Türkische Spezialitäten am Bosporus

Exquisiter Charme des Orients, vereint mit den kulinarischen Ergüssen des Westens. In der Türkei bekommt man weit mehr, als Dönerkebap. Kennen Sie schon Lahmacun?

HühnerfleischHühnerfleisch wird in der Türkei gerne serviert. (Foto by: © Vankad / fotolia.com)

Die türkische Küche vereint viele orientalische und traditionelle Einflüsse. So tauchen Kochtraditionen der Turkvölker ebenso auf, wie persische oder arabische Köstlichkeiten. Das Kochen mit Schweinefleisch ist nicht üblich, was natürlich an der Religion liegt. Der größtenteils muslimische Bevölkerung ist es untersagt, Schweinefleisch zu konsumieren. Gerichte mit Hammel- oder Hühnchenfleisch stehen deswegen ganz oben auf der Speisekarte.

Kulinarik im Osten

Der im deutschsprachigen Raum weit verbreitete Döner Kebap in Imbissform war eine Erfindung der türkischen Einwanderer. Dass sich die türkische Küche von den bekannten Vorstellungen unterscheidet, zeigen unter anderem viele vegetarische Vorspeisen. Speisen mit Fisch sind ebenso keine Seltenheit. Ein türkisches Mahl beginnt bei den kleinen Mezes und endet erst mit den köstlichen Desserts.

Mezes – mehr als nur Appetithäppchen: Auch in der Türkei ist die Hauptmahlzeit äußerst ausgedehnt. In vielen Teilen der Türkei werden Appetithäppchen gereicht, die Lust auf Mehr machen sollen. In der osmanischen Kultur werden diese Apetizer auch „meze“ genannt. Die Vorspeisen fallen meist sehr üppig aus und werden oft liebevoll zubereitet. Sowohl kalt, als auch warm verführen die kleinen Häppchen und sehr schnell wird klar, dass türkische Spezialitäten nicht nur auf Kabap beschränkt sind.

Kalte und warme Vorspeisen

Türkisches TzatzikiCacik ist die türkische Variante zum Tzatziki und schmeckt herrlich frisch. (Foto by: © devrim_pinar / fotolia.com)

Eine beliebte Vorspeise ist Cacik, die mit dem griechischen Tsatsiki verwandt ist. Dementsprechend finden sich ebenso Gurken in der Speise, hinzu kommen Jogurt, Knoblauch, Essig und Olivenöl. Ein Dillblatt als Garnitur – fertig. Besonders cremig sind auch Haydari oder Havuç Ezmesi, ähnlich in der Zubereitung, wobei ersteres Schafskäse enthält. Neben den kalten Vorspeisen gibt es aber auch warme Leckerbissen, die vor dem Hauptmahl eingenommen werden. Sigara böregi heißen etwas üppigere Apetizer, die ebenso als Snack für Zwischendurch fungieren. Die Yufka-Teigröllchen erinnern an Zigaretten, weshalb diese Speise übersetzt Zigarettenstrudel bedeutet.

Vom Brot zum Dönerkebap

In der Türkei gibt es kaum ein Gericht, zu dem kein Brot gereicht wird. Deshalb gibt es viele spezielle Brotsorten, die sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben. Das wohl bekannteste Brot ist das Pitabrot, das eigentlich von Griechenland bis in den Nahen Osten verbreitet ist. Natürlich unterscheidet sich dieses je nach Region, generell wird der gewürzte Hefeteig aber im Steinofen gebacken und danach mit Sesam und Kümmel bestreut.

Frisch aus dem Steinofen kommt türkisches Ekmek, ein Weißbrot, das unter dem Volk sehr beliebt ist. Im Gegensatz dazu stammt Somun, das klassische Sauerteigbrot, aus dem Lehmofen. Ein kleiner Hingucker sind Sesamkringel, die bereits im osmanischen Reich gegessen wurden. Sie werden von freundlichen Straßenhändlern als Zwischenmahlzeit verkauft.

Ein etwas anderes Brot

Lahmacun heißt die umgangssprachlich genannte „türkische Pizza“. Das Fladenbrot wird hier mit einer Mischung aus Gewürzen, Gemüse und Faschiertes angereichert. So kann es gleich gegessen werden, wenn es aus dem Backrohr kommt. Die Kunst, den Teig dabei ganz dünn zu formen, stammt aus dem 2. Jahrtausend vor Chr. Deshalb kann man besten Gewissens von langer Tradition sprechen, deren Grundlage von den Assyrern gelegt wurde. Mit Pul Biber, einer würzig-scharfen Mischung aus Paprika und Chili, wird das Lahmacun gewürzt und mit einer Zitronenscheibe und Petersilie garniert.

Döner Kebab

Döner KebabEin Döner Kebab kommt direkt aus der Imbissbude. (Foto by: © ExQuisine / fotolia.com)

Döner Kebab ist auch im deutschsprachigen Raum als Imbissvariante bekannt. Kebap aus der Dönerbude entspricht nicht ganz dem klassischen Kebap aus der Türkei. Türkisches Kebap ist gegrilltes Fleisch, das in vielen verschiedenen Variationen direkt vom Grillspieß auf den Teller kommt. Döner Kebap stammt aus dem 18. Jahrhundert, schon damals gab es ähnliche Grillspieße. Jogurt, Gewürze und Gemüse harmonieren hervorragend mit dem mageren, marinierten Fleisch.

Der Iskender Kebap mit Tomatensoße und Butter ist eine weitere Form des Dönerkebaps. Als Souvlaki oder Schaschlikspieß ist folgendes Gericht in anderen Ländern bekannt: Sis Kebap. Der traditionelle Grillspieß besteht größtenteils aus Paprika, Lammfleisch und Tomaten. Einen großen Namen haben sich auch Köfte gemacht, gegrillte Hackfleischbällchen. Natürlich wird auch zu jeder Kebapvariation türkisches Fladenbrot gereicht.

Frischer Fisch

Aufgrund der Klimabedingungen gibt es viele Orte, an denen Gemüse hervorragend gedeihen kann. Falsch ist also die Annahme, sämtliche türkische Gerichte bestünden nur aus Fleisch. Besonders Reisgerichte mit Gemüse sind in der Türkei sehr beliebt, die beliebten Vorspeisen sind ebenso häufig vegetarisch. Aber auch Fisch gelangt immer öfter auf die Speisekarte. Durch die Nähe zum Meer können türkische Köche gewissermaßen aus einer frischen Quelle schöpfen.

Schmackhafte Begleiter

Natürlich darf man bei den üppigen Gerichten die Beilagen nicht vergessen. In diesem Zusammenhang wird häufig der Bauernsalat erwähnt. Der türkische Bauernsalat besteht aus Zwiebeln, Gurken, Paprika, Tomaten und Petersilie. In türkischen Restaurants ist er schon lange Standard auf der Speisekarte. Auch andere Salate, wie zum Beispiel der köstliche Auberginensalat, sollten bei einem Türkei-Besuch nicht gemisst werden. Die Marinade nahezu aller Salate ist eine Mischung aus Zitronensaft und Olivenöl. Türkische Speisen werden fast immer mit passendem Gemüse verfeinert. Peperoni, Paprika und Oliven gehören zu typischen Gerichten. Eine wichtige Gemüsebeilage ist aber auch Tursu, eingelegtes Gemüse in einem Essig-Salz-Gemisch. Tursu wird eigentlich zu den Salaten gezählt, da er in den Wintermonaten statt der üblichen Salate serviert wird.

Süßes zum Schluss

Güllac DessertDieses Güllac Dessert wird mit dünnen Reisblättern zubereitet. (Foto by: © fatih_yalçın / fotolia.com)

Das Beste kommt zum Schluss – die Desserts. Türkische Süßspeisen werden mit „tatli“ bezeichnet, was so viel bedeutet wie „süß“. Dünne Reisblätter, die in aromatisierter Milch eingeweicht werden, nennt man Güllaç. Mit Nüssen gefüllt und liebevoll garniert werden sie nicht nur zu einer Augenweide. In der Türkei ist es üblich, Süßspeisen in Honig oder Sirup zu tunken. Baklava ist ein Dessert, das aus Blätterteig besteht und im heißen Zustand in einen Sirup aus Honig, Zucker und Rosenwasser eingelegt wird. Die Süßspeisen sind äußerst ungewöhnlich, aber auf jeden Fall einen Versuch wert.

Türkische Rezepte

Die türkische Küche und deren Rezepte gehören neben der Küche Chinas und Frankreichs zu den raffiniertesten der Welt, denn im Kochtopf der türkischen Küche verschmelzen viele Kulturen. Sowohl westliche, als auch fernöstliche Einflüsse fließen in der türkischen Küche zusammen. Inspiriert durch das reichhaltige Angebot an Gemüse, Lamm- und Geflügelfleisch, Fisch und Obst in der Türkei, traten türkische Spezialitäten ihren weltweiten Siegszug an - dabei entstand eine bunte Palette an wohlschmeckenden Speisen, die mit raffinierten Gewürzen verfeinert, ihren unverwechselbaren Geschmack erhalten. Lassen Sie sich von der Kulinarik des Orients verzaubern – und verwöhnen Sie Ihre Liebsten damit.

Türkische Spezialitäten


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