Südfrüchte im Garten

Obwohl in unseren Regionen eine Vielzahl von Obstarten heimisch sind, wächst der Wunsch, in den mitteleuropäischen Gärten Exoten, die aus südlichen Gefilden stammen, zu kultivieren. Egal ob Bananen, Feigen, Kaki oder Kiwis – die Ansprüche unterscheiden sich von unseren heimischen Obstsorten.

Südfrüchte im GartenIm Fachhandel werden verschiedene Obstarten und Sorten angeboten. (Foto by: © Johanna Mühlbauer / fotolia.com)

Bei einigen Arten ist es gelungen, Sorten zu züchten, die weitestgehend winterhart sind. Andere Sortenkönnen nur in Gewächshäusern oder an anderen luftigen, kühlen, aber frostfreien Orten den Winter überstehen. Obwohl die uns zur Verfügung stehenden Arten und Sorten recht gut im Garten gedeihen, besteht die Gefahr, dass in kühleren und weniger sonnigen Jahren die Früchte nicht die erwartete Qualität erreichen, weil Sonne und Wärme fehlen.

Anbaufähige Arten

Im Fachhandel werden verschiedene Obstarten und Sorten angeboten, die in unseren Breiten gedeihen können. So kann man Bananenstauden, Indianer-Banane, Feigenbüsche oder -bäumchen, Kakibäume und Kiwipflanzen kaufen. Mandelbäume und Bergzitrone gibt es auch schon in winterharten Sorten. Winterhart kann bedeuten, dass die Pflanzen bis zu -15, -20 oder -25 °C aushalten.

Die jungen Pflanzen müssen generell in den ersten Jahren einen Winterschutz bekommen. Auch die mittlerweile in unseren Gärten schon fast heimischen Sorten wie Pfirsiche, Nektarinen und Marillen zählen zu den Südfrüchten und sind äußerst wärmeliebend. Auch winterharte Sorten können für sehr extreme Standorte ungeeignet sein und sich dann schlecht entwickeln.

Anbau von Südfrüchten

Als Standort sollte immer ein sonniger, geschützter Platz wie die Südwände von Gebäuden gewählt werden. Es gibt auch noch die Option, die jungen Pflanzen erst einmal ein paar Jahre in Kübeln gedeihen zu lassen, um sich die Möglichkeit offen zu halten, die empfindlichen Obstgehölze bei starkem Frost in ein Winterquartier zu bringen.

Für Kiwis besteht diese Option nicht, weil sie bis zu 3m lange Ranken bilden, die dann an Spalieren hochgezogen werden. Deshalb ist eine Südwand empfehlenswert, um die Pflanzen - man braucht mindesten eine weibliche und eine männliche Pflanze – zu kultivieren.

Kiwi im GartenKiwis bekommen bis zu drei Meter lange Ranken. (Foto by: © lurs / fotolia.com)

Das Pflanzen von Südfrüchten

Sollen die Pflanzen ins Freiland gepflanzt werde, ist eine entsprechend große Pflanzgrube auszuheben. Diese Grube muss größer sein, als der Wurzelballen der Containerpflanze. Die Pflanzgrube wird mit einer Erdmischung aus der Aushuberde und reifer Komposterde oder gut verrottetem Mist gefüllt und mit einer Mulchdecke, zum Beispiel aus Stroh, abgedeckt. Einige Wochen später kann man die Pflanze setzen. Ist ein Pflanzpfahl notwendig, wird dieser vor dem Pflanzen in die Grube eingeschlagen.

Beim Einfüllen der Erde ist darauf zu achten, dass keine Hohlräume entstehen. Ist die Grube gefüllt, wird eine Gießrinne angelegt und reichlich angegossen. Die zum Schluss aufgebrachte Mulchdecke hält die Feuchtigkeit im Boden und die Erde locker. Auflaufendes Unkraut muss entfernt werden. Die Pflanzen sind regelmäßig auf Krankheiten und Ungezieferbefall zu untersuchen, damit gegebenenfalls Maßnahmen ergriffen werden können.

Ernte

Die Ernte erfolgt, wenn die Früchte ihre typische Farbe angenommen haben, das für die Frucht typische Aroma ausströmen und nicht mehr ganz hart sind. Bei leichtem Fingerdruck sollte das Fruchtfleisch leicht nachgeben. Diese köstlichen Früchte sind besonders zum Rohverzehr geeignet. Sie sind zum Konservieren eigentlich zu schade.

Sollte jedoch die Notwendigkeit bestehen, lassen sich Bananen trocknen. Von den meisten exotischen Früchten kann auch Fruchtmus oder Saft hergestellt werden. In Jahren mit sehr kurzen Sommern und frühem Herbsteinbruch können Südfrüchte oft nicht vollständig ausreifen. Viele Arten reifen aber im Haus nach.


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