Whisky oder Whiskey

Die Qualität, Reinheit und der Ursprung dieses Genussmittels sind wieder gefragt - das "Wasser des Lebens" erfährt aktuell seinen zweiten Frühling und das zu Recht.

WhiskeyDer Whiskey ist eine aus Getreidemaisch gewonnene Spirituose. (Foto by: © Igor Normann / fotolia.com)

Whisky ist eine besondere Form einer Spirituose, er ist ein Getreidebranntwein aus Gerstenmalz, Roggen und Weizen. In der Regel dient er zum Genuss. Die Merkmale eines guten Whiskys sind kaum zu beschreiben, denn eine objektive Qualitätsbeurteilung durch sehr viele unterschiedliche Herstellungsvarianten für einen wirklich hervorragend guten Whisky ist sehr schwierig. Großteils wird er unterteilt in Irish Whiskey (Irland), Bourbon Whiskey (Amerika), Canadian Whisky (Kanada) und Scotch Whisky (Schottland).

Drinkarten

Whisky wird gerne mit einem Zusatz von Eis getrunken. Die Verdünnung mit dem „Wasser“ führt in der Regel zu einer Beeinträchtigung des Aromas, ebenso wird der Whisky trübe. In sogenannten Cocktails lässt sich durch die Vermischung von Whisky mit anderen Getränken ein bestimmtes Geschmackserlebnis erzeugen. Whisky ist unter verschiedenen Bezeichnungen im Handel erhältlich. Whisky bedeutet im schottischen „Wasser des Lebens“, mit einer guten Zigarre kombiniert, ist er ein Genussmittel, das Abwechslung bringt in den nebelgrauen Alltag.

Whiskysorten

WhiskeysortenDer typische Whiskey Geschmack hängt ab von seiner Herkunft. (Foto by: © Sunshine Pics / fotolia.com)

Amerikanischer Whiskey

Kentucky und Tennessee sind die wichtigsten Staaten, in denen Whiskey hergestellt wird. Typisch für Whiskey aus den USA ist, daß sich der Geschmack nach der geographischen Herkunft teils wesentlich unterscheidet. Bourbon erhält bei der Herstellung durch Kalkwasser und Eichenholz ein mildes Aroma, ist nicht zu aufdringlich im Geschmack und dadurch gut zum Mixen von Cocktails und Long-Drinks geeignet. Ebenfalls typisch ist ein starkes Vanillearoma, daß der Whiskey bei der Alterung in neuen, ausgekohlten Eichenfässern erhält. Beim Tennessee Whiskey hingegen wird der Whisky vor dem Altern in Fässern kohlegefiltert.

Irischer Whiskey

Irischer Whiskey kennt nicht so viele unterschiedliche Sorten wie schottischer und typisch für ihn ist das dreifache Destillieren sowie die Verwendung eines Anteils ungemälzter Gerste bei Whiskeysorten, die im Blasendestillationsverfahren hergestellt werden. Genutzt werden alte Sherryfässer aus Eichenholz in denen der Whiskey bis zu dreißig Jahren lagert. Ihm fehlt jedoch der rauchige Geschmack dafür ist er milder und abgerundeter im Geschmack als Scotch und hat auch einen etwas niedrigeren Alkoholgehalt. Irischen Whiskey trinkt man pur oder mit wenig Wasser vermischt. Er ist gut zum Mixen geeignet.

Schottischer Whisky

Die Destillation beim Scotch erfolgt mit unterschiedlichen, aber meist kleinen Blasendestillierapparaten. Die Schotten brennen zwei Whisky-Typen: Malt Whisky und Grain Whisky. Der Mix aus beidem heißt Blended Scotch Whisky oder kurz Scotch. Sie haben einen unverwechselbaren, rauchigen Geschmack. Schottland exportiert seinen Scotch-Whisky in 170 Länder. Hauptabnehmer sind die USA, Deutschland, Frankreich, Italien und Australien.

Kanadischer Whisky

Er hat von allen Whiskytypen den zartesten, leichtesten Geschmack. Ausgangsprodukte sind Roggen und Mais. Überwiegt der Roggenanteil, so heißt er einfach "Rye". Durch die Lagerung in frischen Eichenholzfässern bleibt der zweifach gebrannte Canadian Whisky von sehr heller Farbe, darüber hinaus kann ein kanadischer Whisky auch ein bis zwei Prozent fremde Geschmacksstoffe enthalten, etwa Sherry oder Obstwein. Er eignet sich hervorragend für die Verwendung diverser Mixgetränke.

Japanischer Whisky

Reiner japanischer Whisky ist Vorbild der schottischen Maltwhisky. Japanischer Whisky ist meist rein und trotzdem vollmundig, was der Malzbestandteil bewirkt, und hat einen leicht rauchigen, würzigen Geschmack. Im Ausland werden diese Whiskys in letzter Zeit verstärkt angeboten.

Herstellung

Whiskey LagerungWährend der Lagerung bekommt der Whiskey seine goldgelbe Farbe. (Foto by: © Shchipkova Elena / fotolia.com)

Frisch destillierter Whisky ist farblos. Die charakteristische goldgelbe Farbe entsteht im Laufe der Jahre während der Lagerung in Eichenholzfässern. Dadurch bekommt das alkoholische Getränk seinen rauchig, getoasteten Geschmack. Es gibt viele unterschiedliche Verfahren zur Herstellung von Whisky. Gemeinsam haben aber alle Verfahren, dass zuerst das verwendete Getreide gemahlen oder zerkleinert wird und mit warmen Wasser in einem sogenannten Maischebottich vermischt wird.

Durch die enthaltene Stärke erfolgt eine Verzuckerung, die Maische wird danach in einem Gärbehälter mit Hefe versetzt und vergoren. Ab diesem Zeitpunkt erfolgen die einzelnen "Methoden", dass jeden Whisky einzigartig im Geschmack macht. Die Flüssigkeit wird mehrfach durch Destillation gebrannt, die Dämpfe werden kondensiert, aufgefangen und gesammelt, mit Wasser verdünnt und in Fässer abgefüllt.

Nun hat der Whisky die Reifung vor sich, danach wird er verschnitten, verdünnt, gefiltert und in Flaschen abgefüllt. Schottischer Malt Whisky reift 12 bis 21 Jahre. Die Flaschen werden in der Regel mit dem Namen der Brennerei und der Fassart, sowie mit dem Destillations- und Abfülldatum versehen.

Geschichte

Bis zum heutigen Tag wird zwischen Schottland und Irland diskutiert, wer früher Whisky hergestellt hat. 1949 war die erste Destillation zur Herstellung von Whisky in Schottland. Im Jahre 1608 wurde in Irland die erste gewerbliche Destillerie gegründet. Dieser erst Erzeugte Whisky war äußerst herb und stark, harter, hochprozentiger ungelagerter Kornschnaps den man pur kaum trinken konnte, weit entfernt von den heutigen Erzeugnissen und deren Qualität. Der schottische Whisky (Scotch) erfuhr den typischen rauchigen Geschmack, der allerdings nicht Jedermanns Sache war. Dies freute vor allem die Hersteller aus Irland, die eine erhöhte Nachfrage nach dem leichteren irischen Whisky verzeichnen konnten, der einen weitaus milderen Geschmack aufwies. 1850 wurde der erste Blended Whisky, also ein Verschnitt aus reinem Malt-Whisky verkauft. Dieses Gemisch fand schnell Zugang zu den Märkten in England und Europa.

Whisky in Europa

In Europa verhalf im Jahr 1875 eine Reblausplage, dem Whisky, vor allem Blended Whisky wegen seines milderen Geschmacks, zu großer Beliebtheit. In den USA entwickelte sich der amerikanische Whisky zu einem Exportschlager. Diese Entwicklung erlitt jedoch 1919 durch die Prohibition (Alkoholverbot), einen deutlichen Rückschlag. Während des Ersten Weltkrieges wurde 1915 die Whiskyherstellung stark eingeschränkt, 1917 gänzlich unterbunden. Als 1934 das Alkoholverbot wieder aufgehoben wurde, konnten die Iren den amerikanischen Markt nicht schnell genug bedienen und die USA wandten sich mehr den schottischen Erzeugnissen zu. 1939 stand der 2. Weltkrieg vor der Tür und die Whiskyproduktion wurde komplett untersagt. Erst in den 60er Jahren konnten die Iren durch Fusionen und großangelegte Werbekampagnen Teile des internationalen Marktes zurückerobern.

Unterschiede und Verfahren

Whiskey mit ZigarreZu einem Glas Whiskey darf eine Zigarre nicht fehlen.

Whisky hat verschiedene Bezeichnungen. Bei den Bezeichnungen wird die unterschiedliche Getreideart benannt, aus der der Whisky hergestellt wird.

  • Als Malt bezeichneter Whisky, wird aus Malz, das heißt aus Gerste, hergestellt.
  • Die Bezeichnung Rye steht für Roggen. Das heißt im Getreide waren mindestens 51 Prozent Roggen enthalten.
  • Als Bourbon bezeichneter Whisky ist überwiegend aus Mais hergestellt, ebenfalls mindestens 51 Prozent Mais im Getreide und mit maximal 80 Volumenprozent Alkohol gebrannt und später mit mindestens 63 Volumenprozent in neue ausgekohlte Fässer abgefüllt.
  • Die Bezeichnung Grain, bedeutet, das der Whisky aus Mais, Weizen oder Gerste, in Europa, oder Roggen, in den USA, hergestellt wurde.
  • Whisky der mit Corn bezeichnet wird enthält überwiegend Mais und mindestens 80 Volumenprozent Alkohol.

Handelt es sich um einen verschnittenen (Blend) oder einen unverschnittenen Whisky (Single Malt)?

  • Single Malt bezeichnet einen Malt-Whisky, der aus einer einzigen Destillerie stammt.
  • Single Grain bezeichnet einen Getreide-Whisky, der aus einer einzigen Destillerie stammt.
  • Beim Blended Scotch Whisky werden die beiden oben genannten Produkte miteinander verschnitten.
  • Bei den Blended Grain Whiskies werden verschiedene Getreide-Whiskies miteinander gemischt.
  • Der Blended Malt wenn verschiedene Single Malts miteinander vereint werden.

Rezepte

Whisky und sein einzigartiger, rauchiger, getoasteter Geschmack, eine echte Rarität, ein Genuss dem man nicht wiederstehen kann, auch gemixt eine Gaumenfreude.


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