Wildkräuter im Wald und am Wegrand

Nicht nur im eigenen Garten oder auf Wiesen, Äckern oder Feldrändern lassen sich Kräuter ernten oder sammeln – sogar im Wald wachsen einige Pflanzen, die sich in der Küche verwenden lassen. Und zwar auch andere als nur der allseits beliebte Bärlauch!

WildkräuterWer in Wald Kräuter sammeln will, sollte sich ein fundiertes Wissen aneignen. (Foto by: fotolia.com)

Schon im zeitigen Frühjahr erfreuen uns die ersten blauen und duftenden Veilchen im Wald. Die Bäume haben noch keine Blätter. Die Sonne kann den Boden erwärmen und die Frühjahrsblüher hervorlocken. Je stärker die Bäume belaubt sind, umso lichtärmer wird es im Wald und andere Wildpflanzen, die nicht so viel Sonne benötigen, wachsen heran. Die Arten, die sich in den Wälder ansiedeln, werden durch den Typ des Waldes, klimatische Bedingungen, Bodenbeschaffenheit und Wasserangebot bestimmt. In Nadelwäldern fühlen sich andere Arten heimisch als in Laub- oder Mischwäldern.

Mischwälder bevorzugt

In lichten Laub- und Mischwäldern sind die meisten Wildkräuter des Waldes zu finden, denn dort ist das größte Licht – und Sonnenangebot. Unter den noch nicht belaubten Laubbäumen erwärmt sich im Frühjahr der Boden sehr schnell und die Kräuter sprießen.

Zu Beginn des Frühlings färben die Buschwindröschen den Waldboden weiß. Ihnen folgen die gelben Wald- und Arzneischlüsselblumen. Das blau-rosa Lungenkraut und das blaue, duftende Veilchen runden das Frühlingserwachen ab. Sobald weniger Licht zur Verfügung steht, wird der Waldboden grün, denn es zeigen sich immer weniger farbige Blüten.

Weitere Faktoren

Nicht nur der Typ des Waldes ist ausschlaggebend für die Flora eines Gebietes, sondern auch die geologischen Besonderheiten. So können zum Beispiel im Wald Feuchtgebiete, auch Hochmoore, entstehen. An diesen Stellen wachsen zu Teil die gleichen Pflanzen wie an Bachläufen oder in Feuchtauen. Bevorzuge Plätze für das Ansiedeln von Wildkräutern sind auch Waldwege und Waldlichtungen. An diesen Orten ist ein relativ großes Licht- und Sonnenangebot vom Frühjahr bis in den Herbst hinein.

Kräuter im WaldIn lichten Laub- und Mischwäldern sind die meisten Wildkräuter zu finden. (Foto by: © Valeriy Kirsanov / fotolia.com)

Sammeln mit Vorsicht

Wer in Wald Kräuter sammeln will, sollte sich ein fundiertes Wissen aneignen, denn manche Pflanzen haben grüne Doppelgänger, die nicht genießbar oder gar giftig sind. Wildpflanzen müssen gut gereinigt werden, da Gefahr durch die Eier des Fuchsbandwurmes besteht.

Sowohl bei giftigen Pflanzen als auch beim Fuchsbandwurm besteht bei Nichtbeachtung dieser Regeln Lebensgefahr! Als Beispiele von Wildkräutern, die entweder in der Küche oder als Heilmittel verwendet werden, lassen sich Bärlauch, Waldmeister, Preiselbeeren oder die Walderdbeere nennen.

Pflanzenbeispiel: Waldmeister

Der Waldmeister wächst in schattigen Laub- und Mischwälder. Häufig steht er auch entlang der Waldwege. Er durftet so ausgeprägt, dass man ihn nicht übersehen kann. Er tritt in großen Gruppen auf. Sammeln sollte man dieses Wildkraut in April vor der Blüte, denn dann ist er am aromatischsten. Wunderschön anzusehen sind aber auch die kleinen, weißen Blüten. Die Früchte sind kleine, runde Kletten, die an der Kleidung oder im Fell von Tieren hängen bleibt.


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