Die Kriterien 
Worauf kommt es bei der Bewertung von Krapfen nun konkret an? Goldbraun sollte die Farbe sein, nur der Kragen (das ist der daumendicke Rand rund um den Krapfen) soll deutlich heller sein und idealerweise möglichst ebenmäßig. Der Duft sollte frisch und zart-hefig sein und keinesfalls an altes oder gar ranziges Fett erinnern. In Schmalz oder Butter gebackene Krapfen haben ein eigenes Geruchsbild, das für traditionelle Zubereitung steht. Die Marillenmarmelade muss gleichmäßig im Backwerk verteilt sein und darf weder zu knapp noch zu üppig bemessen sein. Laut österreichischem Lebensmittelkodex müssen Marillenkrapfen mindestens 15 Prozent Füllmasse bezogen auf das Fertiggewicht enthalten. Zu flüssig oder zu fest ist auch schlecht. Sie sollte aber immer nach Marillenfrucht schmecken und riechen, Süße und Säure sollten gut balanciert sein. Rum in der Marmelade polarisiert, ist als Geschmackselement aber durchaus legitim, wenn es die Marillenaromatik nicht komplett überdeckt.

Gault&Millau