Weinetiketten richtig lesen

Die Vorschriften für Weinetiketten sind streng und vielfältig. Selbstverständlich sind die Angaben über die Herkunft, den Flascheninhalt und den Abfüller. Darüber hinaus gibt es viele weitere Vorschriften.

Weinetikette richtig lesenJedes Wein-Etikett muss bestimmte, standardisierte Informationen über den Wein enthalten.

Wein ist ein Getränk, dessen Qualität von Faktoren wie Herkunft, Boden oder Weinbereitung abhängt. Aufgrund einer strengen Gesetzgebung ist es dem Verbraucher möglich, Herkunft, Typ und Eigenschaften des Weins vom Etikett abzulesen.

Die von der EU und den französischen Behörden entwickelte Gesetzgebung schreibt deshalb vor, dass jedes Etikett je nach Weinkategorie bestimmte Informationen über den Wein geben muss. Im übrigen dürfen auf dem Etikett nur Angaben stehen, die den Tatsachen sowie der französischen und europäischen Gesetzgebung entsprechen.

Weinetiketten

Auf dem Weinetikett sind die Angaben aufgedruckt, die einen Wein möglichst eindeutig kennzeichnen. Die folgenden Daten sind besonders wichtig auf einem Etikett:

Erzeuger

Der Erzeuger ist derjenige, der den Wein produziert hat.

Abfüller

Der Erzeuger muss nicht unbedingt die notwendige Ausstattung haben, um einen Wein auch in Flaschen abzufüllen. Sofern der Wein nicht vom Erzeuger abgefüllt ist, wird der Abfüller zusätzlich zum Erzeuger angegeben (meistens in kleiner Schrift).

Anbauland

Das Land, aus dem der Wein kommt, z.B. Deutschland, Frankreich usw.

Anbaugebiet

Eine nähere regionale Eingrenzung zur Herkunft des Weines. In Deutschland sind das z.B. die 13 Anbaugebiete (Rheingau, Pfalz, ....). In Frankreich, Italien und anderen Ländern ist mit den geschützten Anbaugebieten (AOC, DOC, DOCG etc.) gleichzeitig ein bestimmter Weintyp (Rebsorten, Ausbau etc.) festgelegt.

Lage

Die engste Eingrenzung der Herkunft der Trauben. Eine Lagenangabe ist nur in wenigen Bereichen üblich, z.B. in Deutschland oder im Burgund. Eine Lage ist nur wenige ha groß, kann aber großen Einfluss auf den Charakter eines Weines haben.

Alkoholgehalt

Die Angabe des Alkoholgehaltes auf dem Etikett ist in allen Ländern vorgeschrieben.

Rebsorte(n)

Die Rebsorte(n), aus denen der Wein besteht, ist eine Angabe, die oft ausdrücklich auf dem Etikett angegeben ist. Sehr gängig ist das z.B. in Deutschland oder Österreich, aber auch z.B. in der Neuen Welt.

In anderen Ländern (Frankreich, Italien) ist die Rebsorte bzw. die Rebsorten oft implizit durch das Anbaugebiet festgelegt. So darf ein "Sancerre AOC" z.B. nur aus Sauvignon Blanc bestehen. Der Sauvignon Blanc ist aber trotzdem nicht ausdrücklich auf dem Etikett angegeben.

Prädikate/Klassifizierungen

In den unterschiedlichen Anbauländern und Anbaugebieten gibt es unterschiedlichste Prädikate und Klassifizierungen, mit denen der Wein bezeichnet werden kann. In Deutschland und Österreich richtet sich das Prädikat nach dem Mostgewicht des Weines.

Die Prädikate reichen von "Kabinett" über "Spätlese" bis hin zu "Trockenbeerenauslese" und "Eiswein".

In anderen Ländern gibt es Klassifizierungen, die vom Erzeuger (z.B. im Bordeaux) oder von der Lage (z.B. im Burgund) abhängen.

Die weltweit am häufigsten verwendete Klassifizierung ist wohl "Reserve". Die genauen Vorschriften unterscheiden sich von Anbauland zu Anbauland. In der Regel handelt es sich aber um einen Wein, der länger gelagert wurde, bevor er in den Verkauf kommt.

Süßegrad

Hauptsächlich in Deutschland und Österreich gängig. Bei deutschen Weinen bedeutet keine Angabe in der Regel, dass es sich um einen süßen Wein handelt.

Die Weinhierachie in der EU kennt zwei Qualitätsstufen, in die jeder in Europa produzierte Wein passen muss: Entweder ist es ein Qualitätswein mit Herkunftsbezeichnung, also alle AOC, DOC, DO und QbA-Weine oder es handelt sich um Tafelwein, der allerdings mit und ohne Herkunftsbezeichnung auf den Markt kommen darf.


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