Sturm, das Herbstgetränk

13.10.2011 von | 0 Kommentare

Der Sturm, das fruchtig-frische Herbstjuwel, hat wieder Saison. Jetzt wird er wieder überall angeboten und in geselliger Runde getrunken! Was in anderen Weinregionen als Federweißer, Blitzler, Sauer oder Suser bekannt ist, heißt bei uns Sturm.

Sturm - ein beliebtes GetränkDer Sturm ist ein beliebtes Getränk in der Herbstzeit. (Foto by: © DoraZett / fotolia.com)

Nach dem Bezeichnungsrecht der Europäischen Union ist der Name ausschließlich den Produkten aus österreichischen Trauben vorbehalten. Die Weinbauregion muss auf den Sturmflaschen per Gesetz angeführt werden. Der Oberbegriff für den gärenden Traubensaft lautet “Neuer Wein”. In Österreich spricht man schon ab einem Prozent Alkoholgehalt von Sturm. Ab vier Prozent kommt der Sturm in den Handel. Er ist ein reines Saisongetränk und wird meist in Heurigenschenken serviert.

Vom Most zum Sturm

Sturm ensteht durch das Pressen beziehungsweise Keltern von Traubenmost. Am Beginn steht die Verarbeitung von Obst zu Most. Der Traubenmost geht dann in den Gärungsprozess. Wegen seines hohen Hefegehalts und bei richtiger Lagertemperatur geht das sehr schnell. Als Sturm wird das Getränk schon bezeichnet, wenn es sich noch in der Gärung befindet. Ist der Gärvorgang schon weiter fortgeschritten, nimmt der Alkoholgehalt zu und der Zuckergehalt ab. Dann wird das Getränk mancherorten auch “Staubinger” genannt.

Auch Geschmack und Farbe des Sturms ändern sich mit fortschreitender Gärung. Die Sturmflaschen dürfen übrigens nie fest verschlossen werden. Das entstehende Kohlendioxyd könnte diese sprengen. Besser ist es, ein Stück Alufolie auf die Flaschenöffnung zu geben.

Speck & Co.

Am besten passt ein Glas Sturm zu kräftigen herbstlichen Speisen wie Speck & Co. und - ganz typisch für den Herbst in Österreich - zu gerösteten Kastanien.

Aber Vorsicht: Sturm sollte man nur in Maßen genießen. Der süß-süffige Charakter des Sturms lässt manchen meinen, einen Traubensaft zu konsumieren. Aber das täuscht! Denn die Vorstufe zum Wein kann einen regelrechten “Sturm im Kopf” verursachen. Alkohol und Zucker des Getränks gehen sehr schnell in die Blutbahn über und führen extrem rasch zu Rauschzuständen. Andererseits soll der Genuss von Sturm durch seinen Hefereichtum für eine schöne Haut sorgen. Und im Burgenland wird weißer, roter oder rosé Sturm angeboten.


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