Kräuter auf Wiesen und Weiden

Kräuter, die besondere Bedingungen benötigen, welche sich im heimischen Garten nicht schaffen lassen, sind häufig Ziel von Kräuter-Sammel-Wanderungen. Besonders beliebt zum Sammeln von Wildkräutern sind Wiesen am Rande von Naturschutzgebieten oder andere abseits gelegene Biotope.

Kräuter auf Wiesen und WeidenDer Löwenzahn, auch Pusteblume genannt, ist eines der bekanntesten Wildkräuter. (Foto by: Monia33 / istock.com)

Die Natur hat uns viel zu geben. Fast das ganze Jahr über können verschiedenen Wildpflanzen in den unterschiedlichsten Wachstumsphasen bewundert werden. Selbst im Winter ragen aus dem Schnee bizarre, mit Eiskristallen geschmückte Samenstände und erfreuen uns durch ihren Anblick und dienen Vögeln als Nahrung. Kaum ziehen sich Eis und Schnee zurück, erfreuen uns die ersten Blüten. Will man Wildkräuter oder Heilpflanzen sammeln, ist es vorteilhaft zu wissen, welche Standorte sie bevorzugen und was beim Sammeln zu beachten ist.

Wiesen

Landwirtschaftlich genutztes Grünland wie Wiesen werden durch ein- bis mehrmaliges Mähen im Jahr bearbeitet. Die Artenvielfalt an Wildkräutern auf einer Wiese wird wesentlich durch die Häufigkeit des Mähens bestimmt. Desto später im Jahr die erste Maat erfolgt, umso höher ist der Anteil an Kräutern und deren Verschiedenartigkeit.

Weiden

Die Pflanzen des Weidelandes werden durch Grasen von Nutztieren kurz gehalten. Je nach der Tierart, die auf der Weide frisst, bleiben verschiedene Pflanzen stehen. Zu nennen sind beispielsweise verschiedene Distelarten, Kletten oder Brennnesseln, wobei nur letztere in der Küche Verwendung finden. Damit diese Wildpflanzen nicht überhand nehmen, werden sie durch Mähen reduziert.

Standort und Arten

Arten und Vielfalt der Wildpflanzen auf Wiese oder Weide hängen nicht nur vom Mähzyklus sondern insbesondere vom Klima, dem Wasserangebot und der Bodenbeschaffenheit ab. Man unterscheidet Fettwiese, Trockenrasen (Magerrasen), Feuchtwiesen, Bergwiesen, Salzrasen und viele andere.

Kräuter auf WiesenFeuchtwiesen zählen in Mitteleuropa zu den artenreichsten Wiesen. (Foto by: © kotafoty / fotolia.com)

Feuchtwiesen zählen in Mitteleuropa zu den artenreichsten Wiesen. Wiesen fernab von Straßen eignen sich hervorragend zum Sammeln von Küchenkräutern. Allerdings sollte man darauf achten, nicht in ein Naturschutzgebiet zu geraten, weil dort das Sammeln von Pflanzen verboten ist.

Pflanzenbeispiel: Löwenzahn

Der Löwenzahn, auch Kuhblume und Pusteblume genannt, ist eines der bekanntesten Wildkräuter. Besonders gut gedeiht er auf nährstoffreichen Wiesen, aber aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit auch auf Feldern, in Gärten, auf Brachland, Berghängen und Wegen. Löwenzahn blüht von April bis in den Herbst. Geerntet werden Blätter, Blüten und Wurzel, wobei letztere nur beim Einsatz zu Heilzwecken genutzt wird.

Löwenzahn wirkt beispielsweise als mildes Cholergikum oder Diuretikum sowie appetitanregend. In der Küche werden vor allem die Blätter verwendet wobei zu beachten ist, dass Löwenzahn im Laufe des Jahres bitterer wird. Im Frühjahr werden die ersten Blätter für Salate geerntet. Sie haben einen hohen Vitamin C- und Kaliumgehalt.

Außerdem eignet sich Löwenzahn als Blatt- und Wurzelgemüse. Löwenzahn-Blüten werden zu Löwenzahnhonig- oder Sirup verarbeitet. Die Milch der Löwenzahnstängel kann allergieauslösend wirken. Sie wird in der Volksmedizin gegen Warzen verwendet.


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