozess besteht grob gesagt aus drei verschiedenen Arbeitsschritten. Vorgelagert ist selbstverständlich die Reifung der Früchte, die man für seinen Schnaps benutzen möchte. Der Phantasie sind in dieser Hinsicht kaum Grenzen gesetzt, zu den beliebtesten Früchten gehören zweifellos Pflaumen, aber auch Birnen, Kirschen oder Himbeeren wird häufig genutzt.

Wichtig ist, dass die Früchte sehr reif sind und in der Folge gelagert werden, bis ein natürlicher Prozess der Gärung einsetzt. Diese ist der biomechanische Teil des Prozesses, die Natur erledigt ihn von selbst. In der Folge müssen die Früchte sorgfältig zerkleinert werden, um die Oberflächenmenge zu erhöhen. Dies nennt man die Herstellung einer Maische, es handelt sich um den mechanischen Teil des Prozesses. Darauf folgt schließlich mit der Destillation der thermische und damit letzte Teil des Herstellungsprozesses.

Wie aus Obst Schnaps wird

Das zerkleinerte Obst wird gepresst, so dass sich daraus ein Saft ergibt. Diesem Saft wird etwas Hefe beigegeben, die dafür sorgt, dass sich der Zucker aus den Früchten aufteilt in Kohlenstoffdioxid und Alkohol. Das daraus resultierende Produkt ist die Maische, nach etwa einer Stunde Lagerung ist sie fertig. Bevor die Maische schließlich in eine Brennblase kommt, wo der letzte Arbeitsschritt vollzogen wird, kommt sie in ein Destilliergerät, wo sie leicht angegoren wird.

Was passiert beim Brennen

Als letztes folgt der thermische Vorgang, also das Brennen des Schnapses. Die angegorene Maische kommt aus dem Destilliergerät in die Brennblase und wird dort zunächst bei geringen Temperaturen angebrannt. Wasser hat einen höheren Siedepunkt als Alkohol, da letzterer bereits bei gut 70 Grad Celsius liegt. So wird das Äthanol verdampft und über ein Rohr in den Auffangbehälter geleitet. Je länger nun der Brennvorgang dauert und dabei die Temperaturen erhöht werden desto geringer wird der Alkoholgehalt im Destillat. Je nach Geschmack wird dieser Prozess fortgesetzt, bis der perfekte Schnaps probierfertig angerichtet ist.

Gesetzliche Bestimmungen

Für die Herstellung von Schnaps gibt es Vorschriften, an denen sich die Österreicher orientieren müssen. So darf man in Form einer Hausbrandberechtigung eine zu regelnde Menge steuerfrei brennen. Steuerbegünstigt dürfen Landwirte jährlich 100 Liter Alkohol erzeugen, bis zu 400 Liter sind zu einem erhöhten Steuersatz möglich. Der Verleih der Gerätschaften ist grundsätzlich gestattet.


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