Österreichs Schnitzel Preisindex

Kaum ein Gericht steht so sehr für die österreichische Küche wie das Wiener Schnitzel. Doch die Preise dafür unterscheiden sich teilweise erheblich.

Schnitzel Preisindex

Schnitzel ist Schnitzel

Zwar ist die österreichische Küche durch große Regionalität geprägt. Jedoch darf das Wiener Schnitzel als eine Art heimliches Nationalgericht gelten, das sich von Eisenstadt im Osten bis Bregenz im Westen gleichermaßen großer Beliebtheit bei den Gästen erfreut. Für das traditionelle Wiener Schnitzel wird Kalbfleisch verwendet, das hauchdünn geklopft, anschließend paniert und in Butterschmalz heraus gebacken wird. Serviert wird es üblicherweise mit Erdäpfel- und Vogerlsalat, wahlweise auch mit Pommes und Salat.

Weil es bei der Zubereitung nur wenige Variationen gibt, lässt sich anhand des Preises, welchen Gäste für ein Wiener Schnitzel im Lokal bezahlen müssen, ein Preisindex für Österreich ableiten, ähnlich wie es weltweit beim Big Mac der Fall ist.

Generell lässt sich bezüglich des Schnitzelpreises ein West-Ostgefälle ausmachen, wobei das Schnitzel in der Bundeshauptstadt Wien nicht einmal am teuersten ist. An der Preisspitze liegen nämlich die westlichen Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg, in denen auch die bekannten Wintersport- und Kurorte wie Kitzbühel, Lech Ischgl und Bad Ischl liegen. Der preisliche Spitzenreiter ist die Stadt Bregenz, in der das Schnitzel rund 18 Euro kostet. Damit ist das Gericht am Bodensee sogar um etwa vier Euro teurer als beim Promi-Wirt Figlmüller, der seine drei Restaurants in Wien mit dem Slogan "Heimat des Schnitzels" bewirbt.

Teure Schnitzel in Österreich

In diesen Bundesländern ist das Schnitzel am teuersten:

  • Vorarlberg
  • Salzburg
  • Tirol
  • Promi-Wirte in Wien

Warum ist das Schnitzel im Westen am teuersten?

Die hohen Preise im Westen liegen vor allem daran, dass hier fast ganzjährig Touristen aus aller Welt zu Gast sind, die auch bereit sind, relativ hohe Preise für ihre Mahlzeiten zu zahlen. Die Nähe und die gute Anbindung nach Deutschland macht sich hingegen in Oberösterreich bemerkbar, wo die Zehn-Euro-Marke als oberste Preisgrenze für das Wiener Schnitzel gilt. Hier müssen die Gäste mit einem Schnitzelpreis von 9,90 Euro rechnen. Gäste in Niederösterreich können demgegenüber etwa zwei Euro sparen, da hier das Schnitzel selten mehr als 7,90 Euro kostet.

Gibt es ein Stadt-Land-Gefälle?

Dass es in Österreich nur wenige Ballungszentren mit mehr als 100.000 Einwohnern gibt, macht sich auch am Schnitzelpreis bemerkbar. So kostet das Schnitzel etwa in der Landeshauptstadt St. Pölten auch nicht mehr als im Waldviertel oder im Weinviertel.

Der Preisunterschied macht hier allenfalls einen oder zwei Euro aus. Dieser ist jedoch auch abhängig davon, ob der Gast in einem einfachen Gasthaus oder einem gehobenen Restaurant essen möchte. Eine Ausnahme bildet hier lediglich die Bundeshauptstadt Wien, wo die Schnitzelpreise generell eher auf dem Figlmüller-Niveau liegen. Allerdings sind die Preise in der Gastronomie österreichweit in Wien generell am höchsten.

Warum das Burgenland am günstigsten ist

Am wenigsten, nämlich nur rund sechs Euro, müssen die Gäste in der burgenländischen Hauptstadt Eisenstadt für ihr Wiener Schnitzel bezahlen. Der Grund dafür liegt darin, dass das Burgenland Österreichs strukturschwächste Region ist, in der auch Löhne und Lebenshaltungskosten auf einem niedrigen Niveau liegen. Die Schnitzelpreise zeigen in Österreich also bis zu einem gewissen Grad auch den Wohlstand einer Region auf.

GuteKueche-Redaktion, 19.02.2015


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