Spitzwegerich

Der Spitzwegerich mit seinen langen, weißen Staubfäden ist auf großen prach liegenden Wiesen oder an trockenen und grasigen Plätzen am Wegrand zu finden. Mit den Blättern wird gern Tee zubereitet. Dabei die Blätter im luftigen Schatten trocknen und in gut verschlossenen Gefäßen aufbewahren.

SpitzwegerichEs können alle Teile des Spitzwegerichs verwendet werden. (Foto by: sc-images / Depositphotos.com)

Wissenswertes

Der Spitzwegerich, auch Spießkraut genannt, gehört zu den Wegerichpflanzen (Plantaginaceae), die sich durch eine hohe Widerstandskraft auszeichnen.

Die Pflanze kann 10 bis 50 cm hoch werden und ist gut zu erkennen an ihren ca. 25 cm langen lanzenartigen Blättern, die die Pflanze wie eine Rosette umgeben.

In der Mitte ragt ein blattloser Stängel empor, an dessen oberem Ende sich eine kolbenartige Ähre mit kleinen weiß-gelblichen Staubgefäßen befindet, die für die Fortpflanzung wichtig sind.

Die Pflanze blüht von Mai bis September.

Verbreitung & Standort

Die Pflanze wächst meistens auf Wiesen, an Wegesrändern und auf Äckern, aber auch in höheren Lagen oder Gebirgen bis 1.700 m. Früher kam sie hauptsächlich in Mitteleuropa vor, heute ist sie weltweit verbreitet.

Wirkstoffe, Inhaltsstoffe & Geschmack

Spitzwegerichpflanzen enthält ca. 3 % Iridoide - sekundäre Pflanzenstoffe mit einer antibiotischen und entzündungshemmenden Wirkung - sowie Schleimstoffe und Gerbstoffe.

Diese Pflanzenstoffe bilden einen Schutz vor Giftstoffen, die in den Körper einzudringen versuchen.

Weitere Inhaltsstoffe sind:

  • B-Vitamine
  • Vitamin C
  • Kalium
  • Zink
  • Kieselsäure

Geschmacklich sind Spitzwegerich-Blätter und -blütenähren mit Pilzen vergleichbar. Am stärksten ist das Aroma der geschlossenen Blütenähren.

Gesundheit, Haus- & Heilmittel

Schon im Mittelalter wurden Spitzwegerichpflanzen innerlich und äußerlich bei verschiedenen Krankheiten als Heilmittel angewendet.

Die enthaltenen Schleimstoffe wirken bei Husten schleimlindernd und die Bitter- und Gerbstoffe entzündungshemmend bei Mund-und Rachenschleimhautentzündungen.

Besonders gut wirkt Spitzwegerich-Tee allein oder mit anderen Heilkräutern kombiniert, weil der warme Tee die entzündete Mund- und Rachenschleimhaut zusätzlich entspannt.

Die Spitzwegerichpflanze kann auch blutstillend und gerinnungsfördernd wirken, wenn man ein Tuch mit Heilkraut auf die Wunde legt.

Weitere Anwendungsgebiete sind u. a. Durchfall, Darmschleimhautentzündungen, Kopfschmerzen, Prellungen, Blutergüsse, Insektenstiche, Verbrennungen, Hühneraugen und Warzen.

Verwendung in der Küche

SpitzwegerichsirupEin köstlicher Sirup kann aus den Blättern des Spitzwegerichs hergestellt werden. (Foto by: MadeleineSteinbach / Depositphotos.com)

  1. Fast alle Pflanzenteile des Spitzwegerichs sind essbar. Blüten und Blätter kann man gedünstet und roh essen. Die jungen Blätter aus der Mitte der Blätterrosette sind weniger bitter. Beim Dünsten entfaltet sich das Pilzaroma besonders gut.
  2. Die Wurzel wird am besten vor dem Genuss gekocht. Bei den Blütenähren nimmt man am besten die noch jungen, verschlossenen, weil sie ein besseres Aroma haben. Man kann sie daran erkennen, dass sie noch dunkler gefärbt sind.
  3. Die Teile des Spitzwegerichs können für viele Speisen verwendet werden, als Gewürz, für Suppen, Smoothies, Salate, als Ersatz für Spinat oder in Essig eingelegt. Die Blütenähren lassen sich auch gut in Sirup oder Honig einlegen.

Unsere Rezepttipps:

Ernte, Haltbarkeit & Lagerung

Während der Erntezeit können alle Teile der Pflanze geerntet werden. Wenn man die Blätter trocknen will, sammelt man sie am besten bei trockenem Wetter, damit sie während des Trocknens nicht schimmeln.

Die Blätter zum Trocknen können an einem luftigen Ort aufgehängt werden. Man kann auch den Saft auspressen oder einen Honig ansetzen.

Besonderheiten & Saison

Spitzwegerich war Heilpflanze des Jahres 2014. Die Saison ist von ca. Mai bis September.

Verwechslungsgefahr

Die Heilpflanze hat sehr viel Ähnlichkeit mit anderen Arten von Wegerichpflanzen und kann leicht verwechselt werden, aber das ist kein Problem, alle Arten von Wegerichpflanzen sind ungiftig und essbar.


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