Nahrungsmittelallergien bei Babys und Kleinkindern

Wenn das Baby oder das Kleinkind auffällige Symptome wie Blähungen oder Ausschläge zeigt sind viele Eltern besorgt und nehmen eine Lebensmittelallergie als Grund an. Welche Symptome es dazu gibt und wie Sie damit umgehen können, erfahren Sie hier.

Lebensmittelallergie bei KinderEine Diätologin kann bei einer Lebensmittelallergie helfen. (Foto by: konevaelvira / Depositphotos.com)

Allergie oder Unverträglichkeit?

  1. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Allergien und Unverträglichkeiten. Erstere sind eine Reaktion des Immunsystems auf einen bestimmten Stoff aus der Nahrung.
  2. Eine Unverträglichkeit dagegen beruht meist auf einem Enzymmangel oder darauf, dass der Darm einen bestimmten Nahrungsbestandteil nicht richtig aufnehmen kann.

Auf welche Symptome sollte ich achten?

Echte allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel zeigen sich oft an der Haut,

  • wobei Neurodermitis, Rötungen und Nesselsucht am häufigsten auftreten.
  • Zudem kann es zu Brennen, Bläschen oder Schwellungen im Mund- und Halsbereich kommen.
  • Manche Betroffene niesen auch mehr als sonst oder zeigen Schnupfensymptome.
  • Asthma, Atemschwierigkeiten und Verdauungsprobleme wie Durchfall, Blähungen, Koliken, Übelkeit, Blut im Stuhl oder Verstopfung können weitere Hinweise auf vorhandene Allergene sein.
  • Zudem zeigen Babys eine allergische Reaktion auch dadurch, dass sie die Nahrung verweigern, schlecht wachsen oder sich verzögert entwickeln.

Wie wird eine Nahrungsmittelallergie festgestellt?

Eine Lebensmittelallergie wird am besten unter der Leitung eines erfahrenen Arztes ausfindig gemacht.
Dabei führen Sie über etwa zwei bis vier Wochen ein Tagebuch, indem Sie die verspeisten Lebensmittel, sowie etwaige Beschwerden aufzeichnen.

Wichtig zu wissen ist hierbei, dass Symptome sich auch erst 24 Stunden nach dem Essen zeigen können.

  1. Diese Beobachtungen stellen Sie dann einem Allergologen zur Verfügung, welcher dann bestimmen kann, welche zusätzlichen Tests eventuell sinnvoll sind.
  2. Finden sich tatsächlich Nahrungsmittel, auf die Ihr Kind reagiert, werden diese zunächst für ein paar Wochen gemieden und dann wieder eingeführt.
  3. Sollte sich dann erneut eine Reaktion zeigen, ist es sinnvoll, sie für etwa ein Jahr vom Speiseplan zu streichen.
  4. Es ist ratsam, sich dabei von einer Diätfachkraft unterstützen zu lassen, um trotzdem eine gesunde Versorgung mit allen wichtigen Stoffen zu gewährleisten.

Wogegen ist mein Kind am ehesten allergisch?

Frühstück ohne AllergieDie Allergie gegen Milch ist von der Laktoseintoleranz zu unterscheiden. (Foto by: konevaelvira / Depositphotos.com)

Die Hauptauslöser für eine Nahrungsmittelallergie sind:

  • Nüsse
  • Kuhmilch
  • Soja
  • Weizen
  • Hühnereier
  • Schalentiere wie Krabben oder auch
  • Samen

Auch bestimmte Leguminosen wie Erdnüsse zählen zu den potentielle Allergenen.

Soll man bestimmte Lebensmittel meiden, um einer Allergie vorzubeugen?

Grundsätzlich wird empfohlen, Babys mindestens vier volle Monate zu stillen und erst nach dieser Zeit Beikost einzuführen, da die Muttermilch wertvolle Substanzen enthält, die den Verdauungstrakt des Babys stärken und somit auch Allergien vorbeugen.

Solange Sie stillen, brauchen Sie nicht auf die früher als zu meidend eingestuften Lebensmittel wie Milch oder Hühnereier verzichten, denn neuere Erkenntnisse deuten dahin, dass ein geringfügiger Kontakt mit diesen über die Muttermilch dem Baby eher hilft, sich an diese Stoffe zu gewöhnen und keine Allergie zu entwickeln.

Ab dem Zeitpunkt der Beikosteinführung ist es laut den Experten auch in Ordnung, potentiell kritische Nahrungsmittel zu füttern. Allerdings sollten Sie natürlich entsprechend reagieren, wenn Ihr Kind Unverträglichkeitsreaktionen zeigt und wie bereits erklärt, zusammen mit einem Arzt versuchen, das Allergen ausfindig zu machen.

Fazit

  1. Im Umgang mit möglicherweise allergieauslösenden Nahrungsmitteln ist es also allgemein empfehlenswert, erst einmal vom Besten auszugehen und Gelassenheit zu üben.
  2. Wenn Sie Ihr Kleines zum angemessenen Zeitpunkt langsam an die breite Palette natürlicher Speisen gewöhnen, stehen die Chance gut, dass es diese auch problemlos verträgt.
  3. Beobachten Sie aber die Reaktionen und etwaige Beschwerden und behalten Sie im Hinterkopf, dass diese eventuell mit der Nahrung zusammenhängen könnten.

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