Zitronenmelisse

Zitronenmelisse besticht nicht nur mit einem einzigartigen und angenehmen Aroma sondern weist zudem einen umfassenden medizinischen Nutzen auf. Um Melisse ständig frisch in der Küche nutzen zu können, empfiehlt es sich, sie selbst zu kultivieren.

ZitronenmelisseDie Zitronenmelisse braucht einen sonnigen bis halbschattigen Standort. (Foto by: Andreja Donko / shutterstock.com)

Zitronenmelisse wird meist auch einfach als Melisse bezeichnet und gehört zur Familie der Lippenblütler. Sie hat eine lange Tradition als Heilpflanze und wird seit tausenden von Jahren kultiviert. Zitronenmelisse wächst strauchartig. Der bis zu ein Meter hohe Strauch kann sogar mehr als 20 Jahre alt werden. Blätter und Blüten verströmen einen intensiven Geruch nach Zitrone. Der Name Melisse beinhaltet den griechischen Wortstamm „meli“, welcher Honig bedeutet. Das weist darauf hin, dass Melisse untern anderem als Bienenweide eingesetzt wird.

Anbau, Pflege und Düngung

Die Zitronenmelisse braucht einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit einem humosen, tiefgründigen, nährstoffreichen Boden. In das Pflanzloch wird Komposterde oder ein organischer Langzeitdünger gegeben und mit der Gartenerde vermischt. Die Vermehrung erfolgt durch Teilung großer Pflanzen im Frühjahr oder durch Aussaat.

Bei der Aussaat ist zu beachten, dass die Melisse ein Lichtkeimer ist, sprich die Samen also nicht mit Erde abgedeckt werden. Die Pflege besteht darin, die Pflanzen mit Kompost oder organischem Dünger zu versorgen und immer wieder zurück zu schneiden. Durch ein Zurückschneiden der Melisse nach der Ernte fördert man das Austreiben neuer Triebe. Der Boden ist luftdurchlässig und unkrautfrei zu halten. Da die Pflanze ein Flachwurzler ist, muss mit Vorsicht gehackt werden.

Ernte

Bei Bedarf können die frischen Blätter geerntet und direkt verwendet werden. Mit heißem Wasser übergossen ergeben sie einen frischen Sommer-Tee. Die Ernte für die Konservierung erfolgt kurz vor der Blüte. Der beste Zeitpunkt für die Ernte sind die frühen Nachmittagsstunden an einem trockenen, sonnigen Tag. Die Pflanze ist dann frei von Regentropfen und Morgentau. Die Blätter haben aufgrund des Sonnenlichts das beste Aroma. Geerntet werden die frischen, grünen Blätter und die Triebspitzen.

MelissenteeMit heißem Wasser übergossen ergeben sie einen frischen Sommer-Tee. (Foto by: © karepa / fotolia.com)

Lagerung und Haltbarkeit

Zitronenmelisse sollte schon deshalb im eigenen Garten angebaut werden, weil sie sich nur bedingt konservieren lässt. Am besten kann man die Blätter in Öl einlegen oder einfrieren, um sie haltbar zu machen. Die Blätter können auch für die Verwendung als Tee getrocknet werden. Beim Trocknen verlieren sie jedoch leider sehr viel von ihrem wunderbaren Aroma.

Wirkung und Verwendung

Zitronenmelisse enthält wie die meisten anderen Lippenblütler große Mengen an ätherischen Ölen. Ihre Zusammensetzung hängt von Anbau-Ort und Erntezeitpunkt ab. Ebenfalls entscheidend für die Wirksamkeit sind die sogenannten Labiaten-Gerbstoffe. Sie verleihen der Melisse eine antivirale Wirkung, weshalb Melissenextrakt als wirksamer Bestandteil hoch wirksamer Salben gegen Lippenherpes eingesetzt wird. Melisse wirkt krampflösend und beruhigend auf die Nerven.

Deshalb findet sich Melisse oft in Nerventees oder Badezusätzen. Auch Schlafstörungen lassen sich so wirksam behandeln. Melisse kann außerdem Magen-Darm-Beschwerden lindern. Diese Wirkung lässt sich auch in der Küche gezielt nutzen. Melisse wird zum Aromatisieren von kalten Getränken, Salaten und Saucen verwendet. Auch so mancher Kräuterschnaps enthält Melisse als magen-beruhigende Komponente.


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