Türkische Küche - mehr als nur Kebab und Döner

Mit der türkischen Küche werden meist nur die Klassiker, der Döner und den Kebab assoziiert, obwohl sie ebenfalls viele verschiedensten Spezialitäten vorweisen kann.

BörekTürkisches Börek ist ein Blätterteiggebäck mit verschiedenster Füllung. (Foto by: © yildiraycan / fotolia.com)

Mit der Ausbreitung des osmanischen Reiches verbreitete sich auch die türkische Kochkunst. Aufgrund von fernen Reisen, sowie Kriegszügen wurden auch ausländische exotische Gewürze und bisher fremde Zutaten im türkischen Raum bekannt und die verschiedensten Spezialitäten verfeinert und weiterkreiert. Neben der simplen Küche der Hirten und Bauern entwickelte sich parallel die feine und etwas mehr gehobene Kochkunst des Sultan Serails.

Im türkischen Staat herrscht eine weite Palette von verschiedenen Gemüse- und Obstsorten, Geflügel- und Lammfleisch, sowie Fisch. Daraus resultiert eine reichhaltiges Angebot von schmackhaften Gaumenfreuden. Jedoch vor allem die zahlreichen Gewürze, die für den einzigartigen Geschmack und Duft der Speisen verantwortlich sind, machen die türkische Küche zudem was sie heut ist. Unser Geschmacksinn wird durch die exotischen Kombinationen von Gewürzen verwöhnt. Dill, Minze, Safran, Zimt, Rosinen, Thymian verfeinern auch salzige und pikante Fleischgerichte, Suppen, und Reisspeisen. Auch die Aromen von Knoblauch, Mandeln, Pinienkerne, Korinthen sind in der türkischen Kochkunst essentielle Betsandteile. Kurzum ein einzigartiges Geschmackserlebnis!

Menüabfolge und Tischrituale

Es werden drei Hauptmahlzeiten sitzend eingenommen. Der Tagesablauf beginnt mit dem „Kahvalti“, Frühstück, wo meist Brot, Schafskäse, dazu als Häppchen grüne und schwarze Oliven, Tomaten, Gurken serviert wird. Für die Naschkatzen gibt es typischerweise Konfitüre als süßer Brotaustrich. Dazu trinkt man Tee (Cay) und gesüßte Milch (Süt).

Zum Mittagessen, dem „Ögle yemegi“ trifft sich die türkische Gesellschaft oft in einem sogenannten „Lokanta“ , wo kleine warme Speisen wie Suppen verschiedenster Art, gegrillte Fleischgerichte mit Gemüse oder Salat serviert werden.

Das Abendessen, dem „Aksam yemegi“ besteht typischerweise aus drei oder mehreren aufeinander folgenden Gerichten, und zieht sich auch deshalb auch in der Regel mehrere Stunden hin. Die Menüabfolge beginnt mit kleinen Aperitifs. Meze und alkoholische Getränke gehören dazu. Außerdem wird neben dem Anisschnaps, Raki, Wein serviert. Beim ersten Gang werden vorab Fleischbällchen, Käsespezialitäten, Fischgerichte, Muscheln sowie Salate verschiedenster Art serviert und anschließend verspeist. Die Hauptspeise startet mit einer Suppe, danach werden Fleisch- und vegetarische Gerichte angerichtet. Gefolgt von zahlreichen süßen Desserts und frischen Obst. Der krönende Abschluss bildet dann der türkische Kaffee oder Tee.

Einige typische türkische Spezialitäten

FladenbrotEin aus Hefeteig bestehendes Fladenbrot nennt sich "Pide" (Foto by: © Fotohay / fotolia.com)

Backwaren Es herrscht eine weites Angebot an Backwaren in der türkischen Küche, welches oft noch traditionell in Steinofen kross gebacken werden. Als Beilage aber auch als Hauptbestandteil der türkischen Speisen dient dieser Sattmacher. „Firn“ bezeichnet man eine türkische Bäckerei, traditioneller Art.

  • Pide, ist ein aus Hefeteig bestehendes Fladenbrot. In vielen Restaurants wird dieses Fladenbrot auch mit Käse und Fleisch überbacken angeboten.
  • Als Simit bezeichnet man eine Art Sesamkipferl. Verstärkt wird diese Backware von Straßenhändler angeboten.
  • Ekmek, ist eine türkisches Weißbrot. Dies ist wesentlich populärer als beispielsweise Graubot, Vollkornbrot oder Schwarzbrot unter der türkischen Kultur.
  • Bestellt man eine sogenannte Lahmacun im Restaurant, wird Ihnen eine Türkische Pizza serviert, die aus Fladenbrot mit kleingehackten Fleisch, Gemüse und Gewürzen besteht. Dabei können Sie zwischen der scharfen und der normalen Variante wählen.
  • Börek, ist ein Blätterteiggebäck mit verschiedenster Füllung. Je nach Belieben bilden Faschiertes, Spinat, Käse oder/und Fisch das Innenleben dieser Spezialität.

Türkische Suppen gibt es ebenfalls in den verschiedensten Variationen. Traditioneller Weise leitet sie die Mahlzeit bzw. die Menüabfolge ein. Manchmal wird die Suppe auch als „Verdauungssuppe“ im nachhinein serviert.

  • Eine grüne oder rote Linsensuppe , der „Sehriyeli yesil mercimek çorbasi“ oder der „Mercimek çorbasi“
  • Tarhana Supper , der „Tarhana çorbasi”
  • die sogenannte Almsuppe „Yayla çorbasi“

Zu den beliebtesten Hauptspeisen werden folgende Spezialitäten gezählt:

  • Tursu, nennt man im türkischen Kulturkreis Gemüse (Karotten, Paprika, unreife Tomaten, Kürbis, Gurken, Weißkohl),dass in einer sauren Essigsalz-Lacke eingelegt ist. Dieses wird oft mit dem Geschmack von Knoblauchzehen verfeinert.
  • Dolma, sind beispielsweise mit Reis gefüllte Weinblätter oder Gemüse
  • Okras mit Lammfleisch, hat die Konsistenz eines Gulaschs, mit frischen Tomaten, Zwiebeln und Okras
  • Menemen, bezeichnet man ein spezielles Rührei mit Gemüse
  • Manti, sind Nudeltaschen mit einer würzigen Fleischfüllung
  • Çinarcik Usulü Balik, ist eine Fischpfanne nach Marmara Art, die sich aus Schwertfisch,Barsch,Krabben und Champignons zusammensetzt. Das Glas Cognac, zum ablöschen gibt dieser Delikatesse einen intensiveren Geschmack.

Desserts und Süßwaren

BaklavaBaklava nennt sich das Dessert aus Blätterteig mit Mandel- und Pistazienfüllung. (Foto by: © saschanti / fotolia.com)

  • Baklava, gehört zu den beliebtesten Desserts der türkischen Küche. Der Teig wird in süßen Sirup und Honig getränkt und mit Pistazien und anderen Nüssen verfeinert.
  • Revani, bezeichnet man einen Zitronen. Grießkuchen, ebenfalls in Zuckersirup getränkt.
  • Tulumba Tatlisi, ist ein Spritzkuchen in Sirup getränkt.
  • Helva, ist eine Süßspeise, die aus Sesamöl und Kakao-Zucker besteht.
  • Sütlaç, bezeichnet einen schmackhaften Milchreis, deren Oberfläche karamellisiert ist.

weitere tükische Rezepte

Durch seine lange Geschichte beinhaltet Sie Kochtraditionen verschiedenster Länder und Kulturen, wie der indischen, persischen, islamisch-arabischen Küche sowie den Kochtraditionen der Völker des Mittelmeerraumes und des Kaukasus. Diese Vielfalt der Einflüsse entwickelte sich durch die Jahrhunderte besonders unter der Prägung der osmanischen Kultur und Lebensweise zur heutigen charakteristischen türkischen Küche. Überzeugen auch Sie sich von der türkischen Kochkunst, und deren zahlreichen wohlschmeckenden Spezialitäten.

Guten Appetit, oder wie man es im türkischen Raum sagen würde „Afiyet olsun“!


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